Kölner Verkehrs-Betriebe AG Geschäftsbericht 2019
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Prognosebericht

Die konjunkturelle Dynamik war zum Jahresauftakt 2020 etwas verhalten, man rechnete jedoch damit, dass die Wirtschaft im weiteren Verlauf leicht an Fahrt aufnehmen würde. Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld sah man zu diesem Zeitpunkt insbesondere in internationalen Handelskonflikten, dem Brexit und geopolitischen Risiken, welche den Welthandel und die globale Industrieproduktion dämpfen würden.
 
Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund des Ausbruchs der Corona-Krise ausgerufen. Seit dem 11. März stuft die WHO die Verbreitung des Coronavirus nunmehr als Pandemie ein. Die konjunkturellen Auswirkungen des Coronavirus auf Deutschland und die Weltwirtschaft sind zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht absehbar. 

Für das Jahr 2020 wurde ohne Berücksichtigung der Auswirkungen der Corona-Krise damit gerechnet, dass sich im ÖPNV der Zuwachs der vergangenen Jahre fortsetzt, und auch die KVB ging in ihrer Planung davon aus, dass die Zahl der Fahrgäste weiterhin leicht steigen wird, im Wesentlichen, weil neue Kunden hinzukommen werden.

Die derzeit enorme Ungewissheit hinsichtlich der Ausbreitung und der Folgen des Coronavirus erschwert eine Prognose der Geschäftsentwicklung. Tendenziell wird für das Geschäftsjahr 2020 allein aufgrund der von der Bundesregierung beschlossenen Schutzmaßnahmen mit einem Rückgang des Fahrgastaufkommens gerechnet.

Die möglichen Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus „SARS-CoV-2“ zu Beginn des Jahres 2020 kann die Geschäftsführung der KVB derzeit nicht beziffern, diese werden jedoch fortlaufend beobachtet und analysiert. 

Ohne Berücksichtigung der Auswirkungen des Coronavirus plante die KVB für das Geschäftsjahr 2020 unter Berücksichtigung der Erhöhung der VRS-Ticketpreise zum 1. Januar 2020 und der erwarteten Kostensteigerungen für das Jahr 2020 ein Unternehmensergebnis von -104,7 Mio. €. Wie von VRS-Beirat und VRS-Zweckverband beschlossen, wurden die Ticketpreise zum Jahresbeginn 2020 um 2,5 % erhöht, um die Belastungen aus steigenden Lohn- und Materialkosten zu kompensieren. Für das Geschäftsjahr 2020 erwarteten wir Umsatzerlöse in Höhe von 311,9 Mio. €, davon 291,6 Mio. € aus den Verkehrserlösen.

Diese Planung lässt sich nach dem Ausbruch der Corona-Krise nicht mehr aufrechterhalten. Die derzeitigen behördlichen Anordnungen zum Infektionsschutz der Bevölkerung – insbesondere die Auswirkungen der Kontaktsperren – führten bei der KVB dazu, den Fahrplan ab dem 18. März 2020 auf einen modifizierten Samstagsfahrplan umzustellen. Dieser wird voraussichtlich bis Mitte Juni 2020 gelten. Dadurch wird mit einer Leistungsreduzierung in Höhe von ca. 27 % auf der Angebotsseite gerechnet. Insgesamt führt die Corona-Krise zu einem Einbruch der Fahrgastzahlen, was wiederum negative Auswirkungen in nicht unerheblicher Höhe auf die Umsatzerlöse und das Unternehmensergebnis hat.

Bis zum Zeitpunkt der Berichtserstellung blieben die Arbeitsverträge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Corona-Krise unberührt. Fahrer werden durch bauliche und technische Sicherheitsmaßnahmen im Fahrerstand besonders geschützt. Für die Beschäftigten in der Verwaltung wurde die Homeoffice-Regelung erweitert. Informationen und Verhaltensregeln werden den Beschäftigten kontinuierlich über das Intranet zur Verfügung gestellt.

Der Investitionsplan für das Geschäftsjahr 2020 schließt mit Ausgaben für Betriebsinvestitionen in Höhe von 221,4 Mio. € ab.

Die Investitionen der KVB dienen überwiegend dazu, Fahrgäste zu binden und hinzuzugewinnen. Die Schwerpunkte der Investitionen werden im Jahr 2020 darin bestehen, neue Busse und Bahnen zu beschaffen sowie die Infrastruktur auszubauen. Die für das Jahr 2020 geplanten Betriebsinvestitionen betreffen:

   
Fahrgastinformationssystem ITCS 40,0 Mio. €
Stellplatzerweiterung HW Weidenpesch 24,0 Mio. €
Stadtbahnwagen und konventionelle Omnibusse 61,6 Mio. €
Projekt E-Bus 27,0 Mio. €
Übriger Strecken- und Haltestellenausbau 31,8 Mio. €
Übrige Investitionen 37,0 Mio. €

Die Ausgaben für Investitionen (inklusive Darlehenstilgung) können voraussichtlich nur zu 26,5 % aus eigenen Mitteln finanziert werden, einschließlich einer Eigenkapitalzuführung von 19,3 Mio. €. Deshalb kommt den zufließenden Investitionszuschüssen mit 27,3 % eine besondere Bedeutung zu. Die verbleibenden geplanten Investitionsausgaben einschließlich der kurzzeitigen Vorfinanzierung von Zuschüssen werden durch Fremdmittel gedeckt.

Köln, den 31. März 2020
Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Haaks     Schwarze     Densborn