Emissionsarm
unterwegs

Abendlicher Rheinauhafen, Blick auf Kranhäuser und Mitarbeiter der AWB-Straßenreinigung

Für das Gelingen der Mobilitätswende müssen viele Schritte gesetzt werden. Und jedes Projekt leistet seinen Beitrag, um den Verkehr von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu machen. Neben der KVB nutzen unter anderem die SWK-Unternehmen AWB und HGK Antriebe auf Basis von Strom, Gas oder synthetischen Kraftstoffen und engagieren sich um die Verlagerung von Gütertransporten von der Straße auf Schiene und Wasser.

Alternative Antriebe im Fuhrpark

Die AWB betreibt einen umfangreichen Fuhrpark, der entsprechend dem Aufgabenspektrum des Unternehmens unterschiedliche Fahrzeugtypen umfasst - für die  Abfallsammlung, Straßenreinigung, Grünanlagenpflege und Winterdienst. Dabei kommen allein in der Stadtreinigung und Müllabfuhr rund 650 Fahrzeuge und Geräte zum Einsatz. Entsprechend der Bedeutung ihres Fuhrparks überprüft die AWB ihren Mobilitätsbedarf regelmäßig, kooperiert seit Jahren mit Herstellern, beteiligt sich an Forschungsprojekten zu alternativen Antrieben bei Nutzfahrzeugen und testet alternative Antriebe in ihrem Tagesgeschäft. Sie hat eine Mobilitätsstrategie entwickelt, die eine schrittweise Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebssysteme bis 2035 vorsieht. Die zugrunde liegenden Annahmen wurden extern überprüft. Dieser Weg wird nicht einfach, da viele der benötigten Spezialfahrzeuge auf dem Markt nur selten verfügbar sind.

2025 wurden rund 20 Prozent aller AWB-Fahrzeuge mit synthetischem Kraftstoff oder mit alternativen Antrieben betrieben. Dabei liegt im Pkw-Bereich der Anteil elektrisch angetriebener Fahrzeuge bei rund 40 Prozent. Der Fuhrpark verfügt über zehn gasbetriebene Abfallsammelfahrzeuge, die mit einem Brennstoff „made in Cologne“ betrieben werden. Dieser basiert auf Bioabfällen, die von der AWB Köln in die Anlagen der AVG Köln geliefert und dort in Biogas umgewandelt werden

Auch die AVG Köln setzt auf alternative Antriebe und hat dafür 2026 eine neue E-Ladeinfrastruktur in Betrieb genommen, ein Projekt, das im Rahmen der „Richtlinie Elektromobilität“ durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert wird. Der für die Ladeinfrastruktur verwendete Strom wird in der Restmüllverbrennungsanlage der AVG Köln erzeugt. 2026 hat das Unternehmen die ersten drei firmeneigenen E-Lkws in Betrieb genommen.

Zurück zur AWB, die alternative Antriebe auch in der Stadtreinigungeinsetzt und deren Einsatz kontinuierlich erweitert. Elektrisch angetriebene Kehrmaschinen gehören in Köln schon zum Stadtbild. Neu sind die aktuell 15 elektrischen Stadtsauer, die seit Sommer 2025 im Innenstadtbereich für saubere Plätze, Gehwege und Fugen sorgen. Entsprechend der Leistungsfähigkeit dieser "Rheinräumer" prüft die AWB gemeinsam mit der Stadt Köln Stadt die Erschließung weiterer Einsatzorte in Köln.

Abfalltransport über Schiene und Straße im Verbund

Kaum bekannt, aber schon seit Jahren werden werktäglich rund 1.000 Tonnen Abfall per Eisenbahn durch die Stadt transportiert. Das sind jährlich bis zu 250.000 Tonnen und damit etwa 80 Prozent des Kölner Hausmülls. Von den beiden Müllumladestationen der AWB im rechtsrheinischen Rath-Heumar und im linksrheinischen Ehrenfeld wird dieser Abfall zur Restmüllverbrennungsanlage der AVG Köln in Niehl gebracht. Diese von Müllfahrzeugen angelieferten Abfälle werden in den beiden Müllumladestationen in geruchsdichte Container gedrückt, per Kran auf die Schiene gehoben und mit der Bahn zur Restmüllverbrennungsanlage der AVG Köln gebracht und dort verwertet. Dieser Transport auf der Schiene erfolgt durch die RheinCargo, einer Beteiligung der HGK. Hierdurch entfallen Transportleistungen, die ansonsten von rund 20 Müllfahrzeugen erbracht werden müssten.  

Müllumladestation in Ehrenfeld, ein Zug wird mit Abfallcontainern der AWB beladen.
Rund 80 Prozent des Kölner Hausmülls gelangen per Zug zur Verwertung bei der AVG Köln. © AWB / Oliver Tjaden

Logistik vernetzt gestalten

Als Logistik-Holding innerhalb des Stadtwerke-Verbundes betreibt die HGK-Gruppe gemeinsam mit ihren Tochter- und Beteiligungsunternehmen Häfen und Terminals, ein eigenes regionales Schienennetz, eine Güterbahn sowie eine Binnenschifffahrtsflotte. Sie erfüllt vielfältige logistische Dienstleistungen für Köln, die Region und für die Industrie entlang der Rheinschiene. Außerdem sind auf den Gleisen der HGK zwischen Köln und Bonn beziehungsweise Frechen täglich Tausende von Menschen im Öffentlichen Personennahverkehr der KVB unterwegs.
Die Verlagerung des Waren- und Gütertransports von der Straße auf Schiene und Wasser steht im Zentrum der Arbeit der HGK-Gruppe, deren Leistungsangebot vom Transport über das Handling und die Lagerung bis hin zu spezifischen Kontraktlogistikleistungen für sensible Warenströme und Güter reicht.

Transporte auf Schiene ...

Für den Schienengüterverkehr ist die RheinCargo, eine 50-prozentige Beteiligung der HGK, zuständig. Seit 2021 setzt das Unternehmen bei seinen Elektrolokomotiven überwiegend Strom aus erneuerbaren Energien mit Herkunftsnachweisen ein. Auf teilweise nicht elektrifizierten Strecken kommen Hybridlokomotiven zum Einsatz, die je nach Streckenabschnitt unterschiedliche Antriebssysteme nutzen. So werden nur kurze Abschnitte, beispielsweise in Terminals, mit Dieselantrieb befahren, auf Hauptstrecken dagegen wird grundsätzlich der Elektro-Antrieb genutzt.

Ökostrom wird übrigens ebenfalls in den sechs von RheinCargo betriebenen Rheinhäfen in Düsseldorf, Köln und Neuss eingesetzt.

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... und Wasser

Um ihre Transportlösungen noch verlässlicher zu gestalten, setzt die HGK-Gruppe auf innovative Lösungen. So hat sich etwa die HGK Shipping, deren Binnenschiffe wichtige Industrieregionen in Deutschland, den Benelux-Staaten und Frankreich verbinden, ehrgeizige Ziele gesetzt und ein langfristig angelegtes Modernisierungsprogramm für ihre Schiffsflotte angestoßen.

Die Flottenerneuerung setzt zwei Schwerpunkte: die Anpassung an Niedrigwasserphasen durch eine optimierte Schiffskonstruktion sowie emissionsärmere Antriebssysteme. Mit der „GAS 95“ und der „Monomera“ gingen 2024 bereits zwei Schiffe mit diesel-elektrischem Antrieb in Betrieb. Im Oktober 2025 kam mit der „GAS 96“ ein weiterer Gastanker hinzu. Das Schiff vereint eine konsequente Tiefgangoptimierung mit moderner Antriebstechnik und trägt damit zur Sicherung leistungsfähiger Lieferketten auch bei niedrigen Pegelständen bei. Von derzeit 13 in Deutschland verkehrenden Niedrigwasserschiffen fahren neun für die HGK.

Tankmotorschiff „Monomera“ mit diesel-elektrischem Antrieb
Die HGK Shipping setzt auf moderne, niedrigwasseroptimierte und energieeffiziente Güterbinnenschiffe.  © HGK Shipping

Auch das Trockengüterschiff „Helios“ verfügt über einen solchen Antrieb und darüber hinaus über Solarmodule, die den Bordbetrieb unterstützen. Mit diesen insgesamt 312 Solarpaneelen ist die „Helios“ weltweit einzigartig und hält den aktuellen Guinness-Weltrekord. Als langlebige Verkehrsträger sind diese Schiffe auf die Technologieentwicklungen der Zukunft vorbereitet und können auf neuartige Antriebsenergien – wie etwa Wasserstoff – umgerüstet werden. Auch in diesem neuen Transportbereich ist die HGK Shipping aktiv und beschäftigt sich mit der Planung von Europas erstem Gastankschiff für den Transport von kalt-verflüssigtem Ammoniak und verflüssigtem Kohlenstoffdioxid, den beiden wichtigsten Transportgütern der Energiewende.

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