der
Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Nachdem die Fahrgastzahlen in den Jahren 2023 und 2024 nahezu konstant geblieben waren, konnte die KVB 2025 wieder ein leichtes Fahrgastplus verbuchen. Rund 237,5 Millionen Fahrten wurden im vorigen Jahr mit den Bahnen und Bussen der KVB unternommen, etwa 1,3 Millionen (0,6 Prozent) mehr als 2024. Die Zahl der Stammkunden ist von 334.700 auf 354.800 (plus 6 Prozent) gestiegen.
„Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung und danken unseren Fahrgästen für ihre Treue angesichts einer nach wie vor noch nicht zufriedenstellenden Betriebsqualität“, so Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks. „Die betrieblichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unser Unternehmen waren 2025 unverändert schwierig. Aber wir sind vor allem bei der Personalgewinnung, der Fahrpersonalausbildung, der Modernisierung unserer Fahrzeugflotte und der Kundeninformation wesentliche Schritte gegangen, um unsere Position als der umwelt- und klimafreundliche Mobilitätsdienstleister in Köln und der Region zu stärken.“
Alle Einschränkungen im Busbereich zurückgenommen
Die erfreulichste Nachricht: Die Anstrengungen bei der Personalgewinnung und die Erweiterung der Ausbildungskapazitäten im Fahrdienst zeigen bemerkenswerte Erfolge.
Stefanie Haaks: „Die Personalsituation hat sich 2025 deutlich entspannt. Im Busbereich haben wir im Sommer bereits alle Fahrplaneinschränkungen zurückgenommen, und auch bei der Stadtbahn konnten wir Anfang 2026 wieder zusätzliche Fahrten in den Abendstunden und am Wochenende anbieten. Dass wir im Stadtbahn-Betrieb noch nicht wieder den kompletten Regelfahrplan anbieten können, hängt mit der nach wie vor unbefriedigenden Fahrzeug-Verfügbarkeit zusammen. Die Auslieferung der neuen Stadtbahn-Fahrzeuge verzögert sich bekanntermaßen um Jahre. Stadtbahnen, die eigentlich ausgemustert werden sollten, müssen für erhebliche Summen ertüchtigt werden, und die Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung verschärfen die Situation zusätzlich.“
Die Steigerung der Fahrgastzahlen ist im Wesentlichen auf eine Zunahme des Deutschlandtickets sozial zurückzuführen (ein Plus von rund einer Million Fahrten). Beim Deutschlandticket Job gab es einen leichten Rückgang, der jedoch durch Steigerungen des regulären D-Tickets mehr als ausgeglichen wurde. Mehr als 97 Prozent der Stammkunden sind inzwischen mit einem Deutschlandticket unterwegs.
Eine erfreuliche Entwicklung gab es auch bei den Verkehrserlösen: Sie stiegen um 9,6 Prozent von 244, 5 Millionen Euro auf 267,9 Millionen Euro.
Im vorigen Jahr hat die KVB zahlreiche Projekte gestartet oder weiterentwickelt:
• Die Erneuerung der Fahrzeugflotte wurde vorangetrieben: Das Schweizer Unternehmen Stadler erhielt den Zuschlag für 132 Hochflur-Stadtbahnen, von denen die ersten 2029 geliefert werden sollen. Bei Jebsen & Jessene-Mobility wurden 78 E-Busse des Herstellers Irizar e-mobility bestellt - die bislang größte
Beschaffung des Unternehmens im Busbereich. Die erste Auslieferung soll im Oktober 2026 erfolgen.
• Ein weiterer Fokus lag auf der Verbesserung der Kundeninformation: Sie wurde sieben Jahre nach dem Start des äußerst komplexen und fast alle Bereiche der KVB betreffenden Projektes komplett auf digitalen Betrieb umgestellt. Den Fahrgästen werden nun überall die gleichen Echtzeitdaten zu ihrer Fahrt zur
Verfügung gestellt: im Internet in der Fahrpanauskunft ebenso wie in der KVB-App auf dem Handy, auf den Digitalen Fahrgastanzeigern an den Haltestellen (DFI) und den Multifunktionsanzeigern (MFA) in den Bahnen und Bussen. Gleichzeitig wurde mit der Radio-Redakteurin Sandra Rosenthal die neue „Stimme für Köln“ vorgestellt. Ihre Stimme erklingt – synthetisiert – seitdem aus den Lautsprechern in den Fahrzeugen und an den Haltestellen. Die technische Umstellung konnte nur im Realbetrieb durchgeführt werden und verlief weitestgehend reibungslos. Dass nach Inbetriebnahme des Gesamtsystems Fehler auftreten und Nacharbeiten nötig sein würden, war von vornherein absehbar und wurde transparent kommuniziert. Nach wie vor ist es nun die Aufgabe der internen Experten und extern eingebundener Auftragnehmer, auftretende Fehlerbilder kontinuierlich zu analysieren und Fehlerquellen auszuschalten.
• Die Sicherheit und Sauberkeit an den Haltestellen war ein weiteres großes Thema. Um die objektive Sicherheit und das subjektive Sicherheitsgefühl der Mitarbeitenden und der Fahrgäste zu verbessern, sind seit dem Frühjahr gemeinsame Streifen von KVB, Polizei und städtischem Ordnungsamt vor allem an den Haltestellen in der Innenstadt unterwegs. An den beiden Haltestellen Neumarkt und Ebertplatz stellt die KVB eine 24/7-Bestreifung sicher. Mit einer Neuorganisation des KVB-Bereichs Fahrgastsicherheit und Service sollen seit Jahresbeginn die Aufgaben zielgerichteter und effektiver erledigt werden. Die einzelnen Aufgabenbereiche „Fahrausweisprüfung“, „Service“ und „Sicherheit“ wurden aufgelöst, stattdessen sind „Fahrgastmanager“-Teams in sechs KVB-Bezirken unterwegs. Innerhalb dieser Bezirke bekommen die Teams Linien- und Haltestellen-„Pakete“ zugewiesen und begleiten die Bahnen in ihren Bereichen. Dadurch kann die Servicequalität verbessert werden, ebenso der Schutz von Haltestellen und Fahrzeugen sowie die Kooperation mit Stadt, Polizei und Streetworkern.
• Das KVB-Rad erzielte mit mehr als fünf Millionen Ausleihen einen neuen Rekord.
• Die Digitalisierung der 24 P&R-Anlagen im Stadtgebiet (mit knapp 4650 Plätzen) wurde vorangetrieben. Die Anlagen werden digitalisiert, um die Auslastung besser zu managen sowie den Nutzerinnen und Nutzern einen höheren Komfort zu bieten. Erfasst werden die Auslastung der einzelnen Anlagen sowie die Belegungssituation der einzelnen Stellplätze. Die Digitalisierung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
• Die KVB investiert kontinuierlich in die Qualität ihrer Anlagen. 2025 wurden 14 Rolltreppen ausgetauscht, im Jahr zuvor waren es acht. Allein am Neumarkt wurden bereits acht neue Rolltreppen eingebaut, zwei weitere folgen 2026. Insgesamt befinden sich 263 Rolltreppen im Netz der KVB. Mit mehreren
Erneuerungsprogrammen – 2024 bis 2027 mit 34 Anlagen und 2020 bis 2026 mit 42 Anlagen – wird die Anzahl von Störungen erheblich reduziert und der Komfort für die Fahrgäste deutlich gefördert.
• Am Neumarkt wurde das bestehende Kundencenter nach umfassender Sanierung an einem neuen Standort eröffnet.
• Die Abbrucharbeiten auf dem Norton-Gelände in Wesseling für den Bau eines neuen Stadtbahn-Betriebshof wurden weitgehend abgeschlossen.
• Nach umfangreichen Bauarbeiten konnten die Stadtbahnen ab Spätsommer wieder über die Mülheimer Brücke fahren.
Stefanie Haaks: „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an der Verbesserung unserer Betriebsqualität und der Fahrgastinformation. Die große Herausforderung der nächsten Jahre wird es sein, im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen der Mobilitätswende und den wirtschaftlichen Zwängen der Stadt und des Stadtwerke-Konzerns den ÖPNV weiterzuentwickeln. Dafür brauchen wir einerseits die notwendigen Finanzmittel, aber auch ein schlagkräftiges, engagiertes #TeamHerzschlag, auf das schon in den vergangenen Jahren immer Verlass war. Daher ein großer Dank an alle Mitarbeitenden, die Tag für Tag mit Herzblut, Einsatz und Expertise unser Unternehmen voranbringen.“
