der
Häfen und Güterverkehr Köln AG
Trimodale Hafenterminals stehen für Effizienz, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit. Sie sind als Drehkreuze für Warenströme unerlässlich für Industrie, Handel und Bevölkerung, weil sie die Verkehrsträger Binnenwasserstraße, Schiene und Straße effektiv verknüpfen. Mit Unterstützung des Förderprogramms „Digitale Testfelder in Häfen“ (DigiTest) aus dem Bundesministerium für Verkehr entwickelt die Häfen und Gü-terverkehr Köln AG (HGK) den Standort Niehl jetzt gezielt weiter und setzt dabei erstmals ein KI-gestütztes Erfassungssystem ein.

Ein Container
wird von der Kamera am Crane-Gate erfasst.
„Unser trimodales Terminal in Köln-Niehl bildet eines der wichtigsten Drehkreuze für Supply Chains entlang des Rheins“, erklärt HGK-Vorstand Dr. Jens-Albert Oppel (COO). „Um die zukünftigen Anforderungen unserer Kunden in puncto Zuverlässigkeit, Flexibilität und Effizienz noch besser zu erfüllen, müssen die Transport- und Umschlagprozesse umfassend digitalisiert werden.“ Ziel sei dabei, mit dem durch die „DigiTest“-Förderung realisierten intelligenten Erfassungssystem, die Produktivität der Umschlagprozesse im Hafen zu erhöhen und über die zentrale Datenbasis eine durchgängige, effiziente Vernetzung der drei Verkehrsträger Binnenwasserstraße, Schiene und Straße zu erzeugen.
Intelligentes System erfasst die Daten aller ein- und ausgehenden Ladeeinheiten
Durch ein auf künstlicher Intelligenz basierendem System werden sämtliche Daten von Schiffen, Bahnen und Lkw sowie der von ihnen transportierten Ladeeinheiten, wie z.B. Container, erfasst, konsolidiert und autonom verarbeitet. Diese Digitaloffensive erfolgt in Ergänzung des Hafenentwicklungsplanes für den Niehler Hafen. Mehr als 80 Kameras und Sensoren erfassen an 18 Standorten auf dem Hafengelände - den so genannten Gates - alle relevanten Informationen.
So funktioniert das System: An den „Truck-Gates“ werden die ein- und ausfahrenden Lkw samt der transportierten Ladeeinheiten erfasst. Die bislang analog erfolgte Abfertigung der LKW wird damit zukünftig entfallen. Die „Train-Gates“ registrieren bereits auf der Strecke zum Hafen sämtliche relevanten Informationen zu den einfahrenden Zügen, wie z.B. die exakte Reihenfolge der Waggons inklusive der transportierten Container und Sattelauflieger. Mit den „Crane-Gates“ erfolgt bei jedem Kran-Hub automatisiert und in Echtzeit ein Abgleich mit den Ladelisten der Schiffe. Und die „Port-Gates“ verarbeiten autonom die Ein- und Ausfahrten der Binnenschiffe.
„Im Niehler Hafen werden nach der Implementierung alle ein- und ausgehenden Verkehrs- und Warenströme in einem einheitlichen System KI-basiert und autonom erfasst. Das zentrale Daten-Hub bietet enorme Potenziale für die Optimierung des Hafenbetriebs und ist die Basis für Synergien“, so HGK-Projektleiter Thomas Hermanns. Dadurch werde der Umschlag koordiniert, synchronisiert und optimiert – egal, ob die Güter über die Schiene, die Wasserstraße oder die Straße eintreffen. Die Technologie ermöglicht eine lückenlose Dokumentation der Containerbewegungen und bietet Schnittstellen zu weiteren Systemen. Dies ist die Ausgangsbasis für Innovationen, neue Kooperationen und die Entwicklung intelligenter Anwendungen im Umschlagprozess.
Für die Umsetzung müssen Baumaßnahmen realisiert werden: Im Hafen Niehl wurden bis jetzt bereits rund 5.000 Meter Kabel durch unterirdische Kabelwege gezogen – weitere Kilometer werden bis zum Projektabschluss Ende März folgen. Die Ein- und Ausfahrten für die Lkw wurden baulich angepasst und modernste Netzwerktechnik mit Glasfaseranbindung verbaut.
Mit dem Förderprogramm „DigiTest“ unterstützt das Bundesministerium für Verkehr den Aufbau der digitalen Infrastrukturen im Niehler Hafen nicht nur finanziell, sondern legt gleichzeitig den Grundstein für Innovationen der Logistik 4.0 unter Realbedingungen.
