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Häfen und Güterverkehr Köln AG
Wie kann Wirtschaftswachstum in Zeiten instabiler Lieferketten und geopolitischer Spannungen gelingen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 4. Logistik Dialogs Rheinland, zu dem die HGK Logistics and Intermodal GmbH (HGK LI) am Donnerstagabend eingeladen hatte. Rund 250 Gäste aus Industrie, Logistik, Wissenschaft und Politik kamen in der 22. Etage von KölnSKY zusammen, um über konkrete Lösungsansätze für den Wirtschaftsstandort zu sprechen. Ein Schlüssel zur Lösung könnte dabei eine andere Rolle der Logistik sein. Motto: Partner statt nur Dienstleister.

Markus Krämer,
CEO der HGK Logistics and Intermodal GmbH.
Im Fokus der Veranstaltung stand daher auch die Rolle der Logistik als strategischer Faktor für widerstandsfähige Wertschöpfungsketten. HGK-LI-CEO Markus Krämer warb in seiner Eröffnungsrede für ein engeres Zusammenspiel von Industrie und Logistik und forderte ein „Ende der Distanz“ zwischen beiden Bereichen. „Die aktuelle Lage zeigt: Es ist notwendig, unsere Verbindungen zu stärken. Es reicht nicht mehr, nur effizient zu sein – wir müssen resilient werden. Dafür brauchen wir ein neues Verständnis von Logistik: als Partner auf Augenhöhe. Der Schlüssel liegt im gemeinsamen Handeln.“
Wie angespannt die wirtschaftliche Lage tatsächlich ist – und wo dennoch Chancen liegen –, zeigte Prof. Dr. Torsten Schmidt vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in seiner Keynote auf. Er skizzierte die konjunkturellen Herausforderungen und benannte zugleich Ansatzpunkte für künftiges Wachstum. „Wir befinden uns in einer schwierigen Phase, aber wir können da rausfinden. Voraussetzung ist, dass sich die Produktivität in Deutschland erhöht“, erklärte Professor Schmidt. Dafür müsse die Politik auch die richtigen Signale setzen: Mehr Investitionen in die Infrastruktur, weniger konsumtive Ausgaben.
In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von NTV-Moderatorin Gesa Eberl, trafen unterschiedliche Perspektiven aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aufeinander. Dr. Sebastian C. Schulte (CEO der Deutz AG), Dr. Nicole Grünewald (Chefin IHK Köln), der Bundestagsabgeordnete Carl-Phillip Sassenrath (CDU) und Prof. Dr. Torsten Schmidt diskutierten, wie Unternehmen ihre Zusammenarbeit verändern müssen, um resilienter zu werden. Steffen Bauer, CEO der HGK-Gruppe, wurde per Statement zugeschaltet, da er zeitgleich mit einer Delegation um Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in China war. Er unterstrich die weiter wachsende Bedeutung der Logistik für Wirtschaft und Gesellschaft: „Logistik ist für die Unternehmen ein strategisches Asset.“
Zentrales Fazit der Runde: Die Rahmenbedingungen in Deutschland und der EU müssen sich ändern, soll der Wirtschaftsstandort Deutschland eine Zukunft haben. Denn die Energiepreise sind zu hoch, die Regulierung zu komplex. Ökonomie und Ökologie müssen konsequent zusammen gedacht werden, Nachhaltigkeit sollte Prozesse unterstützen, nicht einbremsen. Deutz-CEO Dr. Schulte brachte es treffend auf den Punkt, forderte mehr Mut und Selbstbewusstsein in Deutschland ein: „Als Sportler geht man auch an den Start, um zu gewinnen. Wir können doch so viel mehr!“
Zum Abschluss kündigte Markus Krämer eine neue Initiative an: den bundesweiten „Logistik Award“, den die HGK LI gemeinsam mit Partnern ausrichtet. Der Preis richtet sich an Studierende logistikbezogener Studiengänge und zeichnet innovative wissenschaftliche Arbeiten zu Themen wie Multimodalität, Nachhaltigkeit und modernen Supply Chains aus. Ziel ist es, die Entwicklung intermodaler Konzepte zu fördern und die Verlagerung von Güterströmen auf Schiene und Wasserwege voranzutreiben.
Beim anschließenden Get-together nutzten die Gäste die Gelegenheit, die Diskussionen zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen.
