Stadtwerke Köln Konzern
Geschäftsberichte 2021
Einfach innovativ
Illustration mit Heizkraftwerk, Vorteilskarte, Unterflurcontainer und Fahrzeug der AWB

Einfach
innovativ

Smarte Stadtreinigung

Mit Daten und Besen

Funksensoren, Internet der Dinge, künstliche Intelligenz: Für eine saubere, sichere Stadt setzt die AWB auf digitale Lösungen.

Die AWB reinigt Kölner Straßen, Parks und Spielplätze – wirklich alle? Wo genau die Reinigungstrupps verantwortlich aktiv werden müssen und wo nicht, ist tatsächlich oft unklar, weil Reinigungssituationen und Zuständigkeiten nicht eindeutig geklärt sind. Klarheit schafft das digitale Reinigungskataster, das die AWB mit der Stadtverwaltung Köln entwickeln. Darin werden alle zu reinigenden Flächen erfasst, in einer Karte dargestellt und den Verträgen mit der Stadt zugeordnet, so dass Zuständigkeiten schnell und eindeutig ersichtlich sind. Das hilft, interne Abläufe zu optimieren, und sorgt für ein saubereres Stadtbild.

Saubere Sache
Zur optimalen Koordination der Straßen- und Grünflächenreinigung entwickeln die AWB und die Stadt Köln ein digitales Kataster. Und in Kölner Parks wurden 13 Unterflurcontainer mit Sensoren bestückt. Die Behälter melden sich, wenn sie voll und bereit zur Leerung sind.

Unterflurcontainer am Aachener Weiher

Im Zuge eines Pilotprojektes wurden in Kölner Parks zudem 13 Unterflurcontainer mit Füllstandssensoren ausgestattet. Der Sensor misst regelmäßig per Ultraschall, wie voll „sein“ Container ist, und überträgt das Ergebnis selbstständig in eine Online-Plattform (Internet of Things). Die Container-Disponenten können dort den zeitlichen Verlauf der Befüllung sehen und feststellen, wann welcher Container voll ist. Dies hilft bei der Tourenplanung und vermeidet Leerfahrten und Nebenabfälle: Die Müllsammlung wird wirtschaftlicher und umweltschonender, die Parks bleiben sauber. Zukünftig sollen alle Unterflurcontainer in den Parks mit der Technik vernetzt werden.

Um Vernetzung geht es auch im Projekt Smart Fleet. AWB-Fahrzeuge sind fast rund um die Uhr im ganzen Stadtgebiet unterwegs. Damit sind sie ideal geeignet, um Informationen über den Zustand der Straßen zu sammeln, damit Probleme schnell erkannt und behoben werden können. Smart Fleet nutzt eine App, die Bilderkennung und künstliche Intelligenz einsetzt, um etwa Risse in Straßen oder offene Gullideckel zu erkennen. Nach den ersten Tests wurden die relevanten Ämter der Stadt Köln einbezogen, um die Technik möglichst wirksam und wirtschaftlich einzusetzen. So kann beispielsweise die Stadt Straßenschäden rascher beheben, um Gefahren abzuwenden. Auch wilde Müllkippen und Graffiti können zukünftig eher bemerkt und beseitigt werden. Der Einsatz digitaler Lösungen macht den SWK-Gesellschaften und der Stadt Köln die Arbeit deutlich leichter, wovon das Stadtbild und alle Bürgerinnen und Bürger profitieren.

Vernetzte E-Mobilität

MuLI – Klimaschutz „made in Cologne“

In Bocklemünd haben KVB, RheinEnergie und Ford die vernetzte Ladeinfrastruktur MuLI in Betrieb genommen.

MuLI, die „Multimodale Lademodul-Integration“, besteht aus einer Ladestation, einem Lademast für E-Busse und zwei Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten für Elektrofahrzeuge. Die Ladestation wiederum unterteilt sich in einen Batterieraum und einen Mittelspannungsschaltraum. MuLI speichert den bei Bremsvorgängen der Stadtbahn wiedergewonnenen Strom in sechs Batterie-Stacks und stellt ihn für die Ladung von E-Bussen und E-Autos zur Verfügung. Die Zwischenspeicherung in Batterien vermeidet Spannungsschwankungen beim Laden.

Das Projekt MuLI

Energie mehrfach nutzen

Grafik MuLi

Neue Aufgaben für alte Batterien
Im Unterschied zur bisherigen Ladeinfrastruktur für den E-Busbetrieb der KVB werden im Projekt MuLI als Speicher gebrauchte E-Auto-Batterien von Ford im „Second Life“ eingesetzt. Die sechs Batterieeinheiten bestehen aus jeweils 48 Batteriemodulen à 20 Einzelzellen mit einer Gesamtspeicherkapazität von rund 300 Kilowattstunden. Die Zellen besitzen noch eine Leistungsfähigkeit von rund 90 Prozent. Für den mobilen Einsatz im Pkw sind sie nur bedingt geeignet. Im Verbund eines per Energiemanagementsystem gesteuerten Speichers besitzen sie aber noch einen großen Wert. Mit MuLI demonstrieren die KVB und die RheinEnergie erfolgreich, wie ein innovatives, integriertes und modulares Ladesystem funktionieren kann: MuLI berücksichtigt verschiedene Fahrzeugklassen, beherrscht unterschiedliche Spannungsebenen (10-Kilovolt- Lade-Wechselstrom und Bahn-Gleichstrom) und verfügt über eine leicht skalierbare und nachhaltige Speicherlösung.

Digitale Vorteilskarte

Vielfach günstiger Schwimmen

DIE KÖLNBÄDER INTEGRIEREN IHRE VORTEILsKARTEN IN DEN BELIEBTEN E-TICKET-SERVICE – GUT FÜR (NEUE) STAMMKUNDEN.

Nach dem erfolgreichen Start des E-Tickets im Freibadsommer des ersten Corona-Jahres 2020 haben die KölnBäder 2021 den Service um eine digitale Vorteilskarte erweitert. Mit diesem Guthaben im Online-Kundenkonto können E-Tickets bezahlt werden – bis zu 20 Prozent vergünstigt. „Gerade für Stammkunden der KölnBäder und jene, die es werden möchten, hat sich die Investition in eine Vorteilskarte stets ausgezahlt“, sagt Prokurist Marc Riemann. Mit dem Prepaid-Guthaben, das flexibel einsetzbar ist und nie verfällt, können Gäste bei jedem Besuch gegenüber den Einzeleintritten sparen.

Digitalisieren lohnt sich
„Die Online-Vorteilskarte ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung, den die Gäste einer modernen Bädergesellschaft heute erwarten und mitgehen“, weiß Riemann. Im Geschäftsjahr 2021 sind 2.776 digitale Vorteilskarten mit einer

Fahrrad mit Werbeaufsteller zur Vorteilskarte der KölnBäder

Kommt gut an Die KölnBäder werben erfolgreich für ihre digitale Vorteilskarte.


Guthabensumme in Höhe von insgesamt rund 375.000 Euro verkauft worden. Das bisherige System der Scheckkarten besteht weiterhin, eine Umwandlung dieser Guthaben wird mit einer Tauschprämie belohnt. Über 500 Stammkunden haben ihr analoges Guthaben bereits in den digitalen Service transformiert – Tendenz steigend.

Energie aus Wasserstoff

Die RheinEnergie setzt auf H2

In einer klimaneutralen Strom- und Wärmeversorgung Kölns wird der Energieträger Wasserstoff eine wichtige Rolle spielen. Drei Projekte der RheinEnergie zeigen, wie das konkret funktionieren kann.

Als Alternative zu Öl und Erdgas ermöglicht Wasserstoff eine klimaschonende Energieversorgung. Zusammen mit Partnern erprobt die RheinEnergie, wie sich H2 nutzen lässt. Basis muss eine Wasserstoffinfrastruktur sein, in der Erzeuger und Abnehmer von Wasserstoff Hand in Hand agieren. Die RheinEnergie geht hier mit der Shell Deutschland GmbH, dem Shell Energy and Chemicals Park Rheinland und der HGK AG voran. Im Rahmen einer Arbeits- und Entwicklungsplattform tauscht man sich über Ideen, Projekte und Erkenntnisse rund um Wasserstofferzeugung, -transport und -nutzung aus. Dabei nutzt man klimaneutral erzeugten Wasserstoff aus dem Mitte 2021 in Wesseling eingeweihten Shell Elektrolyseur. Unternehmen der SWK könnten konkret profitieren: Denkbar sind etwa Wasserstoffantriebe für Abfallsammelfahrzeuge, Containertransporter im Niehler Hafen oder für Binnenschiffe. Ob sich Wasserstoff zur Strom- und Wärmeerzeugung eignet, erproben die RheinEnergie, der österreichische Energieversorger Wien Energie GmbH, die Verbund AG sowie die Siemens Energy AG in einem gemeinsamen Projekt. Im Wiener Heizkraftwerk Donaustadt werden dem Erdgas bis zu 30 Volumenprozent Wasserstoff beigemischt.

Grüne Power
Im Wiener Heizkraftwerk Donaustadt wird aus Wasserstoff Wärme und Strom. Die RheinEnergie begleitet den Betriebsversuch.

Detailaufnahme eines Fensters im Wiener Heizkraftwerk Donaustadt

Grüne Power für Köln
Es ist der weltweit erste Versuch dieser Art in einem öffentlichen, großen Heizkraftwerk. Die Wiener Anlage ist nahezu baugleich mit dem Gas-und-Dampfturbinen-Heizkraftwerk Niehl 3 der RheinEnergie, die Technik wäre also übertragbar. „Dies ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu klimaneutralen Fernwärmenetzen und der damit verbundenen Stromproduktion“, sagt Dr. Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie AG. „Gelingt es uns, die Herzstücke der Wärmenetze, die Erzeugung, zu vergrünen, so können wir in einem Schritt Tausende Häuser und Wohnungen klimaneutral beheizen.“ Das gleiche Ziel verfolgt im kleineren Maßstab ein weiteres H2-Projekt am Kraftwerkstandort Niehl. Dort testet die RheinEnergie den ersten praxistauglichen Wasserstoffmotor der DEUTZ AG. Das Aggregat des Kölner Motorenbauers verbrennt in sechs Zylindern reinen Wasserstoff und erreicht in Kombination mit einem Generator völlig CO2-frei eine Leistung von 200 Kilowatt. Der Motor kann im Modus der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, neben dem Strom lässt sich also auch die Abwärme nutzen. Perspektivisch macht das den „Zero Emission“-Motor zur Alternative für die dezentrale, klimaneutrale Energieversorgung von Gebäuden und Quartieren.

5G-Ausbau

Highspeed am Heumarkt

Im Gigabit Masterplan Cologne 2025 haben die Stadt Köln und ihre Partner das Ziel formuliert, ein flächendeckendes Gigabitnetz mit Glasfaser im Boden und 5G in der Luft zu realisieren. Der Stadtwerke Köln Konzern ist mit dabei. Denn seine Gesellschaften verfügen über weitreichende Synergien und Ressourcen, die beim Aufbau einer flächendeckenden 5G-Infrastruktur helfen können: Flächen und Gebäude dienen als Antennenstandorte und besonders die NetCologne und die RheinEnergie punkten mit Technik-Know-how. Neben der Umrüstung von Mobilfunk-Antennen, wie sie zum Beispiel auf Gebäudedächern stehen, werden auch sehr kleine, unauffällige 5G-Antennen installiert. Der Clou:

Die sogenannten „small cells” sind an speziellen, mit der nötigen Mobilfunktechnik ausgestatteten Straßenleuchten angebracht. In der Altstadt werden nun nach und nach an mehreren Standorten solche 5G-Leuchtmasten errichtet, zunächst am Heumarkt und in der Straße „Am Hof“. Während sich die RheinEnergie um die Energieversorgung und die Beleuchtungssteuerung kümmert, sorgen die NetCologne und der Partner Vodafone für die Anbindung der funkenden, acht Meter hohen Masten an das Glasfasernetz. Die an den Standorten gesammelten Erkenntnisse helfen, die Leuchtenlösung zu optimieren und den Ausbau des 5G-Netzes in Köln voranzutreiben.