RheinEnergie AG Geschäftsbericht 2020
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Im Bild von links:
Birgit Lichtenstein, Dieter Hassel, Norbert Graefrath, Dr. Dieter Steinkamp, Dr. Andreas Cerbe, Achim Südmeier, Susanne Fabry

Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,

dynamische Entwicklungen, auf die es schnell zu reagieren gilt, der rasante Wandel von Arbeitsabläufen und Prozessen – daran sind wir in der Energiebranche seit Jahren gewöhnt. Zusätzlich zu unseren bekannten branchenspezifischen Problemstellungen beschäftigten uns im Berichtsjahr 2020 vor allem aber die vielfältigen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie.

Wir haben uns frühzeitig mit den möglichen sozialen wie wirtschaftlichen Folgen der Pandemie befasst. Im Fokus unseres Handelns stand von Anfang an ein umfassendes Hygienekonzept, um den Infektionsschutz für unsere Belegschaft auch am Arbeitsplatz sicherzustellen. Hohe Homeoffice-Quoten in den Phasen harter Lockdown-Beschränkungen und abseits davon eine Anwesenheitsquote von bis zu 50 % in Kombination mit zahlreichen Hygienevorkehrungen haben die Infektionsrate in unserem Unternehmen niedrig gehalten. Unser Hauptaugenmerk galt unseren Bereichen der kritischen Infrastruktur – den Kraft- und Wasserwerken, unseren Leitstellen und der Entstörung. Für rund 500 Beschäftigte dort haben wir die Schichtpläne umgebaut, Teams verkleinert und anzahlmäßig verdoppelt, um die Zahl der Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und Redundanzen für einen Verdachts- oder Infektionsfall zu schaffen. Unsere Aufgaben als Infrastrukturdienstleister für Trinkwasser und Energie konnten wir aufgrund der getroffenen Vorkehrungen erfolgreich und jederzeit wahrnehmen und dabei weiterhin wirtschaftlich agieren.

So freut es uns umso mehr, auch nach diesem enorm herausfordernden Jahr unter Berücksichtigung aller Umstände ein zufriedenstellendes Ergebnis vorlegen zu können. Es zeigt, dass unsere Strategie auch in Krisenzeiten funktioniert, und bestärkt uns darin, unseren eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Wir wollen auch in den kommenden Jahrzehnten der führende Energie- und Wasserversorger der rheinischen Region bleiben und richten die RheinEnergie dazu durch das im abgelaufenen Geschäftsjahr abgeschlossene Projekt der Reorganisation des Lieferantenbereichs systematisch auf die Zukunft aus.

Neben unserer Verpflichtung, Köln und das Umland auch zukünftig zuverlässig und bezahlbar mit Energie zu versorgen, nehmen wir als Akteur der Energiewende unsere besondere gesellschaftliche und ökologische Verantwortung sehr ernst. Deshalb sind wir nach dem Start unseres Klimaschutzprogramms „Energie & Klima“ im Jahr 2007, dem stetigen Ausbau der erneuerbaren Energien und der klima- und ressourcenschonenden Kraft-Wärme-Kopplung einen weiteren konsequenten Schritt gegangen. Mit unserer Klimaschutz-Roadmap haben wir uns konkrete Ziele in drei Schritten gesetzt: Bereits im Jahr 2025 soll unsere gesamte Wassersparte klimaneutral sein. Ab 2030 wollen wir alle Haushalte und Gewerbebetriebe in Köln mit klimaneutralem Strom beliefern. Und bis 2040 erfolgen auch die Wärmebereitstellung und die Industriestromversorgung zu 100 % klimaneutral.

So wollen wir bei der Wasser-, Strom- und Wärmeversorgung jährlich insgesamt 5 Mio. t Treibhausgase einsparen und spätestens im Jahr 2040 frei von fossilen Brennstoffen sein, um unsere Kunden komplett klimaneutral zu versorgen.

Rund 370 Mio. € haben wir in den vergangenen Jahren bereits in erneuerbare Energien, allen voran Wind und Sonne, investiert. Bis zum Jahr 2025 sollen es mindestens weitere 100 Mio. € sein. Deutschlandweit erzeugen heute schon 26 Windparks und 24 Fotovoltaik-Anlagen der RheinEnergie klimaneutralen Strom für rund 130.000 Haushalte. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl in den Stadtbezirken Ehrenfeld und Nippes. Dabei sparen diese Anlagen 20.000 t Kohlendioxid pro Jahr ein. 

Ein weiterer Baustein in Richtung Klimaneutralität ist für uns und für die ganze Stadt Köln der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. Das Netz an Lademöglichkeiten wird immer dichter. Ende des Jahres haben wir ein neues Tarifmodell für unseren Ladestrom eingeführt. Im öffentlichen Nahverkehr elektrisieren wir mit unserem Ökostrom die Stadtbahnen und Elektrobusse der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB). 

Um in der digitalisierten Welt die Nähe und den Kontakt zu unseren Kunden zu bewahren, haben wir uns im Berichtsjahr auch intern neu aufgestellt. Wir wollen unseren Service weiter verbessern und unseren Kunden jene Produkte und Dienstleistungen schneller und zielgerichteter anbieten können, die sie von uns erwarten. Daher haben wir unsere Vertriebseinheit umfassend reorganisiert und an die dynamischen Branchenverhältnisse angepasst.

Entscheidende Weichen für unsere zukünftige Positionierung auf dem Energiemarkt im Rheinland haben wir auch mit der Grundlagenvereinbarung mit unserem neuen Anteilseigner Westenergie gestellt: Gemeinsam wollen wir die rheinische Region und die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, den Stadtwerken und den Energieversorgern im Rheinland stärken. Uns als kommunalem Unternehmen bietet sich so die Möglichkeit, unsere Kompetenzen nutzbringend für die Kunden einbringen zu können.

Wir haben uns dem Wandel, den die dynamischen Entwicklungen in der Energiebranche und der Wirtschaft erfordern, bislang erfolgreich gestellt. Die vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass wir mit einer krisensicheren Strategie gerüstet sind. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft unser Ergebnis stabil halten und als Unternehmen in öffentlicher Hand unserer gesellschaftlichen Aufgabe nachkommen können: Klimaschutz in Einklang zu bringen mit bezahlbaren und marktgerechten Angeboten und Dienstleistungen bei einer gleichbleibend hohen Versorgungssicherheit.

Köln, im Juni 2021 

Dr. Steinkamp
Graefrath

Dr. Cerbe
Hassel

Fabry
Lichtenstein

 
Südmeier