RheinEnergie AG Geschäftsbericht 2020
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Grundlagen der Gesellschaft

Geschäftsmodell der Gesellschaft

Die RheinEnergie AG, Köln, (RheinEnergie) ist ein regional tätiges integriertes Energie- und Wasserversorgungsunternehmen. Dabei erstreckt sich die Geschäftstätigkeit über alle Wertschöpfungsstufen von der Erzeugung über den Handel und den Netzbetrieb bis hin zum Vertrieb. Die Tätigkeiten werden überwiegend von der RheinEnergie direkt und teilweise auch von Tochtergesellschaften erbracht; damit folgt die RheinEnergie im Wesentlichen dem Grundsatz des Stammhausprinzips. Das Produktspektrum umfasst die Sparten Strom, Erdgas, Fern- und Nahwärme, Dampf, Wasser sowie alle Leistungen, die sich rund um Energie ergeben. Wesentliche Grundlage für das Netzgeschäft der Gesellschaft sind die gehaltenen Konzessionen.

Die geschäftlichen Aktivitäten der RheinEnergie als regionales Energieversorgungsunternehmen erstrecken sich im Wesentlichen auf Köln und das angrenzende Umland. Insbesondere im Umland fokussiert sich die RheinEnergie auf das vernetzte Handeln mit Beteiligungs- und Partnerunternehmen in der Region sowie mit kommunalen Mitgesellschaftern dieser Unternehmen. Kooperationen mit kommunalen Partnerunternehmen erstrecken sich auf wesentliche Teile der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette: Insbesondere bei Beschaffung, Netzbetrieb, Vertrieb und Abrechnung sowie bei Energiedienstleistungen arbeiten die Unternehmen intensiv zusammen. Außerdem erhalten Partnerunternehmen Zugang zu Zukunftsthemen wie Smart Metering, Elektromobilität und umweltfreundliche Erzeugungsanlagen. Grundgedanke der Kooperationen ist die nachhaltige Bündelung kommunaler Interessen.

Die regionale Verbindung der RheinEnergie wird unterstrichen durch die Stiftungsfamilie des Unternehmens, bestehend aus der RheinEnergieStiftung Jugend/Beruf, Wissenschaft, der RheinEnergieStiftung Kultur und der RheinEnergieStiftung Familie. Mit den drei Stiftungen leistet die RheinEnergie vielfältige Unterstützung auf den verschiedenen Feldern der künstlerischen Ausdrucksformen Musik, Theater, Film und Literatur, des Familienlebens und der Bildung sowie der beruflichen Orientierung, wobei ein Schwerpunkt bei allen Stiftungen im Bereich der Förderung von Kindern und Jugendlichen liegt.

Die Verbindung mit der Region drückt sich auch durch den kommunalen Hintergrund der Gesellschafterstruktur der RheinEnergie aus: 80 % der Geschäftsanteile werden indirekt von der Stadt Köln gehalten, die weiteren 20 % werden seit 2020 infolge der Aufteilung zwischen RWE und E.ON von der Westenergie AG mit Sitz in Essen gehalten.

Ziele und Strategien

Die RheinEnergie verfolgt bei ihrem Streben, das führende integrierte Energieversorgungsunternehmen der rheinischen Region zu bleiben, langfristig vier Ziele:

  • wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durch Sicherung des Ergebnisses,
  • Daseinsvorsorge durch eine leistungsfähige Infrastruktur,
  • attraktiver Arbeitgeber für qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • Wahrung der Nachhaltigkeit.

Die RheinEnergie agiert in einem energiewirtschaftlichen und energiepolitischen Umfeld, das einem fortwährend starken und schnellen Wandel ausgesetzt ist. Entwicklungen in Richtung des von Dezentralisierung, Digitalisierung und Dekarbonisierung geprägten „Energiesystems der Zukunft“ verfolgt die RheinEnergie unmittelbar und beurteilt sie aus RheinEnergie-Sicht, um die eigenen Aktivitäten an diesen Entwicklungen auszurichten und damit aktiver Teilnehmer an den sich daraus ergebenden Geschäftsmöglichkeiten zu sein. Die RheinEnergie setzt auf den weiteren Ausbau der erneuerbaren und der dezentralen Energieerzeugung und stellt sich auf die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft und die sich daraus ergebenden Geschäftsmöglichkeiten ein. Hierbei berücksichtigt die RheinEnergie den allgemeinen Wandel, die gesellschaftlichen Trends und die sich verändernden Kundenbedürfnisse.

Neben der Sicherung des Stammgeschäfts konzentrieren sich die strategischen Überlegungen insbesondere auf die Generierung von profitablem Wachstum sowie auf die Steigerung der Effizienz bei allen internen Prozessen. Besonders im Fokus stehen hierbei auch die Digitalisierung und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Darüber hinaus kommt auch dem Wandel auf allen Ebenen zur Unterstützung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der gesamten Organisation bei der Bewältigung der neuen Anforderungen große Bedeutung zu.

Steuerungssysteme

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Zur Steuerung des operativen Geschäfts verwendet die RheinEnergie insbesondere die finanziellen Größen Umsatz (ohne Strom- und Energiesteuer) und Ergebnis vor Ertragsteuern, die auch die bedeutsamsten Leistungsindikatoren darstellen. Als die bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren kommen die Erzeugungs- und die Absatzzahlen zur Anwendung.

Diese Leistungsindikatoren werden in einem der Größe des Unternehmens entsprechenden Planungsprozess differenziert nach Organisationseinheiten und Wertschöpfungsstufen ermittelt, zur Gesamtunternehmensplanung zusammengefasst und als Wirtschaftsplan von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedet. Unterjährig erfolgt quartalsweise eine Kontrolle der kumulierten Ist-Zahlen gegenüber den jeweils geplanten Größen. Abweichungen werden analysiert und führen bei Bedarf zur Ergreifung zusätzlicher operativer Maßnahmen.

Interne Kontrollsysteme (IKS)

Die verschiedenen Elemente des internen Kontrollsystems der RheinEnergie umfassen das operative Steuerungs- und Kontrollsystem, das Risiko-Management-System, das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem im engeren Sinne, das Compliance-Management-System sowie das interne Revisionssystem.

Das operative Steuerungs- und Kontrollsystem wird als Gesamtheit aller im Unternehmen implementierten Regelungen und Maßnahmen verstanden, die der operativen Steuerung und Kontrolle dienen. In allen operativen Unternehmenseinheiten bestehen dezentrale Controlling-Bereiche, in denen sowohl operative Kennziffern als auch auf der Basis entsprechender Richtlinienvorgaben des zentralen Controllings kaufmännisch relevante Daten erhoben und analysiert werden. Das im Fachbereich Finanzen angesiedelte zentrale Controlling führt die Daten der Bereiche im Sinne eines umfassenden und einheitlichen Management-Informations-Systems und als Grundlage für die Planung, Steuerung und Kontrolle der Unternehmensbereiche zusammen.

Um unternehmerische Risiken frühzeitig zu erkennen, zu beurteilen und letztendlich zu beherrschen, hat die RheinEnergie ein umfassendes Risiko-Management-System für sich und ihre Tochtergesellschaften eingeführt (Näheres hierzu im Chancen- und Risikobericht).

Zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen, zuverlässigen und unternehmensweit einheitlichen Rechnungslegung und Finanzberichterstattung an interne und externe Berichtsempfänger hat die RheinEnergie ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem etabliert. In diesem System sind alle Grundsätze, Verfahren und Regelungen enthalten, die eine insgesamt zeitnahe, vollständige und richtige Erfassung und Darstellung der Geschäftsvorfälle in der externen und internen Rechnungslegung unterstützen. Auf Basis einer von der RheinEnergie hierfür eigens angeschafften Software werden künftig Systemaufnahmen DV-gestützt durchgeführt werden können.

Die Achtung geltender Gesetze und betrieblicher Richtlinien sowie die Bekämpfung der Korruption haben für die RheinEnergie hohe Bedeutung. Daher hat das Unternehmen ein erweitertes Compliance-Management-System implementiert. Grundlagen sind die den Risikofeldern entsprechenden Compliance-Richtlinien und ein regelmäßiges Compliance-Reporting.

Der Schutz personenbezogener Daten ist der RheinEnergie nicht nur wegen der Datenschutzgrundverordnung ein wichtiges Anliegen. Um bei der stetig zunehmenden Verarbeitung dieser Daten einen rechtskonformen Umgang gewährleisten zu können, hat die RheinEnergie eine Datenschutzorganisation eingerichtet. Das Unternehmen hat 2020 das Datenschutz-Management-System durch entsprechende Konzepte zu Datenlöschungen in den Hauptabteilungen erweitert.

Die Einhaltung der Regelungen wird durch regelmäßige Revisionsprüfungen überwacht. Die Konzernrevision ist als eigenständige Abteilung auf der Ebene des Stadtwerke Köln Konzerns angesiedelt.