AWB Köln GmbH Geschäftsbericht 2020
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Ziele und Strategien

Wir haben unser Geschäft im Berichtsjahr weiterentwickelt und unsere Leistungen kontinuierlich verbessert. Dazu haben wir unsere Kosten- und Leistungsstruktur nachhaltig optimiert sowie das Leistungsspektrum ausgebaut. Aus unserem breiten Dienstleitungsspektrum ergaben sich vielfältige Aufgaben, die wir mit den neuen Leistungsverträgen mit der Stadt Köln seit dem 1. Januar 2019 noch ausgebaut haben. Zudem stand das Thema Nachhaltigkeit weiterhin im Mittelpunkt des Handelns und Gestaltens.

Vertriebliche Aktivitäten

Neues Abfallwirtschaftskonzept

Im Jahr 2018 hat der Rat der Stadt Köln ein neues Abfallwirtschaftskonzept verabschiedet. Das Konzept beschreibt den aktuellen Stand der Kölner Kreislauf- und Entsorgungswirtschaft sowie neue abfallwirtschaftliche Maßnahmen für die nächsten zehn Jahre, die die Abfallvermeidung und -verwertung in der Stadt noch stärker vorantreiben sollen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Bereichen Entsorgungssicherheit, Abfallvermeidung und Verwertung. Im Laufe des Jahres 2020 hat der Rat der Stadt Köln zudem einen ersten Sachstandsbericht zum geltenden Abfallwirtschaftskonzept erarbeitet und vorgestellt.

Stadtbild- und Infrastruktur­maßnahmen

Kampagne gegen Littering

Illegale Müllablagerungen, auch Littering genannt, sind ein großes Problem. Sie stören nicht nur das Stadtbild, sondern schaden auch der Umwelt. Die AWB hat 2020 gemeinsam mit der Stadt Köln ein Maßnahmenpaket gegen Littering geschnürt und vorgestellt. Die Umsetzung erfolgt in Abhängigkeit von der anhaltenden COVID-19-Pandemie. So ist beispielsweise für 2021 eine Plakatkampagne geplant, die die Bevölkerung für illegale Müllablagerungen sensibilisieren soll.

Beseitigung von Schrott und Aufstellen zusätzlicher Papierkörbe

Die AWB hat im Berichtsjahr zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen auch begehbare Ränder der Grünflächen gereinigt, illegale Müllablagerungen auf öffentlich zugänglichen Flächen beseitigt sowie Schrottfahrräder entsorgt. Dafür haben wir im Berichtsjahr eine App eingeführt, mit deren Unterstützung wir solche Räder künftig mit weniger Verwaltungsaufwand und noch schneller aus dem öffentlichen Raum entfernen können. Darüber hinaus hat die AWB den Bestand an Papierkörben im öffentlichen Straßenland und in Grünanlagen auf insgesamt rund 22.000 Stück ausgebaut. Davon sind rund 2.000 Papierkörbe zusätzlich mit Hundekottütenspendern ausgestattet. 

Gezielte Aufwertung des öffentlichen Raums

Plätze wie der Ebertplatz, Hansaring, Neumarkt und auch die Bezirkszentren prägen das Erscheinungsbild der Stadt Köln. Die AWB hat diesen Orten daher im Berichtsjahr besondere Aufmerksamkeit gewidmet und sie mehrmals nass gereinigt. Dabei kam unter anderem ein neues Spezialgerät zum Einsatz. Wir haben außerdem Kaugummis und Farbschmierereien entfernt sowie häufiger als gewöhnlich die Papierkörbe geleert, um das Stadtbild und den öffentlichen Raum zu verschönern. 

Reinigung von Stadtmobiliar

Seit dem Jahr 2019 reinigt die AWB in erweitertem Umfang städtisches Mobiliar, wie beispielsweise Absperrungen, Verkehrsbeschilderungen, Bänke und Lichtsignalanlagen. Diese Maßnahmen werten das Stadtbild ebenfalls deutlich auf und steigern das Wohlbefinden. Im Berichtsjahr hat die AWB in allen neun Stadtbezirken städtisches Mobiliar gereinigt.

Toiletten

Die AWB hat auch im Berichtsjahr konsequent neue Toilettenanlagen im öffentlichen Raum errichtet. Außerdem hat sie den Einsatz komplexerer City-Toiletten-Standorte (CWC) vorbereitet. Derzeit finden sich im Stadtgebiet zwölf solcher CWCs. Im Jahr 2021 kann die AWB voraussichtlich drei neue Standorte eröffnen, etwa am Botanischen Garten und im Bereich der Siegburger Straße in Deutz. Darüber hinaus testet die AWB an der Trimbornstraße in Kalk ein festes Urinal und prüft weitere mögliche Einsatzbereiche. Insgesamt registrierte die AWB im Jahr 2020 rund 1,1 Mio. WC-Nutzer. Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr erstmals rückläufig, was vor allem auf die andauernde COVID-19-Pandemie und den damit verbundenen Rückgang von Touristen und Veranstaltungen zurückzuführen ist.

Grill-Scouts

Im Sommer verlagern die Menschen ihre Freizeitaktivitäten immer häufiger in den öffentlichen Raum, insbesondere Parks und Grünanlagen sind beliebte Ziele. Seit dem Jahr 2011 setzt die AWB daher sogenannte „Grill-Scouts“ ein, die die Besucher dabei unterstützen, die Anlagen sauber zu halten. Auch im Berichtsjahr informierten die Scouts über nächstgelegene Asche- und Müllbehälter und verteilten Picknick-Müllbeutel unter Einhaltung der Corona-Hygieneregeln. Insgesamt waren die Scouts an Schönwetter-Wochenenden von Mai bis September 28-mal im Einsatz. Im Vorjahr waren es 33 Einsätze gewesen. Im Zentrum standen vor allem die folgenden Grünanlagen: Aachener und Decksteiner Weiher, Beethovenpark, Volksgarten, Vorgebirgspark, Poller Wiesen, Rodenkirchener Riviera, Klingelpützpark, Blücherpark und Olof-Palme-Park.

Aktion „Kölle putzmunter“

Die AWB übernahm wie auch in den Vorjahren die Koordination und Logistik der ganzjährigen Aktion „Kölle putzmunter“. Die wichtigsten Kooperationspartner waren die Stadt Köln und die Zeitung „Express“. Im Jahr 2020 legte die Aktion jedoch aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen zunächst eine zweimonatige Pause ein. Nach Erstellung von Hygieneempfehlungen in Abstimmung mit der Stadt Köln fanden dann aber 300 Sammelaktionen statt, an denen sich rund 250 Vereine und Institutionen, 40 Schulen und 10 Kindertagesstätten beteiligten. Dabei sammelten die Teilnehmer rund 350 m³ Abfall ein. Im Vorjahr hatten die Teilnehmer bei 405 Aktionen 560 m³ Abfall beseitigt.

Vermarktungsniveau für Sekundärrohstoffe

Die Ertragslage auf dem Markt für Sekundärrohstoffe war im Berichtsjahr wie auch im Jahr zuvor angespannt. Der Wegfall nahezu aller asiatischen Altpapierverwerter und die weiterhin sinkende Nachfrage bei Printmedien führten zu einem Überangebot. Im Bereich der Altpapiervermarktung haben die Preise zu Beginn des Jahres nochmals deutlich nachgegeben und notierten auch danach auf niedrigem Niveau bei ungewöhnlich starken monatlichen Schwankungen. Erst zum Jahresende war eine leichte Erholung zu beobachten. 

Auch bei der Altkleidervermarktung setzte sich der negative Trend aus dem Vorjahr fort. Der Preisverfall hat vor allem zwei Ursachen: Zum einen die weiterhin sinkende Qualität, die vornehmlich durch minderwertige Kleidung und zunehmende Fehlwürfe verursacht wird, zum anderen steigende Sammelmengen sowie schlechtere Zugänge zu den Absatzmärkten für die Verwerter. Diese Entwicklungen sind nicht neu. Sie wurden aber durch die COVID-19-Pandemie noch mal verstärkt, da die Bürger diese Phase offensichtlich vermehrt genutzt haben, um ihre Kleiderschränke zu entschlacken. Diverse kommunale Unternehmen, unter anderem in Hamburg und Dortmund, haben aus diesen Gründen die Altkleidersammlung im öffentlichen Raum bereits im Jahr 2019 eingestellt. Die Situation in Köln ist insofern noch akzeptabel, da die Qualität der Sammelmengen im Vergleich zu anderen Großstädten besser ist. Außerdem sind die Fehlwürfe seltener, wodurch sich bei einer Vermarktung weiterhin positive Erlöse erzielen lassen. 

Der Markt für Elektroaltgeräte hat seinen Abwärtstrend im Berichtsjahr ebenfalls fortgesetzt. Mittlerweile sind für alle Sammelgruppen Zuzahlungen zu leisten, sodass eine sogenannte Optierung, also der profitorientierte Verkauf der gesammelten Geräte, aus Sicht der Stadt Köln keinen Sinn mehr macht. Die Stadt Köln hat sich in Abstimmung mit der AWB daher entschlossen, die Eigenvermarktung ab dem 31. Dezember 2020 bis auf Weiteres einzustellen und die Geräte kostenneutral an die Stiftung „Elektro-Altgeräte Register“ (EAR) zu übergeben.

Die Schrottpreise notierten im Berichtsjahr auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Vorjahr. Auch hier haben sich die Auswirkungen der Corona-Krise in Form ausbleibender Nachfrage nach Neuware in den Produktionsbereichen bemerkbar gemacht. Am Jahresende war eine leichte Erholung zu beobachten.

Ablaufverbesserung und Kundennutzen

Geschäftsfeldentwicklung und Digitalisierung

Die AWB hat im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie auch in diesem Berichtsjahr zahlreiche interne Maßnahmen und externe Aktivitäten durchgeführt, um Prozesse zu optimieren und den Aufwand zu minimieren. Ein wesentlicher Fokus lag dabei auf der Verbesserung des aktuell genutzten ERP-Systems sowie der Einführung eines neuen CRM-Systems. Dabei ist noch offen, ob das aktuell genutzte ERP-System überarbeitet oder gegen ein anderes System ausgetauscht wird. Darüber hinaus plant die AWB die Einführung eines Webshops, der sowohl Bürgern als auch Gewerbetreibenden die Produkte und Dienstleistungen der AWB noch einfacher und schneller zugänglich machen soll. 

Die Stadt Köln und die AWB haben im Berichtsjahr in enger Partnerschaft den Aufbau eines digitalen Reinigungskatasters fortgeführt. Der automatische Austausch und Abgleich von Geodaten mit der Stadt Köln soll Reinigungszuständigkeiten zukünftig in einer einheitlichen Struktur visuell darstellen. Zudem soll es künftig keine Flächen ohne Zuständigkeits- und Reinigungsverantwortung mehr geben. Das Pilotprojekt „Erweitertes Domumfeld“ wurde erfolgreich abgeschlossen. Weitere Meilensteine für das Projekt „Reinigungskataster – Übriges Köln“ wurden im Berichtsjahr definiert und werden in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt.

Kundenkontakte im Service-Center

Das Service-Center verzeichnete im Berichtsjahr rund 530.000 Kundenkontakte, das sind 46 % mehr als im Vorjahr. Das Wachstum ist insbesondere auf die Monate des ersten coronabedingten Lockdowns zurückzuführen. Die Anzahl der Gesamtkontakte teilt sich nahezu paritätisch in 257.000 telefonische und 274.000 Online-Kontakte. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Online-Kontakte um 47 % und die telefonischen Kontakte um 45 % gestiegen. 

Digitaler Abfallkalender

Zukünftig erscheint der Abfall- und Wertstoffkalender der Stadt Köln in digitaler Form. Mit Blick auf den Umwelt- und Klimaschutz veröffentlicht die AWB dann alle Informationen rund um Abfallwirtschaft und Stadtreinigung auf ihrer Internetseite www.awbkoeln.de. Dort und über die AWB-App lässt sich dann auch ein personalisierter Abfuhrkalender für die individuellen Müllabfuhrtermine 2021 abrufen. Außerdem wird der Abfall- und Wertstoffkalender zusätzlich auch zum Download bereitgestellt. Bisher wurde der Kalender jeweils zum Jahresende in Papierform in die Briefkästen aller Haushalte verteilt. Mit der Umstellung leisten Stadt und AWB einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit, da wertvolle Ressourcen wie Energie, Papier, Wasser eingespart und zugleich CO2-Emissionen verringert werden.

Die AWB Köln App

Die AWB Köln App ist ein wichtiger Baustein, um die Kölnerinnen und Kölner einfach und mobil über die Abfallentsorgung zu informieren. Sie erleichtert außerdem die Kundenkommunikation und entlastet den Kundenservice. Die kostenlose App bietet beispielsweise eine automatische Erinnerung an die Abholung der Mülltonnen via Push-Nachrichten und eine Kartenfunktion mit wichtigen Entsorgungsstandorten. Zudem können Kölner Bürgerinnen und Bürger per App wilden Müll melden und unkompliziert Abholtermine für Sperrmüll, Elektro-Altgeräte und Grünschnitt vereinbaren.

Social Media

Die Social-Media-Kanäle der AWB auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube etablieren sich als fester Bestandteil der Kundenkommunikation. In ihren Beiträgen informiert die AWB die Kölnerinnen und Kölner über Neuigkeiten aus dem Unternehmen und gibt Tipps für einen nachhaltigen Alltag. Dies fördert das positive Image der AWB und sensibilisiert die Kunden für wichtige Themen. Die Zahl der Abonnenten und Fans wächst seit dem Start der Facebook-, Twitter-, Instagram- und YouTube-Accounts kontinuierlich. Insgesamt hat die AWB bei Facebook 1.846, bei Instagram 1.294 und bei Twitter 511 Follower (Stand: Januar 2021).

Pädagogische Beratungsangebote und Umweltbildungsaktionen

Die AWB bietet zu den Themen Abfallvermeidung, Wertstoffsammlung und Stadtsauberkeit in Tageseinrichtungen für Kinder sowie in Schulen und bei Erwachsenen kostenlose Beratungen, Aktionen und Führungen über einen AWB-Betriebshof an.

Bis zur Absage aller Betriebshofführungen ab dem 9. März 2020 sowie der Schließung von Tageseinrichtungen für Kinder und Schulen ab dem 16. März 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden mit diesen zielgruppenspezifischen Beratungsangeboten in rund 100 Beratungen und Aktionen sowie 43 Betriebshofführungen rund 500 Erwachsene und 1.900 Kinder erreicht.

Die AWB ist mit den Einrichtungen weiter in Kontakt geblieben und hat digitale Angebote konzipiert und umgesetzt. Sie werden neben weiteren Materialien auf der Homepage zum Download für das pädagogische Personal zur Verfügung gestellt.

Für die Schulen wurden Umweltbildungskoffer für Primar- und Sekundarstufe zur Ausleihe angeschafft. Grundschulen können einen Podcast und einen Lehrfilm einsetzen. Über die Homepage stehen den Lehrkräften Materialien zum Download zur Verfügung. Zudem hat die AWB ein Informationsheft mit Unterrichtsvorschlägen für Lehrkräfte erstellt. Daneben wurde ein Spiel entwickelt, mit dem Kinder lernen, Lebensmittel nicht zu verschwenden und Wertstoffe richtig zu trennen. Das Spiel kann künftig bei öffentlichen Aktionen und Veranstaltungen eingesetzt werden.

Leistungserbringung und Produktivität

Die Hauptleistungsbereiche der AWB – Stadtreinigung und Abfallbeseitigung – waren im Berichtsjahr von den folgenden Aufgaben geprägt. 

Leistungen der Abfallbeseitigung

Systemabfuhr (Restmüll- und Biomüllsammlung)

Im Rahmen der klassischen Systemabfuhr war die AWB zum 31. Dezember 2020 für rund 272.900 (Vorjahr rund 270.800) Entleerungen pro Woche verantwortlich. Dazu zählen auch Arzt- und Biomüllgefäße. Bis zum Ende des Berichtsjahres hat die AWB im gesamten Stadtgebiet wöchentlich rund 89.200 (Vorjahr rund 86.600) Biomüll-Entleerungen durchgeführt. Der Anschlussgrad der Bio-Tonne stieg bis Ende 2020 nochmals leicht von rund 61,6 % im Vorjahr auf rund 63,3 %. 

Dabei hat die AWB rund 244.600 t Restmüll (Vorjahr: rund 242.200 t) und ca. 41.900 t Biomüll (Vorjahr rund 39.800 t) im Kölner Stadtgebiet eingesammelt und über Straße sowie Schiene in die städtischen Entsorgungsanlagen transportiert. Daneben fielen insgesamt rund 45.700 t Sperrgut (Vorjahr rund 43.400 t) an. Davon sammelte die AWB rund 22.400 t (Vorjahr rund 20.100 t) im Rahmen des Holsystems ein.

Abfuhr Altpapier- und Wertstofftonne

Am 31. Dezember 2020 betrug die Anschlussquote für die Blaue Tonne (Papiersammlung) 89,2 % (Vorjahr 88,7 %) und für die Gelbe Tonne (Wertstofftonne) 86,1 % (Vorjahr 85,4 %). Die gesammelte und verwertete Altpapiertonnage lag rund 1.200 t unter dem Vorjahreswert. Die Sammelmengen aus den Wertstofftonnen sind hingegen leicht gestiegen.

Wertstoff-Center

In den Monaten Januar bis Dezember 2020 lieferten die Kunden insgesamt rund 20.400 t Sperrgut (Vorjahr rund 20.900 t) bei den Wertstoff-Centern an. Dabei konnte die AWB rund 9.400 t Altholz (Vorjahr rund 10.200 t) separieren.

Darüber hinaus nahmen AWB-Mitarbeiter rund 4.200 t Grünschnitt (Vorjahr rund 5.600 t) sowie rund 2.200 t Altmetall (Vorjahr rund 2.200 t) in den Wertstoff-Centern entgegen. Die ebenfalls angebotene Abgabe von Papier, Pappe und Kartonagen nutzten die Kölner mit einer Anliefermenge von rund 2.400 t (Vorjahr rund 2.700 t).

Leistungen der Stadtreinigung

Die wöchentlichen Reinigungsmeter in der satzungsgemäßen Stadtreinigung beliefen sich im Jahr 2020 auf rund 9.210 Tsd. Meter (Vorjahr rund 9.170 Tsd. Meter). Damit konnte die AWB ihre Reinigungsleistung gegenüber dem Vorjahr erneut leicht steigern. Im öffentlichen Straßenland standen zum 31. Dezember 2020 insgesamt rund 14.600 Papierkörbe (Vorjahr rund 14.450) für die Aufnahme von Kleinabfällen zur Verfügung.

Zusätzlich hat die AWB wie im Vorjahr nicht gewidmete Straßen und Straßen außerhalb geschlossener Ortslagen im Auftrag des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik gereinigt. Insgesamt handelte es sich dabei um rund 1.600 Tsd. Reinigungsmeter pro Woche. Die Stadtreinigung der AWB hat auch erneut die satzungsgemäße Reinigungsverpflichtung des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen von insgesamt rund 105 Tsd. wöchentlichen Reinigungsmetern im Jahr 2020 übernommen.

Wir haben mehr als 1.600 Grünanlagen und Spielplätze von Abfällen befreit. Dazu gehört auch die sogenannte „Picknickreinigung“. Je nach Notwendigkeit haben wir auch an Sonn- und Feiertagen insgesamt 53 besonders stark frequentierte Anlagen (Vorjahr 52) gereinigt.

Winterdienst

Im gesamten Jahr 2020 waren keine kompletten Wintereinsatztage zu verzeichnen. Die Einsätze der AWB beschränkten sich auf vereinzeltes vorbeugendes Streuen auf Brücken und in den Außenbezirken aufgrund von Glatteis- oder Reifbildung. Der Verbrauch an Streusalz fiel daher mit rund 100 t deutlich geringer aus als im Vorjahr (rund 2.300 t).

Mit der Betriebsaufnahme des neuen Standorts an der Christian-Sünner-Straße im Spätsommer 2020 konnte auch das dortige Zentrallager für Streumaterial mit insgesamt 5.000 t Streusalz, rund 50.000 l NaCl-Sole und einer Salzlöselage zur Eigenproduktion von Sole in Betrieb genommen werden.

Sonstiges

Die städtische Altkleidersammlung zählt ebenfalls zu den Aufgaben der AWB. Sie führte unter Berücksichtigung von Mehrfachleerungen im Jahr 2020 zur Entleerung von insgesamt rund 800 Sammelcontainern pro Woche.

Auch die Betreuung der öffentlichen Toilettenanlagen gehörte im Berichtsjahr wieder zum Aufgabenbereich der Stadtreinigung. Insgesamt hat die AWB ganzjährig 22 Anlagen betreut, im Sommerhalbjahr wurden zusätzlich 20 Mobiltoiletten in den Grünanlagen aufgestellt und regelmäßig gereinigt.

Leistungen der Werkstatt

Die Werkstätten am Maarweg und an der Christian-Sünner-Straße erbringen für ihre internen und externen Kunden ein breites Spektrum an Dienstleistungen. Neben Reparaturen, Wartungen, Nachrüstungen, Instandsetzungen und gesetzlichen Prüfungen gehören auch Außenmontagen, ein Hol- und Bringservice sowie Sondereinsätze und Bereitschaftsdienste dazu.

An beiden Standorten hat die AWB in den vergangenen Jahren in die Qualifikation und Entwicklung ihrer Mitarbeiter investiert. Außerdem hat die AWB neue Prüf- und Diagnosegeräte angeschafft, um das Dienstleistungsangebot auf dem neuesten Stand zu halten und den gesetzlichen Anforderungen nachzukommen.

Die Auftragsstunden summierten sich auf insgesamt rund 63.320 Stunden (Vorjahr rund 60.500 Stunden).

Die neue Werkstatt auf dem Betriebsgelände der Christian-Sünner-Straße in Kalk wurde im September 2020 eröffnet. Durch die größere Halle mit neuen Werkstatteinrichtungen sowie einem TÜV-Stützpunkt bietet sie den rechtsrheinischen Kunden nun ein breiteres Spektrum an Dienstleistungen.

Die Einführung der neuen Software für das Fuhrpark- und Werkstattmanagement ist für die zweite Jahreshälfte 2021 geplant.

Asset Management – optimale Nutzung von Gebäuden, Fahrzeugen und Geräten

Beim Gebäudemanagement stand neben der laufenden Betreuung des Gebäudebestandes die Verlegung des Betriebshofes Gießener Straße auf der Tagesordnung. Das Grundstück Gießener Straße wurde bereits im September 2016 verkauft. Der Besitzübergang an die BLB steht noch aus und soll planmäßig Ende Februar 2021 stattfinden. In Köln-Kalk hat die AWB ein Ersatzgrundstück in der Christian-Sünner-Straße erworben. Die Fertigstellung des neuen Betriebshofes war für den Herbst 2020 geplant und wurde termingerecht umgesetzt. Seit Mitte September 2020 sind dort die vorgesehenen Betriebs- und Verwaltungseinheiten für die AWB im Einsatz. 

In den vergangenen Jahren sind sämtliche Standorte an die Grenzen ihrer Kapazitäten gestoßen. Neben dem Bau des neuen Betriebshofes Christian-Sünner-Straße überarbeitet die AWB daher auch die Nutzungskonzepte für die anderen bestehenden Standorte.

Zur Ausweitung der Kapazitäten hat die AWB Ende des Jahres 2019 ein weiteres Betriebsgelände an der Robert-Perthel-Straße erworben, das bis Ende 2020 in das Eigentum der AWB übergegangen ist. Dieses kann die AWB jedoch voraussichtlich erst ab Anfang 2022 nutzen, wenn die Übergabe durch den Verkäufer abgeschlossen ist und alle erforderlichen Umbaumaßnahmen durchgeführt wurden.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie hat die AWB-Fahrschule den Schulbetrieb vom 17. März bis zum 24. April 2020 eingestellt. Danach wurden praktische Fahrstunden unter Einhaltung strenger Schutzmaßnahmen durchgeführt. Der theoretische Unterricht hat stattgefunden, die Teilnehmerzahl wurde jedoch durch die Abstandsregeln unter Beachtung der Raumgröße deutlich reduziert. Ab Mitte Dezember wurden die geplanten Modulschulungen aufgrund der Corona-Pandemie erneut eingestellt.

Dennoch ist die Zahl der praktischen LKW-Führerscheinausbildungen sowohl für interne als auch städtische Fahrschüler im Berichtsjahr deutlich gestiegen: von 103 Ausbildungen im Jahr 2019 auf 120 Ausbildungen. Die Teilnehmerzahl an den Modulschulungen ging jedoch deutlich um rund 61 % zurück. Wegen geringerer Nachfrage seitens der Stadt Köln veranstaltete die AWB auch weniger Schulungen zu den Themen „Ersterwerb“ (-10 %) und „allgemeine Weiterbildung der Berufskraftfahrer“ (-37 %).

Im Berichtsjahr wurden für die AWB insgesamt 120 Fahrzeuge und Geräte beschafft. Davon erhielt die Abteilung Abfallwirtschaft elf Abfallsammelfahrzeuge, ein Schadstoffmobil, drei PKW sowie weitere Anhänger und Geräte. Für die Abteilung Stadtreinigung kamen insgesamt 67 Fahrzeuge und Geräte zum Einsatz. Dazu zählen sieben Kehrmaschinen in verschiedenen Größen inklusive Winterdienstausstattung, vier Wechselfahrgestelle, ein Spezialfahrzeug mit einem Hochdruck-Heißwasserreinigungsaufbau, vier Anhänger, ein E-Radlader und weitere 18 Elektro-Geräte. Der Verwaltungsbereich erhielt insgesamt 14 Fahrzeuge, davon zwölf mit Elektro- oder Hybridantrieb.

Im Jahr 2020 hat die AWB ihren Fuhrpark weiter konsequent nachhaltig ausgerichtet. Der Schwerpunkt lag dabei auf der CO2-Einsparung. Dies geschah vor allem durch den Austausch älterer Fahrzeuge gegen neue, umweltfreundlichere Wagen sowie den Entschluss, einen Großteil der PKW-Flotte Schritt für Schritt auf Elektroantrieb umzustellen. Auch im Bereich der Kleingeräte hat die AWB die Beschaffung von Fahrzeugen und Geräten mit Elektroantrieb weiter forciert. Das wird in den Ausführungen zu den neu beschafften Fahrzeugen und Geräten deutlich.

Das Thema alternative Antriebe verfolgt die AWB weiterhin mit Nachdruck und in enger Zusammenarbeit mit anderen Kommunen und Verbänden.