Energie- und Wärmewende unterstützen

Nachtaufnahme Rheinauhafen Köln, Blick auf Schokoladenmuseum, im Vordergrund das Riesenrad

Die Stadtwerke Köln und ihre Unternehmen unterstützen mit Investitionen in Energie-, Wärme-, Verkehrs- und weitere Infrastrukturen die Umsetzung der Klimaziele der Stadt Köln. Das Ziel, die mit der Energie- undWärmeversorgung verbundenen Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahren deutlich zu verringern, stellt Energieversorger, Kommune, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürger vor anspruchsvolle Aufgaben.

Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit im Blick

Als größte Energie- und Wärmeversorgerin in Köln trägt die RheinEnergieeine wesentliche Verantwortung für die Energie- und Wärmeversorgung der Stadt. Das Unternehmen unterstützt das Ziel der Stadt Köln, klimaneutral zu werden, und treibt die Dekarbonisierung der Energieversorgung in Köln voran. Dafür investiert es umfassend in den Umbau der Strom- und Wärmeversorgung.

Bereits 2022 stellte die RheinEnergie die Stromlieferungenan Haushalts-, Gewerbekundinnen und -kunden auf zertifizierten Ökostrom um. Der TÜV Rheinland bestätigt, dass die den Herkunftsnachweisen zugrunde liegende Strommenge vollständig aus Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien,insbesondere aus Wind-, Solar- und Wasserkraft stammt.

Um ihre Dekarbonisierungsziele zu erreichen, engagiert sich die RheinEnergie seit Jahren für den Umbau ihrer Energieinfrastruktur. Die Herausforderungen sind auch deswegen so hoch, da Strom aus Wind und Sonne nicht jederzeit gleichmäßig zur Verfügung steht und Wärme vor allem in der kalten Jahreszeit benötigt wird. Gleichzeitig sollen Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit erhalten bleiben. Daher kombiniert die RheinEnergie verschiedene Maßnahmen: Sie investiert in den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung, in denAusbau der Fernwärme, in (Groß-)Wärmepumpen und Speicher, in die Modernisierung bestehender Anlagen sowie in den Ausbau von Strom- und Wärmenetzen. Gemeinsam mit ihrer Beteiligung RheinNetz plant die RheinEnergie bis 2035 Investitionen von rund vier Milliarden Euro. Ob die RheinEnergie diesen anspruchsvollen Umbauvollständig erreichen wird, hängt zudem von externen Faktoren ab, die das Unternehmen nicht allein beeinflussen kann.

Sonne, Wind und Speicher  

Aktuell baut die RheinEnergie ihr Portfolio erneuerbarer Energien weiter aus. Ihr Ziel ist es, die Leistung ihres Erneuerbare-Energien-Anlagenparks von derzeit rund 300 MW in den kommenden Jahren auf bis zu 600 MW auszubauen.

Zu ihren Projekten gehört der Solarpark Lärz/Rechlin in Mecklenburg-Vorpommern. Die Anlage ging 2024 mit rund 32 MWp in Betrieb; diese Leistung entspricht rechnerisch dem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von rund 10.000 Haushalten. 2025 war die Anlage erstmals über ein vollständiges Kalenderjahr in Betrieb. Der Solarpark Lärz/Rechlin verfügt über ein Batteriespeichersystem mit einer Kapazität von  sieben MWh. Der Batteriespeicher kann einen Teil des erzeugten Solarstroms aufnehmen und zeitversetzt wieder in das Stromnetz einspeisen.

Auch in Köln und der Region werden weitere Vorhaben vorbereitet oder umgesetzt. Dazu gehören etwa die Freiflächen-Photovoltaikanlage in Köln-Rondorf mit rund 10,5 MWp und die erste Agri-Photovoltaikanlage der RheinEnergie in Kell am See (Rheinland-Pfalz) mit rund 4,2 MWp. Beide Anlagen sollen im Herbst 2026 in Betrieb gehen. Auf den Dächern des RheinEnergieStadions entstand im ersten Halbjahr 2026 eine Photovoltaikanlage mit 1,2 MWp.

Im Bereich Windenergie betreibt die RheinEnergie 26 Windparks mit 103 Windenergieanlagen in Deutschland. Für Köln prüft die RheinEnergie im Norden der Stadt Möglichkeiten für zwei Windparks mit bis zu 13 modernen Windenergieanlagen. Vor einer Umsetzung sind jedoch planungsrechtliche Schritte und Genehmigungen erforderlich.

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Solarpanele in einem Solarpark der RheinEnergie
Die Kraft der Sonne kann durch Photovoltaikanlagen auf Dächern effizient genutzt werden. © RheinEnergie / Patrick Reinig

Ausbau des Wärmenetzes

Fernwärme ist ein Bestandteil der Kölner Wärmeversorgung. Die RheinEnergie erzeugt sie derzeit unter anderem in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gemeinsam mit Strom. Die erzeugte Wärme wird über ein Netz mit einer Gesamtlänge von etwa 380 Kilometern zu den Verbrauchern im links- und rechtsrheinischen Köln geführt.

Der Netzausbau schreitet weiter voran: Von den rund vier Milliarden Euro, die die RheinEnergie und RheinNetz in den kommenden Jahren investieren möchten, werden 1,85 Milliarden Euro in die Infrastruktur fließen. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf dem Ausbau und der Stärkung der Netze.

Fernwärmerohre vor einem Baustellengebäude
Fernwärme ist eine tragende Säule der Kölner Wärmeversorgung. © RheinEnergie

Speicher ermöglicht eine flexible Wärmeerzeugung

Um die Heizkraftwerke an die Bedürfnisse der zukünftigen Energiewelt anzupassen, arbeitet die RheinEnergie ebenfalls daran, die Wärmeerzeugung zu flexibilisieren. Ein Meilenstein dafür ist der im April 2024 in Betrieb genommene Speicher für Fernwärmewasser aus dem benachbarten Heizkraftwerk Merheim. Dieser Speicher mit einem Fassungsvermögen von rund 3.000 Kubikmetern nimmt bei Bedarf die im HKW Merheim erzeugte Wärme auf und gibt das bis zu 95 °C heiße Heizwasser flexibel in das Fernwärmenetz in Merheim und Neubrück ab.

Dank des Fernwärmespeichers kann die RheinEnergie nun die Verbrauchsspitzen im Netz glätten und zugleich die drei Blockheizkraftwerke am Standort Merheim optimal einsetzen – das spart Brennstoff und mindert CO2-Emissionen.

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Eine Flusswasser-Wärmepumpe für Köln

Ein zentrales Projekt zur schrittweisen Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung ist die geplante Flusswasser-Wärmepumpe auf dem Gelände des Heizkraftwerks Köln-Niehl.

Diese Flusswasser-Wärmepumpe soll die Umweltenergie des Rheinwassers nutzen und eine Wärmeleistung von 150 MW liefern. Nach derzeitiger Planung soll die Anlage eine Wärmemenge bereitstellen können, die rechnerisch dem Bedarf von bis zu 50.000 Haushalten entspricht.

Ende Juli 2026 wurde der Grundstein für diese 150-MW-Anlage gelegt. Nach aktuellem Stand der Planung soll die Anlage 2028 in Betrieb gehen. Bund und Europäische Union fördern das Projekt finanziell. Die RheinEnergie prüft außerdem, ob eine weitere Großwärmepumpe am Standort Merkenich technisch und wirtschaftlich realisierbar ist.

Video zur Flusswärmepumpe der RheinEnergie
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Der Rhein als Wärmelieferant – so funktioniert die Flusswasserwärmepumpe. © RheinEnergie / Dreiform

Wasserstoff für Heizkraftwerke

Momentan werden die Gas-und-Dampfturbinen-Anlagen (GuD) der RheinEnergie noch fossil befeuert. Perspektivisch ist auch der Betrieb mit Wasserstoff möglich – auch bei bestehenden Anlagen. Das hat ein Betriebsversuch gezeigt, den die RheinEnergie gemeinsam mit der Wien Energie an einer baugleichen Anlage im Kraftwerk Donaustadt vorgenommen haben.

Dort wurde erfolgreich im laufenden Betrieb dem bislang ausschließlich verwendeten Erdgas reinen Wasserstoff beigemischt. Das ist ein bedeutender Schritt hin zu einer Wärmewende, deren Ziel der Verzicht auf fossile Brennstoffe ist.