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Stadtwerke Köln GmbH

Geschäftsbericht 2017

Geschäftsverlauf, wirtschaftliche Lage und Ertragslage

Gesamtwirt­schaftliche Rahmenbedingungen

Die konjunkturelle Lage in Deutschland war 2017 durch ein kräftiges Wirtschaftswachstum gekennzeichnet. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,2 % höher als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist damit das achte Jahr in Folge gewachsen. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich das Tempo nochmals erhöht: 2016 war das BIP bereits deutlich um 1,9 % gestiegen, 2015 hatte die Steigerung 1,7 % betragen. Positive Wachstumsimpulse kamen im vergangenen Jahr primär aus dem Inland: So legten die Bruttoanlageinvestitionen im Vorjahresvergleich überdurchschnittlich zu (+3,3 %). Die privaten Konsumausgaben stiegen 2017 um 1,9 %, die des Staates um 1,6 %. 

Die Verbraucherpreise in Deutschland erhöhten sich 2017 im Jahresdurchschnitt gegenüber 2016 um 1,8 % und damit stärker als in den letzten vier Jahren: Von 2014 bis 2016 hatte die Inflationsrate sogar jeweils unterhalb von einem Prozent gelegen. Für den deutlichen Anstieg im vergangenen Jahr waren maßgeblich die Energiepreise verantwortlich: Nach Rückgängen in den letzten drei Jahren erhöhten sie sich 2017 gegenüber dem Vorjahr um 3,1 %. Auch die Preise für Nahrungsmittel stiegen 2017 spürbar um 3,0 % gegenüber 2016.

Im vierten Quartal 2017 waren nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes rund 44,7 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Damit präsentierte sich der Arbeitsmarkt auch zum Jahresende 2017 in robuster Verfassung. Gegenüber dem Vorjahresquartal nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 1,5 % (+642.000 Personen) zu. Die Arbeitslosenquote ging nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit auf 5,7 % zurück (Vorjahr 6,1 %). In NRW lag die Quote mit 7,4 % höher, ging aber ebenfalls gegenüber dem Vorjahr (7,7 %) zurück.

Energie und Wasser

Energiepolitische Rahmenbedingungen

Im Jahr 2017 standen die Beratungen im Europäischen Parlament und im Energieministerrat zu den Bestandteilen des europäischen Legislativpakets „Saubere Energie für alle Europäer“ im Mittelpunkt. Das auch „Winter-Paket“ genannte Richtlinienprogramm umfasst unter anderem eine Revision der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie, der Energieeffizienz-Richtlinie und der Gebäude-Energieeffizienz-Richtlinie. 

Mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie haben sich die Energieminister das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mindestens 27 % des Gesamtenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Bei der Energieeffizienz-Richtlinie einigten sich die Energieminister bereits im Juni 2017 auf eine gemeinsame Verhandlungsposition, das Europäische Parlament wird jedoch erst 2018 über eine gemeinsame Position abstimmen. Gleiches gilt für die übrigen Dossiers des „Saubere Energie Pakets“. Am weitesten fortgeschritten ist das Rechtssetzungsverfahren zur Gebäude-Energieeffizienz-Richtlinie, bei dem Euro­päische Kommission, Europäisches Parlament und Europäischer Rat im Rahmen von Verhandlungen am 19. Dezember 2017 eine politische Einigung erzielt haben. Der Richtlinienvorschlag soll den Ausbau einer intelligenten Ladeinfrastruktur für Elektromobilität im Gebäudesektor voranbringen. 

Auf nationaler Ebene ist Anfang 2017 eine Korrekturnovelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Kraft getreten. Sie setzt die mit der EU-Kommission ausgehandelten beihilferechtlichen Vorgaben für die Genehmigung des KWKG 2016 und den Umgang mit dem Eigenverbrauch aus Bestandsanlagen im EEG um. Demnach wird die KWK-Förderung künftig für Anlagen zwischen 1 bis 50 MW sowie für „innovative KWK-Systeme“ ausgeschrieben. Ferner wurden die Regelungen für die Eigenversorgung aus Bestandsanlagen, die vor August 2014 in Betrieb genommen wurden und die eine Befreiung von der EEG-Umlage vorsehen, fortgeschrieben.

Die neue nordrhein-westfälische Landesregierung hat am 12. September 2017 eine Novelle des NRW-Windenergieerlasses in Auftrag gegeben. Ihr Ziel ist es, die kommunale Planungshoheit zu stärken und Anwohner, Landschaft und Natur angemessen zu schützen. In diesem Zusammenhang hat das Landesparlament am 13. September 2017 einen Antrag der Regierungsfraktionen CDU und FDP beschlossen, wonach sich die Landesregierung gegenüber dem Bund konsequent für die Abschaffung der baurechtlichen Privilegierung von Windenergieanlagen einsetzen soll. 

Energiemarkt

Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um 0,8 % auf 461,5 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) gestiegen. Dafür ist vor allem die positive Konjunkturentwicklung verantwortlich.

Der Erdgasverbrauch stieg aufgrund der vergleichsweise kühlen Witterung in einzelnen Monaten des Jahres um 5,2 %. Der Mineralölverbrauch (+3,0 %) und die Einspeisung aus erneuerbaren Energien (+6,1 %) lagen ebenfalls höher als im Vorjahr. Zurückgegangen sind demgegenüber erneut die Verbräuche bei Steinkohle (-10,4 %), Kernenergie (-10,3 %) und Braunkohle (-0,6 %).

Bedingt durch die Förderdrosselung der OPEC stiegen die Ölnotierungen an der britischen Intercontinental Exchange im Jahresverlauf auf einen Jahreshöchstwert von mehr als 67 US-Dollar/Barrel an. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die desolate finanzielle Lage Venezuelas wirkten sich dabei besonders belastend auf den Ölmarkt aus. 

Der durchschnittliche Kraftwerkssteinkohlepreis notiert laut vorläufiger Indikationen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für 2017 mit 93,00 €/t SKE deutlich über dem Vorjahrespreis. Insbesondere die starke asiatische Nachfrage ließ die Weltmarktpreise stark ansteigen.

Die Gaspreise für den Frontjahreskontrakt an gängigen Handelsmärkten bewegten sich im Jahresverlauf auf stabilem Niveau zwischen 16 und 18 €/Megawattstunde (€/MWh). 

Im Zuge steigender Brennstoffpreise konnte sich der Strompreis von seinem Jahrestief bei 28,01 €/MWh (Baseload) sukzessiv erholen. Wie im Vorjahr bewirkte die überraschende Verlängerung der Revisionslaufzeiten französischer Kernkraftwerke an der Leipziger Energiebörse EEX einen Anstieg des Preises des Frontjahresprodukts auf ein Jahreshoch von 38,24 €/MWh. Bis zum Jahresende blieb dieser Preis im Wesentlichen konstant (37,72 €/MWh).

Der Markt für Emissionszertifikate war geprägt von Unsicherheiten bezüglich preisstützender Effekte durch die Marktstabilitätsreserve, die dem Markt ab 2019 – abhängig von der Höhe des Überschusses – entweder Zertifikate entziehen oder aber neue zuführen wird. Im Anschluss an die im November nach neunmonatigen Verhandlungen in Brüssel erfolgte Verabschiedung der Reform des europäischen Emissionshandels stabilisierten sich die Zertifikatepreise an der britischen Intercontinental Exchange oberhalb von 7 € je Tonne CO2-Äquivalent.

Geschäftsverlauf

Strom- und Wärmeerzeugung

Die elektrische Netzeinspeisung der Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) der RheinEnergie lag 2017 bei 4.645 GWh und damit um 2,8 % höher als im Vorjahr. Der Anteil der ins Netz eingespeisten und geförderten KWK-Strommenge betrug 38,8 %, eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (33,5 %). Die Fernwärmeerzeugung ging gegenüber dem Vorjahr um 1,2 % auf 1.471 GWh zurück.  

Wettbewerb, Absatz und Preise

Im Wesentlichen bedingt durch die leicht höhere Durchschnittstemperatur, den intensiven Preiswett­bewerb sowie den geringeren Absatz einiger Großkunden waren die Absatzmengen der Wärmeenergie­träger (Wärmestromprodukte, Erdgas, Fern-/Nahwärme) 2017 insgesamt rückläufig. Der Erdgas­absatz der RheinEnergie sank gegenüber dem Vorjahr um 9,4 %. Beim Verkauf von Fernwärme an Sondervertragskunden verzeichnete die RheinEnergie gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 3,1 %. Netz­erweiterungen und der Zubau neuer Anschlüsse konnten den negativen Temperatureffekt teilweise kompensieren.

Der Stromabsatz der RheinEnergie an Vertriebskunden stieg 2017 gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 3,1 % an, da das Geschäft mit Sonderkunden weiter deutlich ausgebaut wurde (+4,6 %). Demgegenüber war im Bereich der Privat- und kleinen Gewerbekunden ein Rückgang zu verzeichnen. Dieser ist außer auf den nach wie vor starken Wettbewerb auch auf die sinkenden Stromverbräuche der Kunden infolge des Einsatzes energieeffizienterer Geräte und eines geänderten Verbrauchsverhaltens zurückzuführen. 

Mit dem Geschäftsfeld Energiedienstleistungen/Nahwärme bietet die RheinEnergie umfassende und individuelle Contracting-Lösungen für KWK-, Wärme-, Kälte-, Licht-, Photovoltaik-, Druckluft- oder Dampfanlagen an. Neben der Erstellung von Einzelobjekten steht besonders die Optimierung von Quartieren im Fokus. Trotz des negativen Temperatureffektes konnte das Absatzniveau des Vorjahres in etwa gehalten werden – ein Beleg für die erfolgreiche Entwicklung dieses Geschäftsfeldes.

Der Strompreis für die Privat- und kleineren Gewerbekunden der RheinEnergie blieb 2017 unverändert. Beim Erdgaspreis folgte die RheinEnergie den Marktentwicklungen und senkte ihre Preise zum zweiten Mal in Folge. Da die Fernwärmearbeitspreise mit einem zeitlichen Versatz an die Entwicklung der Erdgaspreise sowie weiterer Indizes gekoppelt sind, erhöhten sich die Grund- und Arbeitspreise zum 1. April 2017 und zum 1. Oktober 2017.

Der TÜV Rheinland hat den Kundenservice der RheinEnergie zum wiederholten Male ausgezeichnet. Er hatte für seine Umfrage 500 Privatkunden zufällig ausgesucht und telefonisch befragt. Die RheinEnergie erhielt zudem eine Auszeichnung im Wettbewerb „TOP-Lokalversorger“ des Online-Verbraucherportals www.energieverbraucherportal.de.

Wasserwirtschaft und -absatz

Der Wasserabsatz der RheinEnergie ist im vergangenen Jahr in etwa konstant geblieben. Die Wasserpreise veränderten sich nicht; allerdings hat die RheinEnergie eine neue Tarifstruktur für den Wasserpreis entwickelt, die dem insgesamt rückläufigen Durchschnittsverbrauch der vergangenen Jahre bei gleichbleibender Abgabespitze besser gerecht werden soll und seit dem 1. Januar 2018 gilt. 

Netzwirtschaft

Im Berichtsjahr hat die RheinEnergie ihr Fernwärmenetz im rechtsrheinischen Köln weiter ausgebaut. Im Frühjahr wurde mit dem Bau einer insgesamt 1,2 km langen Trasse im nördlichen Mülheim begonnen. Im September wurde nach zweijähriger Bauzeit das neue Umspannwerk Springborn in Köln-Mülheim eingeweiht. 

Konzessionen

Die bislang von der RheinEnergie gehaltene Gaskonzession für das Gebiet der Stadt Rösrath wurde 2015 an einen neuen Konzessionär vergeben. Nachdem die Verhandlungen über die Netzübernahme nicht zu einem einvernehmlichen Abschluss gebracht werden konnten, hat die RheinEnergie im Berichtsjahr wegen erheblicher Bedenken gegen die Vergabeentscheidung deren gerichtliche Überprüfung angestrengt. Ebenso hat der neue Konzessionär gerichtlich die Netzherausgabe geltend gemacht. In beiden Fällen stehen noch rechtskräftige Entscheidungen aus.

Beteiligungen

Mit ihren Mehrheits- und Minderheitspositionen ist die RheinEnergie strategischer Partner der Kommunen. 

Ende des Jahres 2017 unterzeichneten die Stadtwerke Burscheid GmbH und die BELKAW GmbH Verträge für eine weitergehende Kooperation. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2018 hat die Stadtwerke Burscheid GmbH das Gasgeschäft auf die BELKAW GmbH übertragen und im Gegenzug eine weitere stille Beteiligung an der BELKAW GmbH erlangt.

Die RheinEnergie ist neuer strategischer Energiepartner der Stadt Pulheim und Mitgesellschafter der Stadtwerke Pulheim GmbH. Sie hat Ende 2017 49 % der Anteile übernommen, die bisher die BS|ENERGY Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG und die Veolia Deutschland GmbH gehalten hatten. 

Weiterhin hat die RheinEnergie am 26. September 2017 gemeinsam mit einer Wohnungsbaugesellschaft die cowelio GmbH gegründet und mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2017 49 % der Gesellschaftsanteile an der Stromkontor Rostock Port GmbH erworben. Die Gesellschaft betreibt deutschlandweit 15 Energienetze für Industrie- und Gewerbegebiete sowie damit zusammenhängende technische Einrichtungen und Erzeugungsanlagen. 

Die RheinEnergie ist mit 87,8 % an der RheinEnergie Express GmbH beteiligt, die jenseits des Kerngebietes der RheinEnergie deutschlandweit Strom- und Erdgasprodukte anbietet. Zum Jahresende 2017 belieferte die RheinEnergie Express GmbH rund 49.000 Haushalts- und Gewerbekunden.

Öffentlicher Personen­nahverkehr

ÖPNV-Entwicklung in Deutschland und im Verkehrsverbund Rhein-Sieg

2017 sind die Fahrgastzahlen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erneut gestiegen: Rund 10,3 Mrd. Kunden waren mit Bussen und Bahnen unterwegs – eine Steigerung von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr – und sorgten im zwanzigsten Jahr hintereinander für einen Fahrgastrekord bei den Mitgliedsunternehmen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Die Fahrpreise im ÖPNV sind im vergangenen Jahr moderat um 1,8 % gestiegen. Ihre Entwicklung liegt damit im Rahmen der allgemeinen Inflationsrate. 

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) verzeichnete in seinem Tarifgebiet einen Zuwachs von 1,6 Mio. Fahrgästen beziehungsweise 0,3 %. Die Fahrgelderlöse der VRS-Unternehmen verbesserten sich um 9,0 Mio. € oder 1,4 % auf 672,4 Mio. €.

Geschäftsverlauf

Fahrgastzahlen bei der KVB

Die positive Entwicklung bei den Fahrgastzahlen der letzten Jahre setzte sich auch bei der KVB fort. Für 280,6 Mio. Fahrten wurden die Busse und Bahnen der KVB genutzt, ein Plus von 2,9 Mio. Fahrten beziehungsweise +1,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der ZeitTickets für Erwachsene stieg dabei um 1,8 Mio. (+1,3 %) überdurchschnittlich stark an. Rückgänge im klassischen Bartarif wurden durch einen starken Zuwachs bei den HandyTickets kompensiert. Während die Zahl der Fahrgäste im entgeltlichen Linienverkehr insgesamt um 3,3 Mio. Fahrgäste zunahm, sank die Zahl der Fahrgäste des übrigen Verkehrs um 0,4 Mio. Die Schwarzfahrerquote betrug unverändert 2,0 %.

Betrauung durch den Rat der Stadt Köln

Der Rat der Stadt Köln hat die KVB im Dezember 2005 auf Basis der vom EuGH aufgestellten Kriterien mit der Erfüllung gemeinwirtschaftlicher Verpflichtungen im Rahmen der Durchführung des ÖPNV betraut und diese Betrauung mit dem Ratsbeschluss vom 24. Juni 2008 bis Ende 2019 verlängert. Hinsichtlich der im jährlichen Lagebericht geforderten Tendenzaussage zur Einhaltung des maximal zulässigen Ausgleichsbetrages ist festzustellen, dass die in der Betrauungsregelung vorgegebenen Soll-Werte für das Jahr 2017 eingehalten werden.

Nord-Süd Stadtbahn – Ursachenforschung am Waidmarkt

Die Ursache für die Havarie am Waidmarkt, die zum Einsturz des Historischen Stadtarchivs führte, wird weiterhin untersucht. Als Auslöser für die Katastrophe wird ein Loch in der Schlitzwand, die die Baugrube des dort vorgesehenen Gleiswechselbauwerks umgibt, vermutet. Um dies zweifelsfrei feststellen zu können, wird auf Antrag der KVB vom 9. April 2009 ein Beweissicherungsverfahren seitens des Landgerichts Köln durchgeführt. Im Sommer 2017 hat der gerichtlich bestellte Sachverständige eine Erweiterung seines Untersuchungsprogramms angekündigt. Durch diese zusätzlichen Maßnahmen wird sich die Beweiserkundung voraussichtlich bis deutlich ins Jahr 2019 erstrecken. Nach Abschluss der Beweissicherung schließen sich die Verfüllung der Besichtigungsbaugrube sowie die Sanierung und Fertigstellung des Gleiswechselbauwerkes an. Diese Arbeiten werden voraussichtlich vier bis fünf Jahre dauern. Der Sanierungsvereinbarung mit der ARGE Los Süd vom Dezember 2017 hat die KVB im Januar 2018 zugestimmt.  

Die Staatsanwaltschaft Köln hat am 15. Mai 2017 Anklage gegen sieben Personen erhoben, die beschuldigt werden, eine Mitschuld am Einsturz des Stadtarchivs und zweier angrenzender Wohnhäuser am 3. März 2009 zu tragen. Darunter befinden sich auch zwei Mitarbeiter der Kölner Verkehrs-Betriebe AG. Die KVB respektiert die rechtsstaatliche Unschuldsvermutung. Sie gilt so lange, bis eine Schuld oder Mitschuld gerichtlich festgestellt ist. Die betroffenen Mitarbeiter erhalten die erforderliche und mögliche Unterstützung.

Hafenumschlag und Güterverkehr

Branchenbezogene Entwicklung

Das Verkehrsaufkommen im Eisenbahngüterverkehr ist – so die statistischen Auswertungen von Destatis – im Zeitraum Januar bis November 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bezogen auf die transportierten Güter in Tonnen um rund 3,2 % zurückgegangen. Der größte Rückgang ist in den Gütergruppen Erze, Steine und Erden sowie sonstige Bergbauerzeugnisse zu verzeichnen. Hier wurden von Januar bis November 2017 14,2 % weniger als im gleichen Zeitraum 2016 transportiert.

Der Güterumschlag ist in den NRW-Häfen im Zeitraum Januar 2017 bis Juli 2017 um 1,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Der Containerumschlag ist im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,0 % auf rund 590.000 TEU angestiegen, wobei die in Containern beförderte Tonnage um 1,6 % sank.

Geschäftsverlauf

Infrastruktur und Serviceleistungen

Dem Bereich Netz der HGK obliegt die Vorhaltung und Vermarktung der HGK-Eisenbahninfrastruktur und der damit in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen und Geschäftstätigkeiten. Die Mitarbeiter erbringen zusätzlich verschiedene Services und Leistungen für Dritte, so zum Beispiel in der Instandhaltung von Infrastrukturanlagen bei Gleisanschließern, als Betriebsleiter oder als eisenbahntechnische Berater. Die Nutzung der HGK-Infrastruktur für den Betrieb der Stadtbahnlinien 7, 16, 17 und 18 durch die KVB ist durch einen Mitbenutzungsvertrag geregelt. Die elektrische Energie für den Betrieb der Stadtbahnlinien liefert die RheinEnergie unter Berücksichtigung der Auswirkungen des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien unmittelbar an die KVB.

Mit ihrer Lok- und Wagenwerkstatt erbringt die HGK Instandhaltungsleistungen. In der Lok- und Wagenwerkstatt wurden im vergangenen Jahr 2.222 Aufträge bearbeitet, davon 1.793 in der Lokwerkstatt. Größter Kunde ist die RheinCargo mit 88 % der Instandhaltungsleistungen. An der Radsatzdrehbank in der Lokwerkstatt konnten 2017 infolge von Reparaturausfällen nur 138 Fahrzeuge (Vorjahr 168) bearbeitet werden.

Hafenerweiterung Köln-Godorf

Die HGK investiert in ein Güterterminal im Kölner Norden und beabsichtigt die Erweiterung des Hafens Köln-Godorf um ein viertes Hafenbecken. Die Erweiterung ist von verlässlichen politischen Entscheidungen und der Erteilung weiterer behördlicher Genehmigungen abhängig. Durch die Investitionen in Terminals und Hafenanlagen sieht die HGK die Chance, vom wachsenden Umschlagvolumen, insbesondere im Containerbereich, zu profitieren. Wegen der erforderlichen Genehmigungsverfahren ist mit der Fertigstellung der Hafenerweiterung nicht vor 2025 zu rechnen.

Operatives Geschäft

Das Gesamtgütervolumen der RheinCargo aus Bahntransporten, Hafenlogistik und landseitigen Umschlägen betrug im vergangenen Jahr 47,2 Mio. t (Vorjahr 50,4 Mio. t). Im Eisenbahngüterverkehr nahm das Transportvolumen um 3,47 Mio. t beziehungsweise 15,5 % ab und erreichte 18,9 Mio. t. In den Häfen der RheinCargo wurden knapp 28 Mio. t Güter umgeschlagen, 4,4 % mehr als 2016. Von der Gesamtmenge entfielen 18,5 Mio. t auf den wasserseitigen Umschlag (+4,5 % gegenüber dem Vorjahr). 

Die HTAG verzeichnete beim Transportaufkommen einen Rückgang um 5,4 % auf 9,9 Mio. t. Die Transportleistung lag mit 4,1 Mio. tkm auf dem Niveau des Vorjahres. Während der Kohleumschlag um 1,4 Mio. t (-19,2 %) nachgab, war bei Erzen und Erzabfällen, Eisen- und Metallerzeugnissen, Getreide und sonstigen Transportgütern ein erheblicher Zuwachs zu verzeichnen, der jedoch insgesamt die Rückgänge im Kohlebereich nicht ausgleichen konnte. Die Umschlagsleistung der HTAG sank gegenüber dem Vorjahr um 9,5 % auf 2,35 Mio. t. Den größten Anteil daran hatte mit rund 228 Tsd. t der Rückgang des Kohleumschlags. Auch der Umschlag von Baustoffen nahm weiter ab (-100 Tsd. t beziehungsweise -17,2 %), während der Umschlag von Eisen und Stahl sich mit 79 Tsd. t mehr als verdoppelte.

Im Zuge der Integration der Gesellschaften der NESKA-Gruppe, die Ende 2015 von Imperial Logistics International erworben worden war, erzielt die HGK zunehmend Kooperationssynergien in ihrem Kerngeschäft. Insbesondere die bestehenden zahlreichen Überschneidungen bei den operativen Tätigkeiten der NESKA-Gruppe und der RheinCargo in den regionalen Häfen können schrittweise überwunden werden. Dieses belegen auch die wesentlichen Kennzahlen aus dem Berichtsjahr: Im Bereich des konventionellen Umschlags wurden 10,7 Mio. t umgeschlagen und transportiert. Hiermit verbunden war ein nicht unerhebliches Lagergeschäft mit 1,8 Mio. t. Das von der NESKA-Gruppe umgeschlagene und transportierte Containeraufkommen betrug 2,2 Mio. TEU.

Abfallentsorgung und -verwertung

Im Geschäftsfeld der Abfallentsorgung und -verwertung sind die AWB sowie die AVG und ihre Tochtergesellschaften AVG Ressourcen GmbH (AVG Ressourcen), AVG Kompostierung GmbH (AVG Kompostierung) und AVG Service GmbH (AVG Service) tätig. 

Umfeld und Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Grenzen für den Auftritt der AWB im Wettbewerb sind durch § 107 der nordrhein-west­fälischen Gemeindeordnung und durch europäisches Recht festgelegt. Damit werden die Stadt Köln und die dazugehörenden Unternehmen strukturell Hauptauftraggeber der AWB bleiben. Zusätzliche Aufträge, zum Beispiel durch die Zusammenfassung von Reinigungsleistungen in Köln oder die Ausweitung des Servicespektrums, sind jedoch denkbar.

Das Umfeld für die AVG und ihre Beteiligungen hat sich auch 2017 positiv entwickelt. Stabile Haus- und Sperrmüllmengen sowie die durch die gute Konjunktur gestützten hohen Gewerbeabfallmengen sorgten für eine insgesamt gute Auslastung der Kapazitäten. Die weiterhin gute Wirtschaftslage ermöglichte auch für den Bereich Deponiebetrieb stabile Mengenanlieferungen an mineralischen beziehungsweise inerten Gewerbeabfällen. Sowohl bei den Annahmeentgelten für die Deponie als auch bei der Restmüllverbrennung von Gewerbeabfällen konnten Preissteigerungen durchgesetzt werden, was zu einer positiven Umsatzentwicklung beitrug.

Geschäftsverlauf

Ziel der AWB ist es, mit ihren Aktivitäten der Daseinsvorsorge und im Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung die Attraktivität der Stadt nachhaltig zu stärken. Parallel dazu konzentriert sie ihr unternehmerisches Handeln weiterhin auf eine nachhaltige Optimierung der Kosten- und Leistungsstruktur, den Ausbau des Leistungsspektrums sowie eine kontinuierliche Qualitätssteigerung ihrer Dienstleistungen. 

Die Aufgabenschwerpunkte der AVG sind der Betrieb der Restmüllverbrennungsanlage (RMVA) einschließlich der vorgeschalteten Homogenisierungsanlage, der Betrieb der Deponie Vereinigte Ville und, zusammen mit ihren Tochtergesellschaften, die Verwertung von Bio- und Grünabfällen, Aufbereitung von Altholz, Baumisch- und Gewerbeabfällen sowie die Erbringung von Instandhaltungsleistungen. 

Leistungen der Abfallbeseitigung

Im Rahmen der klassischen Systemabfuhr leerte die AWB im Jahr 2017 rund 266.500 (Vorjahr rund 263.700) Gefäße pro Woche. Hierin enthalten ist auch die Leerung von 82.500 Biomüllgefäßen. Damit ist es gelungen, den Anschlussgrad der Bio-Tonne nochmals leicht auf rund 59 % zu steigern (Vorjahr rund 58 %). Die Anschlussquote der Blauen Tonne (Papiersammlung) betrug 87,8 % (Vorjahr 87,4 %), die der Gelben Tonne (Wertstofftonne) 84,0 % (Vorjahr 83,4 %).

Insgesamt hat die AWB im Kölner Stadtgebiet rund 249.100 t (Vorjahr rund 251.500 t) Restmüll und ca. 48.100 t (Vorjahr rund 39.400 t) Biomüll eingesammelt. Daneben fielen insgesamt rund 41.900 t (Vorjahr rund 40.400 t) Sperrgut an, von denen die AWB rund 19.000 t (Vorjahr rund 18.700 t) im Rahmen des Holsystems einsammelte.

In den Monaten Januar bis Dezember 2017 lieferten die Kunden insgesamt rund 22.900 t Sperrgut bei den Wertstoff-Centern an (Vorjahr rund 21.700 t).

Leistungen der Stadtreinigung

Die wöchentlichen Reinigungsmeter in der satzungsgemäßen Stadtreinigung erhöhten sich 2017 auf rund 8.840 Tsd. m (Vorjahr rund 8.760 Tsd. m). Annähernd 1.600 Grünanlagen und Spielplätze wurden von Abfällen befreit. Dies beinhaltete die sogenannte „Picknickreinigung“, bei der bei Bedarf auch an Sonn- und Feiertagen in insgesamt 49 (Vorjahr 42) besonders stark frequentierten Anlagen Reinigungsarbeiten durchgeführt wurden.

Sowohl im Januar als auch im Dezember des Jahres kam es zu einer Vielzahl von Winterdienst-Einsätzen. In den übrigen Wintermonaten beschränkten sich die Einsätze im Wesentlichen auf Kontrollfahrten und vorbeugende Streuungen der Rheinbrücken und in den Außenbezirken der Stadt. Insgesamt mussten zur Glättebeseitigung rund 2.900 t Streusalz ausgebracht werden (Vorjahr rund 380 t).

Zum Aufgabengebiet der Stadtreinigung gehört auch die Betreuung der öffentlichen Toilettenanlagen. Die Anzahl der neuen City-Toiletten wurde im Berichtsjahr auf insgesamt sieben ausgeweitet. Dadurch stieg die Gesamtnutzerzahl im Vergleich zum Vorjahr von rund 1,0 Mio. deutlich auf 1,2 Mio. Nutzer an. Wie schon im letzten Jahr wurden auch im Sommerhalbjahr 2017 wieder 14 Mobiltoiletten in den Grünanlagen aufgestellt, bedarfsgerecht entsorgt und gereinigt.

Restmüllverbrennungsanlage (RMVA)

Unter Berücksichtigung der notwendigen Stillstandszeiten durch Revisionen an allen vier Verbrennungslinien und der Bestandsturbine erreichte die RMVA wiederum eine hohe Verfügbarkeit, sodass in der Anlage rund 709.000 t Abfälle (Vorjahr rund 740.000 t) verbrannt werden konnten. Die dabei gewonnene Wärme wurde dazu genutzt, 327.075 MWh Strom (Vorjahr 386.295 MWh) und 254.034 MWh Ferndampf (Vorjahr 268.500 MWh) zu erzeugen.

Im Berichtsjahr hat die AVG den Bau ihres zweiten Energieteils mit einer Leistung von 30 MW als Redundanz zur Bestandsturbine der RMVA abgeschlossen. Damit kann nun einerseits das Schadenpotenzial bei ungeplanten Stillständen der Bestandsturbine verringert und können andererseits starke Entgeltsprünge bei den planmäßigen Revisionen vermieden werden. 

Die Emissionsdaten der RMVA lagen im Jahr 2017 wieder deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben sowie unter den strengeren Genehmigungswerten. Die Veröffentlichung dieser Daten erfolgte im Februar 2018 in den Kölner Tageszeitungen sowie auf der Homepage der AVG Köln.

Deponie Vereinigte Ville

Die Deponie ist Eigentum der Stadt Köln, wird aber seit 1998 durch die AVG Köln betrieben. Auch 2017 wurden auf der Deponie Vereinigte Ville ganzjährig mineralische beziehungsweise inerte Abfälle verwertet und beseitigt. Die dabei verarbeitete Menge lag mit rund 410.000 t unter dem Vorjahreswert (rund 440.000 t), jedoch ca. 10.000 t über dem geplanten Wert. Das noch nutzbare Restvolumen der Deponie Vereinigte Ville betrug zum Jahresende 2017 ca. 2,5 Mio. m³. Die Überplanung des Standortes hinsichtlich des nutzbaren Volumens und der Oberflächengestaltung wurde fortgesetzt.

Die zu behandelnde Sickerwassermenge sank 2017 einschließlich der Konzentrate aus den Umkehr­osmoseanlagen leicht auf rund 165.000 m³ (Vorjahr rund 170.000 m³).

Insgesamt wurden 12,1 Mio. m³ Deponiegas gefasst (rund 2 % mehr als im Vorjahr) und 11,9 Mio. m³ in dem von der AVG betriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW) mit drei Motoren verstromt.

Kompostierung 

Die AVG Kompostierung hat 2017 rund 102.000 t Bio- und Grünabfälle (Vorjahr rund 100.000 t) in der Kompostierungsanlage verarbeitet und war erneut gut ausgelastet. Die Abfälle aus der Biotonne der Stadt Köln erreichten dabei seit Beginn der Bioabfallsammlung mit rund 39.800 t (Vorjahr rund 39.400 t) erneut einen Höchstwert. Hierzu beigetragen hat unter anderem die Zahl der im Stadtgebiet von der AWB aufgestellten Bioabfallbehälter, die sich um weitere rund 2.000 auf jetzt rund 82.000 erhöht hat. Um neben der stofflichen auch eine energetische Verwendung der Bioabfälle zu ermöglichen, hat die AVG 2017 mit dem Bau einer Vergärungsanlage begonnen.

Behandlung und Verwertung von Altholz, Baumisch- und Gewerbeabfällen

Die AVG Ressourcen hat im Berichtsjahr an ihren beiden Standorten insgesamt rund 354.000 t (Vorjahr rund 341.000 t) Abfälle verarbeitet. Die gegenüber dem Vorjahr gestiegene Menge verteilt sich auf alle Abfallgruppen (Gewerbeabfälle, Altholz, Sperrmüll und Bauabfälle). Die in den beiden Altholzaufbereitungsanlagen in Niehl und Heumar zu Biomassen aufbereiteten Mengen wurden zur energetischen Verwertung an verschiedene Biomassekraftwerke oder zur stofflichen Verwertung an die Holzwerkstoffindustrie geliefert.

Telekommunikation

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Aus einer Studie der Beratungsgesellschaft DIALOG CONSULT und des Branchenverbands VATM geht hervor, dass der nationale Umsatz für Telekommunikationsdienste einschließlich TV im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % auf 58,8 Mrd. € leicht gesunken ist. Ein Grund für diese Entwicklung ist die geringere Anzahl an Breitbandanschlüssen (-1,2 %).

Geschäftsverlauf

In einem nach wie vor schwierigen, dynamischen und regulierten Telekommunikationsmarktumfeld, das zudem durch intensiven Wettbewerb und hohen Preisdruck gekennzeichnet ist, konnten sich NetCologne und ihre Tochtergesellschaft NetAachen GmbH (NetAachen) 2017 gut behaupten.

Das Geschäftsjahr 2017 war im Wesentlichen durch die folgenden Besonderheiten geprägt:

  • weiterer Ausbau Glasfasernetz „Fibre to the Curb“ (FTTC) und Vectoring-Technologie
  • weiterer Glasfaserausbau in Köln
  • NetCologne: Kooperationsvertrag mit 1&1 (FTTB – Wholesale)
  • NetAachen: Kommunikationsnetz für Energieversorgungsunternehmen (EVU)

FTTC – „Fibre to the Curb“

Wie in den Vorjahren konzentrierte sich das Breitbandwachstum der NetCologne auch 2017 schwerpunktmäßig auf die FTTC-Infrastruktur (Glasfaserausbau bis zum Kabelverzweiger (KvZ)). Nachdem das bisherige Verbreitungsgebiet bereits weitestgehend mit Breitbandtechnologien versorgt und damit abgesichert werden konnte, standen 2017 überwiegend Expansionsgebiete im Fokus, die für die Zukunft zusätzliches Vertriebspotenzial darstellen. Der Glasfaserausbau erfolgte dabei sowohl in Eigenleistung als auch über Kooperationen mit Städten, kommunalen Unternehmen und Energieversorgern. 

Vectoring-Technologie

Die Vectoring-Technologie bedingt im VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line)-Frequenzbereich eine technische Exklusivität am jeweiligen KvZ und bei den damit versorgten Haushalten und Gewerbeeinheiten. NetCologne konnte sich dadurch im bisherigen Verbreitungsgebiet sehr gut gegen alle anderen Infrastrukturwettbewerber durchsetzen und die weitaus meisten Vorwahlbereiche für Vectoring sichern. Mittlerweile sind die Vorwahlbereiche im erweiterten Einzugsgebiet verteilt, und das Ende des Flächenausbaus mit FTTC-/Vectoring ist erreicht. 2017 wurden weitere 915 KvZ in Ausbaugebieten erschlossen; die letzten Projekte werden 2018 weitgehend beendet sein. Ausnahmen davon bilden lediglich der Nahbereichsausbau und punktuelle Gebiete, die zum Beispiel über Förderungen ausgebaut werden. Auch im Wirkungsgebiet der NetAachen (Aachen, Heinsberg, Düren und angrenzende Gemeinden) sind 2017 die letzten wirtschaftlich sinnvollen Projekte zum FTTC-Ausbau abgeschlossen worden. Insgesamt werden dort jetzt rund 94.000 Haushalte und Gewerbeeinheiten mit VDSL versorgt.

Weiterer Glasfaserausbau in Köln

Im Oktober 2017 hat die NetCologne „DigitalNetCologne“ vorgestellt, das Maßnahmenpaket für die Digitalisierung von Köln. Es umfasst vier Punkte: den Flächenausbau der zehn größten Gewerbegebiete mit FTTB (Glasfaser bis in die Gebäude), den Ausbau weiterer rund 100.000 Kölner Haushalte und Gewerbeeinheiten mit FTTB in den nächsten fünf Jahren, die Anbindung aller Schulen in Köln mit FTTB im Jahr 2018 sowie die Ausweitung von HOTSPOT.KOELN, dem freien WLAN-Netz von NetCologne an zentralen Plätzen der Stadt. Vorbereitende Maßnahmen für „DigitalNetCologne“ sind bereits 2017 angelaufen, der eigentliche Glasfaser-Ausbau beginnt voraussichtlich Ende 2018 oder Anfang 2019. Hierfür sind Investitionen von insgesamt rund 100 Mio. € vorgesehen.

Kooperationsvertrag mit 1&1 (FTTB Wholesale)

Um das eigene FTTB-Glasfasernetz optimal auszulasten, hat NetCologne Mitte 2017 einen Kooperationsvertrag mit 1&1 geschlossen und damit einen neuen Kunden für die Wholesale- Vermarktung gewinnen können. 1&1 wird künftig über eine gemeinsame Schnittstelle Zugang auf die FTTB-Infrastruktur von NetCologne erhalten und eigene Endkunden über das NetCologne-Glasfasernetz versorgen können. NetCologne erhält im Gegenzug ein Verbindungsentgelt von 1&1. Der Start dieser Zusammenarbeit ist für das 2. Quartal 2018 geplant. Im Anschluss daran soll eine Migration von 1&1-Bestandsanschlüssen auf das NetCologne-Glasfasernetz erfolgen.

Kommunikationsnetz für Energieversorgungsunternehmen (EVU)

NetAachen hat 2017 federführend zusammen mit regionalen EVU ein Projekt aufgesetzt mit dem Ziel, Kommunikationsdienstleistungen für Betriebszwecke der EVU zu erbringen. Als Basis für die Erbringung der Leistungen dient ein Funknetz im 450-MHz-Band. Für eine flächendeckende Nutzung im Geschäftsgebiet der NetAachen wurde eine vertragliche Vereinbarung mit der Firma 450connect GmbH über den gemeinsamen Netzaufbau geschlossen. Das neue Netz wird 2018 errichtet und in Betrieb genommen. Ein erster Vertrag über die Erbringung entsprechender Kommunikationsleistungen wurde mit einem regionalen Energienetzbetreiber geschlossen.

Sonstige Geschäftsfelder

Bäder

Die Konzerngesellschaft KölnBäder GmbH, Köln, (KölnBäder) stellt den Kölner Bürgerinnen und Bürgern mit insgesamt 13 Bädern attraktive und in den letzten Jahren umfassend sanierte und modernisierte Schwimm-, Sauna- und Fitnessangebote zur Verfügung. Im Lentpark können integrierte Eislaufbahnen und -flächen zusätzlich zum Schlittschuhlaufen und für andere Eissportaktivitäten genutzt werden. 

Die Besucherzahlen des Vorjahres wurden 2017 mit rund 2,454 Mio. Besuchern (Vorjahr rund 2,486 Mio.) in den Bereichen Bad, Sauna und Eis fast wieder erreicht. Die Freibadesaison begann für KölnBäder in den Schönwettermonaten Mai und Juni zwar mit einer hohen Anzahl an Besuchern, ließ dann aber im August witterungsbedingt deutlich nach. Über die gesamte Saison betrachtet kamen rund 60.000 Menschen weniger in die Freibäder als 2016. Dieses spiegelte sich auch in der Nutzung der öffentlichen Badelandschaft insgesamt wider, die einen Rückgang zum Vorjahr von knapp 2 % zu verzeichnen hatte. Deutlich mehr Besucher als im Vorjahr nutzten die Saunabereiche der Bäder: Gegenüber 2016 (rund 120.000) stieg die Zahl auf rund 127.300. Bäderübergreifend gab es den stärksten Anstieg der Besucherzahlen im Ossendorfbad, das von der Ende 2016 neu eröffneten Außensauna profitierte. Die Teilnehmer des Schul- und Vereinsschwimmens machten einen Anteil von rund 37 % aller Besucher aus (Vorjahr 36 %).

Sowohl das Kursprogramm als auch die Fitnessangebote (AgrippaFit, RochusFit) der KölnBäder erfreuten sich weiterhin hoher Beliebtheit. Die Kurse ermöglichen Kindern wie Erwachsenen Schwimmen zu lernen oder ihre Schwimmtechnik zu optimieren. Außerhalb der Ferienzeit nahmen Kleinkinder, Schüler und Erwachsene an insgesamt 610 quartalsweise durchgeführten Kursen teil (Vorjahr 619 Kurse). In den Fitnessbereichen stehen insgesamt rund 2.200 m2 Fläche einschließlich zeitgemäßer Geräte für sportliche und gesundheitsfördernde Trainingsangebote zur Verfügung. Diese wurden im Berichtszeitraum von rund 3.500 Mitgliedern genutzt. Kursprogramm wie Fitnessangebote erwiesen sich daher auch im abgelaufenen Geschäftsjahr als eine wichtige und stabile Einnahmequelle.

Der Kooperationsvertrag mit der Stadt Köln zur Betriebsführung der Schulschwimmbäder war am 1. September 2017 ein Jahr in Kraft. Die Bilanz ist durchweg positiv: Insgesamt acht Schulschwimmbädern sind nun fünf Bäder der KölnBäder organisatorisch als „korrespondierende Bäder“ zugeordnet, um eine juristisch einwandfreie Betriebsaufsicht zu gewährleisten.

Eine zentrale Rolle bei der Kostenkontrolle kam insbesondere der Umsetzung des Konzeptes zur Energie- und Ressourceneinsparung zu. Es wurde im Berichtsjahr erfolgreich fortgesetzt. Ein Beispiel für eine technische Optimierung im Sinne einer höheren Energieeffizienz ist der Einbau einer hocheffizienten, energiesparenden Lüftungsanlage im Genovevabad. Damit konnte die Luftqualität im Bad deutlich gesteigert und zudem Energie eingespart werden. Auch der weitere Austausch von Halogen-Beleuchtungsanlagen durch stromsparende LED-Geräte und die Installation wassersparender Armaturen in den Duschräumen generierten weitere Einsparungen.

Liegenschaften

Die Konzerngesellschaft moderne stadt Gesellschaft zur Förderung des Städtebaues und der Gemeindeentwicklung mbH, Köln, (moderne stadt) entwickelt eigene und im Konzerneigentum befindliche Liegenschaften. Dazu gehören insbesondere die Baureifmachung und Erschließung eigener Grundstücke sowie die Herstellung und der Vertrieb von Bauträgerobjekten. Die Tätigkeiten beschränkten sich auf die Stadtgebiete Köln und Rösrath. Im Geschäftsjahr 2017 standen die Weiterentwicklung des Clouth-Quartiers, ein Bauträgerprojekt in Köln-Ehrenfeld, die Revitalisierung der Innenstadt Köln-Porz und die städtebauliche Entwicklung des Deutzer Hafens im Mittelpunkt der Aktivitäten. 

Im Clouth-Quartier wurden insgesamt drei Baufelder mit 105 Wohnungen auf ca. 9.600 m2 Wohnfläche und 102 Pkw-Einstellplätzen in Tiefgaragen fertiggestellt und an die Erwerber übergeben. Neben der Durchführung eigener Hochbaumaßnahmen werden auf dem Areal in Köln-Nippes baureife und erschlossene Grundstücke durch den Verkauf an Investoren und Baugruppen verwertet – sowohl für öffentlich geförderten als auch frei finanzierten Wohnungsbau sowie nicht störendes Gewerbe. 2017 wurde ein Grundstück mit einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude an einen privaten Investor erfolgswirksam übergeben. Nach der Übertragung von Erschließungsflächen an die Stadt Köln stehen zum Bilanzstichtag noch ca. 3,0 Hektar von ursprünglich ca. 15,0 Hektar Entwicklungsflächen auf dem Areal in Köln-Nippes zur Verfügung. Der derzeitige Vermarktungshorizont des Gesamtareals endet im Jahr 2021. 

Weiterhin ist es moderne stadt gelungen, ein Bauträgerprojekt in Köln-Ehrenfeld, das neben dem Verkauf von zwei unbebauten Grundstücken die Errichtung von 51 Eigentumswohnungen mit ca. 4.900 m² vorsieht, im Berichtsjahr vollständig zu vermarkten. Darüber hinaus hat die Gesellschaft 2017 ein unbebautes Grundstück, das zur Bebauung mit einer Kindertagesstätte vorgesehen ist, erfolgswirksam übergeben. Die Vermarktung des zweiten unbebauten Grundstücks, das für eine Baugruppe vorgesehen ist, soll 2018 erfolgen.

Im Zusammenhang mit der Revitalisierung der Innenstadt von Köln-Porz erbringt moderne stadt im Auftrag des Rates der Stadt Köln Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse (DAWI). Nachdem die Gesellschaft im Vorjahr bereits vom Plangebiet erfasste Grundstücke erworben hatte, erwarb sie 2017 auch das ehemalige Kaufhausgrundstück einschließlich des Tiefgaragengrundstückes. Mit den Rückbauarbeiten der Bestandsimmobilien wurde im November 2017 begonnen. Nach derzeitigen Planungen sollen zwei Teilgrundstücke unbebaut an Investoren verkauft und auf dem verbleibenden Areal in eigener Bauträgerschaft ca. 51 Wohnungen mit ca. 3.800 m² Wohnfläche, ca. 2.400 m² Handelsfläche im Erd- und Untergeschoss sowie 138 Pkw-Einstellplätze in einer Tiefgarage errichtet werden. Für eines der zum Verkauf vorgesehenen Grundstücke wurde noch im Dezember 2017 der Verkaufsvertrag geschlossen.

Ein weiteres herausragendes Entwicklungsprojekt ist das Engagement der Gesellschaft bei der städtebaulichen Entwicklung des Deutzer Hafens. Der Rat der Stadt Köln hat mit seinem Grundsatzbeschluss zur zukünftigen Nutzung des Deutzer Hafens als innerstädtisches Quartier für Wohnen und Arbeiten den Anstoß zur Gesamtentwicklung des Gebietes gegeben. Ein weiterer Beschluss betrifft die Beauftragung der vorbereitenden Untersuchungen zur Durchführung einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM), um die städtebauliche Neuordnung mit den dafür geeigneten Instrumenten abzusichern, so unter anderem das besondere Vorkaufsrecht. Beschlossen wurde 2017 außerdem die Erarbeitung des so genannten „Integrierten Plans“. Dieser berücksichtigt im Besonderen Aufgaben und Herausforderungen des Hochwasser- und Denkmalschutzes, der Mobilitäts- und Verkehrsplanung sowie der zu erwartenden Bodensanierungen und Entwidmungen für 2017 und Folgejahre. Nachdem im Juli 2017 bereits Zwischenergebnisse vorgestellt worden waren, sollen im März 2018 die finalen Ergebnisse präsentiert werden. Die Gesellschaft lässt sich während des gesamten Verfahrens fachlich und rechtlich beraten und hat neben der Öffentlichkeit von Beginn an alle für das Gesamtprojekt erforderlichen Ämter, Fachabteilungen, öffentlichen Ressorts und die politischen Fraktionen in das Projekt integriert und beteiligt. Durch den Ankauf der Ellmühle Köln und den Abschluss eines weiteren Kaufvertrags, der einen sukzessiven Übergang von Grundstücks- und Wasserflächen der HGK an die moderne stadt bis zum Jahr 2021 vorsieht, hat die Gesellschaft bereits zum Bilanzstichtag 2017 das wirtschaftliche Eigentum an ca. 12,1 Hektar Landfläche im Deutzer Hafen erworben. Dies entspricht rund einem Drittel der Entwicklungsfläche. Der Ankauf weiterer Grundstücksflächen ist geplant. Die Verwertung des Gesamtareals zur Realisierung von Verkaufserlösen ist aufgrund zu beachtender Nutzungsrechte Dritter frühestens ab dem Jahr 2021 möglich. Das große Interesse von Investoren am Erwerb von bebauungsfähigen Grundstücken an diesem Standort ist bereits heute erkennbar. So wurde mit dem Handelskonzern REWE ein Letter of Intent (LoI) zur Ansiedlung einer neuen Konzernzentrale abgeschlossen. 

Primäre Aufgabe der Wohnungsgesellschaft der Stadtwerke Köln mbH, Köln, (WSK) ist es, Wohnraum für die Konzernmitarbeiter des Stadtwerke Köln Konzerns zur Verfügung zu stellen. Zum 31. Dezember 2017 verwaltete die Gesellschaft neben den 1.479 eigenen Wohnungen 421 Wohneinheiten der Konzerngesellschaften. 57,7 % der Wohnungen (Vorjahr 54,7 %) waren an Konzernmitarbeiter vermietet.

Die im Jahr 2015 neu festgelegte Ausrichtung der WSK sieht die Sanierung der Bestandswohnungen und den am Bedarf der Konzernmitarbeiter orientierten Neubau von Wohnungen vor. In diesem Kontext hatte die WSK 60 Neubau-Wohnungen im Clouth-Quartier gekauft, die im Sommer 2017 fertiggestellt wurden. Mit Abschluss der Sanierungsarbeiten in den 195 Wohnungen im Wohnquartier Marienburger Forum wurde der erste große Schritt zur Neuausrichtung des Wohnungsbestandes vollendet. Seit 2014 hat die WSK rund 300 Wohnungen im Rahmen der Mieterwechsel saniert. Die neuen beziehungsweise sanierten Wohnungen werden durch die Konzernmitarbeiter stark nachgefragt; im Clouth-Quartier beträgt der Anteil der an Konzernmitarbeiter vermieteten Wohnungen sogar 100 %.

Konzern

Öffentliche Zwecksetzung

Die SWK und die Konzerngesellschaften haben die öffentliche Zwecksetzung erfüllt, die ihnen von der Stadt Köln im Rahmen der Daseinsvorsorge übertragen wurde.

Ertragslage
 

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

2017
Mio. €
2016
Mio. €
Veränderung
zum Vorjahr in %
Konzernjahresüberschuss 97,6 91,6 6,6
Umsatzerlöse
abzgl. Energiesteuern 5.280,5 4.959,1 6,5
Bestandsveränderungen -5,3 82,4 -106,4
Aktivierte Eigenleistungen 9,1 11,4 -20,2
Sonstige betriebliche Erträge 138,5 168,9 -18,0
Materialaufwand 3.705,1 3.500,6 5,8
Personalaufwand 818,0 790,6 3,5
Abschreibungen 284,8 362,9 -21,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen 416,0 379,7 9,6
Finanzergebnis -18,8 -28,1 33,1
Ertragssteuern 71,9 58,8 22,3
Sonstige Steuern 10,6 9,5 11,6

2017 erwirtschaftete der SWK-Konzern einen Jahresüberschuss von 97,6 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 6,0 Mio. € beziehungsweise 6,6 %. Im Vergleich zur Planung für 2017 (Ergebnisbandbreite: 55 bis 65 Mio. €) fällt das Plus mit ca. 50 % noch deutlicher aus. Bis auf das Geschäftsfeld ÖPNV, dessen Ergebnis im Vorjahr noch von periodenfremden Verkehrserlösen profitierte, konnten alle Geschäftsfelder ihre Ergebnisse stabil halten oder sogar leicht verbessern. 

Außenumsätze
 

Außenumsatzerlöse

(ohne Energiesteuer)

2017
Mio. €
2016
Mio. €
Veränderung
zum Vorjahr in %
Gesamt 5.280,5 4.959,1 6,5
Energie und Wasser 4.035,6 3.721,4 8,4
Öffentlicher Personennahverkehr 292,8 290,0 1,0
Hafenumschlag und Güterverkehr 231,8 233,6 -0,8
Abfallentsorgung und -verwertung 270,3 257,2 5,1
Telekommunikation 256,6 252,5 1,6
Sonstige Geschäftsfelder 193,4 204,4 -5,4

Die Außenumsätze des SWK-Konzerns (ohne Energiesteuer) lagen im Geschäftsjahr 2017 bei 5.280,5 Mio. €. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von rund 321,4 Mio. € beziehungsweise 6,5 %. Erstmals seit 2010 hat der Konzernumsatz die 5-Milliarden-Euro-Marke wieder überschritten und erreichte den zweithöchsten Wert seiner Geschichte.

Im Geschäftsfeld Energie und Wasser betragen die konsolidierten Umsatzerlöse 4.035,6 Mio. €, das sind 8,4 % mehr als im Vorjahr (3.721,4 Mio. €). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den höheren Außenumsatz des Energiehandels zurückzuführen, der ein Plus gegenüber dem Vorjahr von rund 300 Mio. € verzeichnete. Ebenfalls zulegen konnte der Netzbetreiber RNG, während die Energieversorger beim temperaturabhängigen Vertriebsgeschäft Wärme und Gas aufgrund der leicht höheren Durchschnitts­temperaturen, der wettbewerbsbedingten Kundenverluste sowie der geringeren Absatzmengen bei einigen größeren Industriekunden eher Einbußen verzeichneten. Der Wasserabsatz und -umsatz lag aufgrund höherer Absatzmengen bei fast allen Kundengruppen leicht über dem Vorjahresniveau.

Im Geschäftsfeld Öffentlicher Personennahverkehr stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,0 % auf 292,8 Mio. € (Vorjahr 290,0 Mio. €). Hierfür waren vor allem ein leichter Anstieg der Fahrgastzahlen und die zum 1. Januar 2017 vorgenommene Tarifanpassung bei der KVB ausschlaggebend. Der Entfall der im Vorjahr noch vereinnahmten periodenfremden Verkehrserlöse wurde teilweise kompensiert durch höhere sonstige Erlöse außerhalb der Verkehrstätigkeit.

Das Geschäftsfeld Hafenumschlag und Güterverkehr verzeichnete 2017 einen leichten Rückgang seiner Umsatzerlöse von 233,6 Mio. € auf 231,8 Mio. €. Dabei entwickelten sich die Tochtergesellschaften und die einzelnen Sparten unterschiedlich. Signifikante Rückgänge beim Kohleumschlag und -transport konnten dabei weitgehend durch andere Transportgüter wie Stahl und Metallerzeugnisse kompensiert werden.   

Im Geschäftsfeld Abfallentsorgung und -verwertung legten die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich zu und erreichten 270,3 Mio. € (Vorjahr 257,2 Mio. €). Sowohl der Bereich der Abfallentsorgung als auch die Abfallverwertung verzeichneten Umsatzzuwächse. Ursachen waren im Wesentlichen vertraglich bedingte Preisanpassungen, höhere Abfallmengen und Leistungsausweitungen gegenüber dem Vorjahr. 

Die Umsatzerlöse im Geschäftsfeld Telekommunikation erhöhten sich um 1,6 % auf 256,6 Mio. € (Vorjahr 252,5 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus höheren Erlösen im Privatkundenbereich, unter anderem im Wholesale- und Festnetzbereich.

In den Sonstigen Geschäftsfeldern nahmen die Umsätze kumuliert ab, von 204,4 Mio. € im Vorjahr auf 193,4 Mio. € im Berichtsjahr. Der Rückgang begründet sich in erster Linie durch einen geringeren Außenumsatz mit Liegenschaften. Aufgrund des hohen Anteils an Projekttätigkeiten unterliegt dieser naturgemäß Schwankungen, da die Projekte über einen längeren Zeitraum geplant, entwickelt und veräußert werden. Zulegen konnte das Geschäft mit Gerätevermietungen für die Erfassung von Wärme- und Wasserverbräuchen sowie mit einhergehenden Abrechnungsdienstleistungen.

Materialaufwand und Rohergebnis

Der Materialaufwand erhöhte sich im Berichtsjahr um 5,8 % auf 3.705,1 Mio. € (Vorjahr 3.500,6 Mio. €). Im Geschäftsfeld Energie und Wasser stieg der Materialaufwand gegenüber dem Vorjahr nahezu proportional zum Mehrumsatz um über 300 Mio. €. Die größte Gegenposition betraf den Bereich der Liegenschaften, hier gingen die Materialaufwendungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Grundstücken, die zu einem späteren Zeitpunkt vermarktet werden, stark zurück. Eine entsprechende Gegenposition ist unter den Bestandsveränderungen und den Umsatzerlösen ausgewiesen. Per saldo ergeben sich daher für den Konzern aus diesen Veränderungen keine nennenswerten Ergebniseffekte. Das Rohergebnis als Saldo aus Umsatz und Materialaufwand belief sich im Berichtsjahr auf 1.575,4 Mio. €, das sind 116,9 Mio. € mehr als im Vorjahr (1.458,5 Mio. €). Der Anstieg betrifft neben dem Bereich der Liegenschaften die Geschäftsfelder Energie und Wasser, Telekommunikation sowie Abfallentsorgung und -verwertung.

Sonstige betriebliche Erträge und betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen 138,5 Mio. € und lagen mit 30,4 Mio. € unter dem entsprechenden Vorjahreswert (168,9 Mio. €). Der Rückgang betrifft im Wesentlichen das Geschäftsfeld Energie und Wasser. Hier war der Vorjahreswert vor allem von der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen geprägt. Der Personalaufwand stieg im Berichtsjahr auf 818,0 Mio. € an. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Zuwachs von 27,4 Mio. € oder 3,5 %. Neben den Tariferhöhungen war hierfür die höhere Beschäftigung einzelner Gesellschaften, vor allem im Geschäftsfeld Abfallentsorgung und -verwertung, verantwortlich. Zusätzlich entfiel der im Vorjahr personalaufwandsentlastende Effekt aus dem höheren Durchschnittszins für die Bemessung der Rückstellungen für Altersvorsorge und der entsprechend geringeren Rückstellungsbildung. Die Abschreibungen lagen bei 284,8 Mio. € und damit deutlich unter dem Vorjahr (362,9 Mio. €), das durch außerplanmäßige Abschreibungen auf Kohlekraftwerke im Geschäftsfeld Energie und Wasser geprägt war.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis betrug -18,8 Mio. € und verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr (-28,1 Mio. €) um 9,3 Mio. €. deutlich. Maßgeblichen Einfluss auf diese Entwicklung hatte die Zuschreibung auf eine Finanzanlage der GEW, über die die GEW mittelbar Aktien des Energieversorgers RWE hält. Die Zuschreibung wurde 2017 aufgrund des wieder angestiegenen Kurses der RWE-Aktie notwendig. Darüber hinaus entlasten die günstigen Zinsen am Kapitalmarkt die Zinsaufwendungen und tragen damit zu einer Verbesserung des Finanzergebnisses bei. 

Steuern

Die Steuern des Konzerns betrugen im Jahr 2017 rund 82,5 Mio. €, dies bedeutet einen Anstieg gegenüber 2016 von 14,2 Mio. €. Die Ertragsteuern erhöhten sich um 13,1 Mio. € auf 71,9 Mio. €, während die sonstigen Steuern auf 10,6 Mio. € (Vorjahr 9,5 Mio. €) anstiegen. Neben der Besteuerung der laufenden Ergebnisse enthält diese Position auch Folgeeffekte aufgrund von Betriebsprüfungsfeststellungen.

Holding

Gewinn- und Verlustrechnung

SWK GmbH

2017
Mio. €
2016
Mio. €
Veränderung
zum Vorjahr in %
Jahresüberschuss 68,8 49,1 40,1
Einstellung in die Gewinnrücklagen -14,4 -4,1 251,2
Bilanzgewinn 54,4 45,0 20,9
Umsatzerlöse 16,3 16,4 -0,6
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 175,0 132,2 32,4
Sonstige betriebliche Erträge 31,8 26,6 19,5
Personalaufwand 14,7 13,8 6,5
Abschreibungen 0,1 0,1 0,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9,7 10,0 -3,0
Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen 106,0 93,7 13,1
Übriges Finanzergebnis 13,3 13,8 -3,6
Ertragsteuern 35,2 21,4 64,5
Sonstige Steuern 1,9 0,9 111,1

Der Jahresüberschuss der SWK im Jahr 2017 beträgt 68,8 Mio. € und liegt damit 19,7 Mio. € beziehungsweise rund 40 % über dem Vorjahr. Zu dem deutlichen Ergebnisanstieg hat in erster Linie die Gewinn­abführung der GEW, aber auch das nochmals verbesserte Ergebnis der AWB beigetragen. Planmäßig niedriger fielen dagegen die Ergebnisse der RheinEnergie, der KVB und der KölnBäder aus. Das höhere Ergebnis bei der GEW (2017: 148,0 Mio. €; Vorjahr 108,3 Mio. €) ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr noch eine Wertberichtigung auf die Beteiligung an der NetCologne (-45,0 Mio. €) vorgenommen werden musste. Im Berichtsjahr erfolgte hingegen eine Zuschreibung der RW Anteilsbesitz (+7,2 Mio. €), über die die GEW mittelbar Aktien der RWE hält, die 2017 Kursgewinne verzeichnen konnten. Die Ergebnisabführung der Tochtergesellschaft RheinEnergie fiel mit 112,2 Mio. € plangemäß geringer aus als im Vorjahr (126,6 Mio. €), was im Wesentlichen mit der Rücklagenzuführung (10,0 Mio. €) und den geringeren Absatzmengen aufgrund der höheren Durchschnittstemperaturen zusammenhängt. Das Ergebnis der KVB sank um rund 10,6 Mio. € gegenüber dem Vorjahr auf -86,8 Mio. €. Ursächlich ist vor allem der Rückgang periodenfremder Verkehrserlöse, die im Vorjahr einen positiven Sondereffekt von 8,4 Mio. € beinhalteten. Die HGK erzielte ein leicht über dem Vorjahr liegendes Ergebnis von 8,4 Mio. €. Das gegenüber dem Vorjahr (15,9 Mio. €) verbesserte Ergebnis der AWB (18,6 Mio. €) beinhaltet einen außerplanmäßigen Ertrag von 5,9 Mio. € aus der Beendigung eines Rechtsstreites. Bei RheinEnergie, KVB und AWB ist insbesondere zu berücksichtigen, dass im Vorjahr die Aufwendungen für Altersversorgung aufgrund der erstmaligen Anwendung des 10-jährigen Rechnungszinses geringer ausgefallen waren; dieser positive Effekt entfiel im Berichtsjahr. Die Verlustübernahme von KölnBäder betrug 19,3 Mio. € und fiel um 1,7 Mio. € höher aus als im Vorjahr. Auch hier entfielen positive Einmaleffekte, die das Vorjahresergebnis geprägt hatten.

Die im übrigen Finanzergebnis enthaltenen Ausschüttungen der Beteiligungen ohne einen Ergebnisabführungsvertrag mit der SWK entwickelten sich unterschiedlich: Die Dividende der AVG betrug 7,2 Mio. € nach 6,7 Mio. € im Vorjahr und moderne stadt schüttete 4,5 Mio. € an die SWK aus (Vorjahr 5,2 Mio. €). Die positive Ergebnislage im Konzern führte zu einem höheren Steueraufwand bei der SWK, gleichzeitig wurde die Vorsorge für steuerliche Risiken aufgrund noch ausstehender Betriebsprüfungen angepasst. 

Bezogen auf den Wirtschaftsplan 2017 der SWK hat die Gesellschaft das geplante Ergebnis von 47 Mio. € um rund 22 Mio. € übertroffen. Hieran hatten nahezu alle Konzerngesellschaften ihren Anteil, insbesondere jedoch die GEW und die AWB.

2017 wurde der Bilanzgewinn der SWK aus dem Jahr 2016 (45,0 Mio. €) vollständig an den Gesellschafter Stadt Köln ausgeschüttet. Aus dem Jahresüberschuss des Berichtsjahres sollen rund 14,4 Mio. € in die Gewinnrücklagen eingestellt werden und der Bilanzgewinn von 54,4 Mio. € soll an den Gesellschafter Stadt Köln ausgeschüttet werden. Über die Gewinnverwendung hat abschließend die Gesellschafterversammlung im Juni 2018 zu entscheiden.