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Stadtwerke Köln GmbH

Geschäftsbericht 2017

Chancen- und Risikobericht

Risiko­managementsystem

Bei der Ausübung unternehmerischer Tätigkeit ist das Eingehen von Risiken unabdingbare Voraussetzung für den Geschäftserfolg. Gleichzeitig sind die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln im 21. Jahrhundert deutlich komplexer und volatiler geworden. Die Einrichtung und Dokumentation eines Risikomanagementsystems (RMS) ist daher nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern längst unverzichtbares Instrument einer integrierten Unternehmensentwicklung und -steuerung. Vor diesem Hintergrund ist neben der frühzeitigen Risikoerfassung und -bewertung der bewusste Umgang mit Risiken im Sinne einer maßnahmenorientierten Steuerung zentraler Bestandteil des RMS im Stadtwerke Köln Konzern. Als Risiko wird, vereinfacht umschrieben, eine potenziell negative Abweichung von unternehmerischen Zielsetzungen verstanden. Das RMS bei der SWK und ihren Tochterunternehmen erfolgt nach verbindlich vorgegebenen Grundsätzen, Verantwortlichkeiten, Inventur-, Bewertungs- und Berichtsprozessen. Auf der Basis des geltenden RMS werden konzernweit alle relevanten Risiken regelmäßig identifiziert, bewertet, einer Eintrittswahrscheinlichkeit zugeordnet und geplante Maßnahmen zur Risikoreduzierung oder -eliminierung aufgezeigt.

Darüber hinaus existiert für den in die RheinEnergie Trading ausgegliederten Energiehandel und die Energiebeschaffung ein spezielles Risikomanagementsystem, das neben den Analyse- und Bewertungsverfahren die Limitierung der Risiken, Hedging-Konzepte, Bewirtschaftungsstrategien und Zuständigkeiten regelt und das in einem Risikohandbuch dokumentiert ist. Für die Risikobewertung bedient sich das Risikomanagement der Gesellschaft angemessener Risikomodelle, deren Effizienz durch Back-Testing und durch Revisionsprüfungen regelmäßig überprüft wird.

Die Risikomanager der Tochtergesellschaften unterstützen die Risikoverantwortlichen in den einzelnen Fachbereichen und sind für die Berichterstattung an ihre jeweilige Geschäftsleitung sowie an den Konzernrisikomanager der SWK verantwortlich. Die Berichterstattung über die aus Sicht der Gesellschaften wesentlichen Risiken erfolgt vierteljährlich. Eine sofortige Meldung muss dann erfolgen, wenn ein Risiko eine besondere Relevanz für die Gesellschaft hat. Das Risikomanagement der SWK konsolidiert die wesentlichen Risiken der Gesellschaften und fasst diese in einem Konzern-Berichtswesen zusammen. Die konzernweite Unternehmensrevision prüft regelmäßig die Abläufe des Systems sowie dessen Wirksamkeit und Angemessenheit.

Wesentliche Chancen und Risiken im Stadtwerke Köln Konzern

Aus Sicht der Konzernleitung bestehen zum Bilanzstichtag ergebnisrelevante Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf, die wirtschaftliche Lage und die Ertragslage des Konzerns haben könnten, in den Geschäftsfeldern Energie und Wasser, Öffentlicher Personennahverkehr, Hafenumschlag und Güterverkehr sowie in der Telekommunikation. Gleichzeitig gehen mit den Risiken auch Chancen einher. Die Chancen und Risiken werden zur besseren Strukturierung in Kategorien zusammengefasst. Dabei wird zwischen Risiken unterschieden, die von außen auf das Unternehmen wirken, ohne dass das Unternehmen im Allgemeinen einen signifikanten Einfluss auf diese Risiken nehmen kann (externe Risiken), und Risiken, deren Ursache unternehmensintern begründet ist (interne Risiken). Die im Stadtwerke Köln Konzern identifizierten wesentlichen externen Risiken werden den Kategorien Politik, Gesetzgebung und Recht sowie Markt und Wettbewerb zugeordnet. Wesentliche interne Risiken resultieren aus dem operativen Bereich und den Finanzen. Die als wesentlich identifizierten Chancen und Risiken werden nachfolgend im Einzelnen erläutert.

Bei der Darstellung und Beurteilung der Risiken wird von einer Nettobetrachtung ausgegangen, das heißt, bereits getroffene Maßnahmen der Risikobegrenzung wurden berücksichtigt. 

Für die Chancen- und Risikobetrachtung der SWK Holding sind fast ausschließlich die Chancen und Risiken der in den genannten Geschäftsfeldern tätigen Tochtergesellschaften maßgeblich.

Politische, regulatorische und rechtliche Chancen und Risiken

Politik, Gesetzgebung und Verträge setzen die Rahmenbedingungen für die Geschäftsfelder, in denen der Konzern tätig ist. Für Unternehmen mit langfristig ausgelegten Investitionen sind verlässliche Rahmen­bedingungen unabdingbar für wirtschaftlichen Erfolg.

Im Geschäftsfeld Energie und Wasser stehen sowohl auf Ebene der Europäischen Union als auch auf Ebene des Bundes auch in Zukunft erhebliche energiepolitische Weichenstellungen an, die substanzielle Auswirkungen auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung von Energieversorgern haben können. So ist zum Beispiel nach der Konstituierung der neuen Bundesregierung inhaltlich von Festlegungen zu möglichen Kohleausstiegsszenarien auszugehen. Angesichts der unbefriedigenden wirtschaftlichen Situation konventioneller Erzeugungsanlagen ergeben sich für die übrigen energieerzeugenden Einheiten dadurch Chancen, dass die derzeit überwiegend nicht gegebene Wirtschaftlichkeit der rein stromerzeugenden Kraftwerke verbessert werden kann; andererseits kann es zu erheblichen Risiken aus einer frühzeitigen Abschaltung der kohlebetriebenen Kraftwerke kommen. Zunehmende Risiken bei langfristig wirksamen Investitionsprojekten ergeben sich auch durch etwaige genehmigungsrechtliche Fragestellungen, die nicht oder nicht zeitgerecht gelöst werden können. 

Weiterhin sind Energieversorger in erheblichem Umfang Risiken aufgrund äußerer Eingriffe von Regulierungsbehörden, insbesondere der Bundesnetzagentur oder der Landesregierungsbehörden, ausgesetzt. Dies betrifft insbesondere die Erlösobergrenzen für die Sparte Strom, die im Zuge der ausstehenden Kostenerhebung neu festgelegt werden. Diese führen in den kommenden Jahren unter anderem aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus zu einer sinkenden Eigenkapitalverzinsung und damit zu Erlöseinbußen für die Netzbetreiber. Bei allen genannten Maßnahmen ist davon auszugehen, dass es bei den Erträgen aus dem Netzgeschäft im Saldo zu weiteren Minderungen kommt. 

Im Öffentlichen Personennahverkehr ist die KVB bis Ende 2019 mit der Durchführung des ÖPNV im Kölner Stadtgebiet sowie der Durchführung der sogenannten interlokalen Verkehre betraut. Nach heutigem Stand konnte für die Vorjahre bereits der Nachweis erbracht werden, dass alle für die Bestandsbetrauung geforderten Kriterien von der KVB erfüllt wurden. Im Anschluss an die derzeitige Bestandsbetrauung strebt die KVB die Erlangung der Direktvergabe nach Art. 5/2 der EU-VO 1370/07 an. Die Vorabbekanntmachung für die Direktvergabe an die KVB wurde am 23. Dezember 2017 im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Aufgrund dessen sowie der aktuell vorliegenden Ergebnisse und Terminplanungen ist davon auszugehen, dass ein nahtloser Anschluss an die heutige Bestandsbetrauung möglich ist. Das Risiko des Wegfalls der Direktvergabefähigkeit (Ergebnisrisiko) wird demnach als gering eingeschätzt.

Der Markt für Telekommunikation ist ein streng regulierter Markt, in den die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt stark steuernd eingreifen. Einzelne Regulierungsentscheidungen können geschäftshemmend ausfallen. Es besteht grundsätzlich Unsicherheit darüber, wie künftige Regulierungsentscheidungen ausfallen. Andererseits besteht jedoch auch die Chance, dass die Bundesnetzagentur Entgelte für Vorleistungen wie Teilnehmer-Anschlussleitung (TAL), Festnetz- und Mobilfunkterminierung sowie den Bitstream-Zugang im Sinne eines stärkeren Wettbewerbs reguliert bzw. neu festlegt und sich daraus positive Effekte für die Geschäftsentwicklung ergeben.

Chancen und Risiken im Markt und Wettbewerb

Die Entwicklung der Beschaffungs- und Absatzmärkte, die Wettbewerbssituation sowie weitere, die Nachfrage bestimmende Faktoren wirken in unterschiedlichem Ausmaß auf die Gesellschaften im SWK-Konzern ein.

Im Geschäftsfeld Energie und Wasser haben insbesondere die Verhältnisse auf den Strom- und Gasmärkten erhebliche Auswirkungen auf die Ertragskraft. Die entscheidenden Parameter wie Öl-, Kohle-, CO2-, Strom- und Gaspreise unterliegen erheblichen Schwankungen bei einem zwar leicht gestiegenen, aber immer noch niedrigen Strompreisniveau. Große Auswirkungen hat diese Preisentwicklung insbesondere auf die Wirtschaftlichkeit der Stromerzeugungsanlagen. Bei einem Rückgang der Margen aus der Stromvermarktung besteht das Risiko, dass neben den negativen Auswirkungen auf die Wertschöpfung weitere Wertberichtigungen auf Erzeugungsanlagen notwendig sein können. Umgekehrt können ein Anstieg der Strompreise beziehungsweise der Margen und/oder die Einführung von entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Verbesserung der Wertschöpfung aus der Erzeugung führen. 

Bei der Energiebeschaffung sind Marktpreis- und Mengenrisiken von größerer Bedeutung. Marktpreisrisiken sind überwiegend Volatilitätsrisiken. Diese werden mithilfe des Value-at-Risk-Ansatzes (VaR) bewertet, limitiert und überwacht. Der VaR gibt den wertmäßigen Verlust einer Risikoposition an, der mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit innerhalb eines definierten Zeitraums nicht überschritten wird. Sowohl die maximale offene Position als auch der Wert des VaR sind für die jeweiligen Risikoklassen im Regelwerk der RheinEnergie Trading fixiert. Mengenrisiken entstehen durch den Abschluss von Liefer- beziehungsweise Abnahmeverpflichtungen, insbesondere dann, wenn die aus den Verträgen resultierenden Mengen nicht back-to-back eingedeckt werden. Grundsätzlich kann es zu einer möglichen Abweichung zwischen der gelieferten physischen Energiemenge und der geplanten beziehungsweise prognostizierten und gegebenenfalls gehedgten Menge kommen. Die Gründe für eine Abweichung liegen vornehmlich in der Prognose des klimabedingt oder konjunkturbedingt schwankenden Energieverbrauchs. Die Prognosegüte wird durch die RheinEnergie Trading regelmäßig überwacht und optimiert.

Der große Kreis von Anbietern und die damit einhergehende Intensivierung des Wettbewerbs werden auch in Zukunft zu weiteren Kunden- und damit auch Mengen- und Margenverlusten im Geschäftsfeld Energie und Wasser führen. Zunehmend an Bedeutung gewinnt im Vertriebsgeschäft die Aufgabe, verloren gegangene Kunden zurückzugewinnen und insoweit Marktanteile zu stabilisieren oder zu erhöhen. Der Verlust von Konzessionen kann zum Ausfall von Netzentgelten und Beriebsführungserlösen führen. Aus vertrieblicher Sicht droht mittelbar der Verlust des Grundversorgerstatus.

Im Geschäftsfeld ÖPNV gibt es zum Berichtsstichtag keine konkreten Marktpreisrisiken. Der demografische Wandel, der Klimawandel und veränderte Wertvorstellungen – vor allem der jüngeren Genera­tion – sowie die aktuelle Diskussion um Dieselfahrverbote, emissionsfreie Antriebe und neue, solidarisch finanzierte Tarifmodelle werden die Bedeutung des ÖPNV weiterhin erhöhen. Dies stellt für die KVB eine wesentliche Chance dar, die zugleich mit neuen Herausforderungen verbunden ist.

Im Geschäftsfeld Hafenumschlag und Güterverkehr sind die globale Wirtschaftsentwicklung und konjunkturell bedingte Nachfrageschwankungen wesentliche Risikofaktoren. Sie erschweren eine belastbare Auftrags- und Umsatzprognose sowie die damit einhergehende Kapazitätsplanung. Trotz vorhandener Überkapazitäten kann es dadurch zu temporären Kapazitätsengpässen und einem überdurchschnittlichen Anstieg der variablen Kosten, beispielsweise der Frachtkosten, kommen. Risiken für die Eisenbahnverkehre ergeben sich neben konjunkturellen Schwankungen aus einem Wettbewerbsumfeld, in dem nicht nur die Verkehrsträger miteinander konkurrieren, sondern auch die großen Staatsbahnen international Marktanteile hinzugewinnen wollen. Dies hat in der Vergangenheit zu einem verstärkten Preiswettbewerb und einer Verringerung der Zahl der Eisenbahnverkehrsunternehmen geführt. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die zunehmende Bedeutung kostengünstiger Lkw-Flotten aus den neuen EU-Staaten und die massive Senkung der Dieselpreise; beide Einflüsse verringern die Wettbewerbsfähigkeit der Eisenbahn gegenüber dem Lkw deutlich. Chancen bieten dagegen regionale Kooperationen, wie sie zum Beispiel die HGK und die Neuss-Düsseldorfer Häfen sowie ihre gemeinsame Gesellschaft RheinCargo seit einigen Jahren praktizieren. Diese ermöglichen eine effizientere Nutzung der Umschlag­flächen in den Häfen und eine Ausweitung des Angebots von Eisenbahnverkehrsleistungen.

Das Geschäftsfeld Telekommunikation ist in seinen Märkten weiterhin mit starkem Wettbewerb, großem Preisdruck, wachsendem Bandbreitenbedarf und einer hohen Wechselbereitschaft der Kunden konfrontiert. Die Folgen sind höhere Aufwendungen sowohl für die Akquisition von Neukunden als auch für die Kundenbindung und damit Risiken für die Ertragslage. Bezüglich des stark steigenden Bandbreitenbedarfs ist das Geschäftsfeld jedoch für neue Herausforderungen gut positioniert. Die eigenen Hochleistungsinfrastrukturen FTTB und HFC (Hybrid Fiber Coax) ermöglichen eine Alleinstellung bei Leistungsumfang und -qualität. Aufgrund der Erweiterung des Produktportfolios unter anderem um Cloud-Dienste und Dienstleistungen rund um die IT-Sicherheit, die von der Tochtergesellschaft NetCologne IT Services GmbH angeboten werden, ergeben sich Chancen, den Umsatz im Bereich Geschäftskunden durch Cross-Selling nachhaltig zu steigern. 

Operative Chancen und Risiken

Die in der Produktion eingesetzten Anlagen und Prozesse sind relevante Erfolgsfaktoren. Aus der Verfügbarkeit der Anlagen sowie der Effizienz und Qualität der definierten Prozesse können sich Chancen und Risiken in diesem Bereich ergeben.

Chancen ergeben sich im Geschäftsfeld Energie und Wasser insbesondere aus Projekten, mit denen Potenziale zur Prozessverbesserung sowie zur Effizienzsteigerung identifiziert und ausgeschöpft werden. Die RheinEnergie hat hierzu ein Benchmarking-Projekt durchgeführt, auf dessen Grundlage im Geschäftsjahr 2017 diverse kostensenkende und effizienzsteigernde Maßnahmen identifiziert wurden, die in den Jahren ab 2018 umgesetzt werden sollen. Außerdem hat die RheinEnergie im Rahmen ihres Strategiechecks eine Reihe von neuen Geschäftsfeldern identifiziert, die sich aus der grundlegenden Veränderung der Energiemärkte ergeben und die in den Jahren ab 2018 konsequent mit entsprechenden Ergebnispotenzialen entwickelt werden sollen. Damit beabsichtigt die RheinEnergie, zukünftig Marktchancen laufend und frühzeitig zu erkennen sowie Risiken rechtzeitig entgegenzuwirken.

Grundlage für die Ausübung der Geschäftstätigkeit eines Energieversorgungsunternehmens sind technologisch anspruchsvolle und komplexe Anlagen. Trotz umfangreicher Vorsorge etwa durch entsprechende Kontrollen, Wartungen oder Betriebsführungskonzepte können sich Risiken durch den Ausfall dieser Einheiten aus den unterschiedlichsten Gründen, beispielsweise durch Alter oder Witterung, ergeben. 

Die Abwicklung vieler Prozesse erfolgt durch moderne und sehr komplexe IT-Systeme. Trotz hoher Sicherheits- und Wartungsstandards können sich insbesondere vor dem Hintergrund steigender Risiken durch Angriffe Dritter Einschränkungen der Nutzbarkeit und Verfügbarkeit dieser Systeme ergeben.

Im ÖPNV setzt die KVB ihre Fahrzeuge und technischen Anlagen mit einem hohen Grad an Zuverlässigkeit und Sicherheit sowie unter Berücksichtigung gegebener Umweltstandards ein. Technischen Ausfallrisiken sowie umweltbezogenen Risiken (wie zum Beispiel einem möglichen Jahrhunderthochwasser) begegnet das Unternehmen mit einer permanenten Verbesserung der technischen Standards. 

Im Geschäftsfeld Hafenumschlag und Güterverkehr könnten aufgrund von Arbeitskräftemangel nicht mehr alle von Kunden nachgefragten Zugfahrten durchgeführt werden. Hierdurch könnten Umsatzeinbußen oder Zusatzkosten durch Kurzfristdispositionen entstehen. Neben verstärkter Ausbildung, Fortbildung und Akquirierung von eigenem Personal für außerregionale Standorte und Zugfahrleistungen nutzt die RheinCargo auch Personaldienstleister mit Triebfahrzeugführern. 

Im Geschäftsfeld Telekommunikation bestehen operative Risiken aufgrund der Substitution der klassischen Festnetztelefonie durch Telefonie über Mobilfunk, Social-Media-Plattformen oder über Fernsehkabel. Die Produkte der Informations- und Telekommunikationsbranche sind überdies teilweise schnelllebig und unterliegen einer hohen Komplexität und Dynamik. Dies führt bei NetCologne und NetAachen zu einem permanenten Innovations- und Investitionsdruck bei einem verkürzten Zeitfenster für die Amortisation. 

Finanzielle Chancen und Risiken

Das an den Finanzmärkten anhaltend niedrige Zinsniveau birgt für SWK-Gesellschaften Chancen und Risiken gleichermaßen: Ein Anstieg der Zinsen würde einerseits die Kreditkosten verteuern, was vor allem Gesellschaften mit ausgeprägter Investitionstätigkeit mittel- und langfristig belasten würde. Bilanziell würden hingegen langfristige Rückstellungen dann günstiger bewertet und die Verzinsung der im Konzern gehaltenen Liquidität würde sich erhöhen. Darüber hinaus begrenzen die SWK und ihre Tochtergesellschaften Zinsänderungsrisiken durch eine fristenkongruente Finanzierung, die Nutzung unterschiedlicher Zinsbindungsfristen sowie in Einzelfällen auch durch den Einsatz von Zinsderivaten.

Aufgrund des Einsatzes eines zentralen Cash-Pooling-Systems, einer vorausschauenden Liquiditätsplanung sowie einer ausreichenden Verfügbarkeit an Kreditlinien werden Liquiditätsrisiken im Konzern als gering eingestuft. Gleiches gilt auch für Währungsrisiken, da die Geschäftsaktivitäten im Wesentlichen national ausgerichtet sind und die Absatz- und Beschaffungsprozesse fast ausschließlich in Euro abgebildet werden.

Im ÖPNV bestehen finanzielle Risiken aus dem Unglücksfall Waidmarkt nach heutiger Einschätzung nicht, da den entstehenden Mehrkosten und eventuell gegen die KVB gerichteten Schadenersatzansprüchen in gleicher Höhe Ausgleichsansprüche gegen Dritte beziehungsweise die Stadt Köln gegenüberstehen.

Keine bestandsgefährdenden Risiken

Unter Berücksichtigung der gegebenen Gegensteuerungs- und Minimierungsmaßnahmen sind derzeit keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand eines Konzernunternehmens oder des Konzerns gefährden. Derartige Risiken sind aus heutiger Sicht auch für die absehbare Zukunft nicht zu erkennen.