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Stadtwerke Köln GMBH

Nachhaltigkeitsbericht 2018

Strategie und Prozesse

Die Unternehmen der Stadtwerke Köln stellen die Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger in Köln und in der Region unter anderem mit Energie, Wasser, Verkehr, Entsorgung, Telekommunikation, Wohnraum und Sporteinrichtungen sicher. Für die zuverlässige Gewährleistung dieser Leistungen bilden sie gemeinsam ein riesiges Infrastrukturnetzwerk, das für die nachhaltige Entwicklung der Metropolregion Köln/Bonn eine zentrale Rolle einnimmt.

Zukunftsweisende Interpretation von
Daseinsvorsorge

Als kommunale Unternehmen orientieren sich die Unternehmen des Stadtwerke Köln Konzerns in ihrer Geschäftstätigkeit an ökologischen und sozialen Zielstellungen, um heute das Gemeinwohl der Menschen in Stadt und Region nicht zu Lasten der zukünftigen Generationen zu erwirtschaften. Voraussetzung hierfür ist eine gesicherte finanzielle Basis.

Die SWK-Unternehmen unterstützen die wachsende Stadt Köln dabei, eine nachhaltige Stadtentwicklung zu betreiben. Mit der Pflege und dem Ausbau ihrer technischen Infrastrukturen und mit innovativen Produkten und Dienstleistungen leisten sie wichtige Beiträge für die Zukunftsfähigkeit der Stadt, ihrer Bürgerinnen und Bürger sowie die Unterstützung von Handel, Gewerbe und Industrie. Als einer der größten Arbeitgeber in der Region bieten die Unternehmen des Stadtwerke Köln Konzerns sichere und moderne Arbeitsplätze. Die soziale Geschäftspolitik wird durch das gesellschaftliche Engagement, zum Beispiel für Kunst und Kultur, Sport und das gesellschaftliche Miteinander, unterstrichen.

Der Wandel gesellschaftlicher Anforderungen und der politischen Rahmenbedingungen bedingt eine stetige Anpassung des Auftrags der Daseinsvorsorge und der generationenübergreifenden Bereitstellung der dazugehörigen Infrastruktur. Die Geschäftstätigkeit der SWK-Gesellschaften unterliegt laufend dynamischen Veränderungen der Märkte, von technischen und politischen Rahmenbedingungen. Auch die Gesellschaft – und damit die Kunden – verändern sich. Hinzu treten wachsende Anforderungen für den Klimaschutz und steigende Mobilitätsanforderungen sowie der tiefgreifende demografische Wandel. Auch das Wachstum der Stadt Köln, deren Einwohnerzahl nach aktuellen Prognosen bis 2025 um bis zu 100.000, bis 2040 sogar um bis zu 142.000 Einwohner ansteigen soll, führt zu weiteren Herausforderungen – dies nicht zuletzt mit Blick auf den damit einhergehenden Flächenmangel und die zunehmende Wohnungsdichte. Die Stadtwerke-Unternehmen stellen sich diesen Herausforderungen und investieren stetig in den Erhalt und den Ausbau ihrer betrieblichen Anlagen, um ihre Infrastrukturen und Leistungen auf hohem, modernem Niveau zu halten – leistungsfähig, vernetzt, innovativ, nachhaltig, mobil und wirtschaftlich.

Die Anforderungen an die kommunale Daseinsvorsorge in Köln wurden im Berichtsjahr in der Studie: „Leistungsfähige Infrastruktur generationengerecht finanziert – das Beispiel der Stadt Köln“ untersucht. Laut dieser Studie, die gemeinsam von der Kämmerin der Stadt Köln und der Stadtwerke Köln GmbH in Auftrag gegeben wurde, beläuft sich der Investitionsbedarf für die kommunale Daseinsvorsorge in Köln bis 2040 auf 16 Mrd. €. Etwa zwei Drittel davon entfallen auf Ersatzbedarfe, rund ein Drittel auf Erweiterungsbedarf.

Auf die von den Unternehmen betriebenen Infrastrukturen entfällt ungefähr ein Drittel des ausgewiesenen Investitionsvolumens. Die aktuelle mittelfristige Finanzplanung der Stadtwerke Köln von 2018 bis 2022 sieht ein Investitionsvolumen von rund 2 Mrd. € vor.

Dadurch sollen insbesondere folgende Projekte realisiert bzw. angestoßen werden:

  • KVB: Betrieb von Stadtbahnen und E-Bussen
  • RheinEnergie: Erneuerbare Energien mit der Projektentwicklung Wind-Onshore, neue Nahwärme-Produkte und Fernwärmeausbau
  • HGK: Ausbau KV-Terminal im Industriepark Köln-Nord und Investitionen in ihre betrieblichen Anlagen
  • moderne stadt: Entwicklung von neue mitte porz und des Deutzer Hafens
  • NetCologne: Ausweitung des Ausbaus ihres Glasfasernetzes
  • AWB und AVG Köln: Investitionen in Anlagen für Recycling und sichere Deponierung

Aufgrund ihres Auftrags der Daseinsvorsorge orientieren sich die Unternehmen schon seit jeher auch an gesellschaftlichen Anforderungen, etwa der Berücksichtigung von sozialen oder ökologischen Kriterien bei der Investition in Infrastrukturen oder bei der Gestaltung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Ziel war und ist es schon immer, den Auftrag der Daseinsvorsorge zukunftsweisend zu interpretieren und mit dieser Philosophie die Werthaltigkeit des Konzerns – auch im Sinne des Anteilseigners, der Stadt Köln – langfristig zu sichern. 

  • DNK 1: Strategische Analyse und Maßnahmen

Ausrichtung auf Nachhaltigkeit

Die Umsetzung der unternehmerischen Ausrichtung auf das Nachhaltigkeitsprinzip zeigt sich ganz konkret. Bereits seit Jahren wurden für besonders relevante Nachhaltigkeitsbereiche wie Arbeits­sicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltschutz, Gleichbehandlung, Diversity, Risikomanagement und Compliance entsprechende Ansprechpartner in den Unternehmen benannt. Im Bereich Umwelt sind insbesondere die großen Unternehmen seit Jahrzehnten stark engagiert und dokumentieren dies in eigenen Umweltberichten. Im Falle der RheinEnergie bzw. ihres Vorgängerunternehmens, der GEW Köln, erscheint der Umweltbericht bereits seit 1996. 1997 veröffentlichte die HGK erstmals einen Umweltbericht und 1998 führte die KVB ihr erstes Umwelt-Audit durch. 2003 trat die KVB der internationalen UITP-Charta für eine Nachhaltige Entwicklung bei, womit sie die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Prinzipien der Nachhaltigkeit als strategisches Ziel anerkennt. AWB und die AVG Köln veröffentlichen seit 2010 bzw. 2012 regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte. Beide Entsorgungsunternehmen engagieren sich in der Nachhaltigkeitsinitiative großer kommunaler Unternehmen der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung und orientieren sich in ihren eigenen Nachhaltigkeitsberichten an dem vom Rat für nachhaltige Entwicklung erarbeiteten und 20 Punkte umfassenden Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Für das Jahr 2017 gab die AVG Köln als erstes Unternehmen im Stadtwerke Köln Konzern eine DNK-Entsprechenserklärung ab.

Über die Nachhaltigkeitsaktivitäten der SWK-Unternehmen wird seit dem Berichtsjahr 2014 auf Konzern­ebene berichtet. Auch der vorliegende SWK-Nachhaltigkeitsbericht orientiert sich an den 20 Punkten des DNK. Vergangenes Jahr gaben die Stadtwerke Köln erstmals eine DNK-Entsprechenserklärung für das Geschäftsjahr 2017 ab und erhielten das entsprechende Logo durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung.

Nachhaltigkeits­management der Stadtwerke Köln

Das Nachhaltigkeitsmanagement der Stadtwerke Köln lehnt sich an bestehende Unternehmensstrukturen und Managementprozesse an. Angesichts der Vielfältigkeit der einzelnen Gesellschaften, die auf unterschiedlichen Märkten und Dimensionieren agieren, ist die Sicherstellung einer nachhaltigen Entwicklung zunächst Angelegenheit der einzelnen Unternehmen. Dabei liegt die Verantwortung für Nachhaltigkeit bei den jeweiligen Unternehmensleitungen.  

  • DNK 2 und 3: Wesentlichkeit und Ziele

Seit 2016 schafft der Stadtwerke Köln Konzern weitere organisatorische Strukturen, um Nachhaltigkeit in den Unternehmen und auf Konzernebene durch einen Prozess der verstärkten und systematischen Auseinandersetzung noch stärker zu verankern. Es wurde eine Koordinierungsstelle Nachhaltigkeit bei der Stadtwerke Köln GmbH eingerichtet, ein Jahr später folgte die Benennung von Nachhaltigkeitskoordinatoren in den einzelnen Unternehmen durch die jeweiligen Unternehmensleitungen. Im Berichtsjahr haben sich die Koordinierungsstelle Nachhaltigkeit und die Nachhaltigkeitskoordinatoren noch stärker vernetzt und den Koordinierungskreis Nachhaltigkeit gegründet, in dem wesentliche Nachhaltigkeitsthemen aus den Unternehmen gebündelt und gemeinsam bearbeitet werden. Letztendlich ist dies auch eine interne Plattform von Beispielen guter Praxis.

Grundverständnis von Nachhaltigkeit

Im Verständnis der SWK umfasst Nachhaltigkeit grundsätzlich eine wirtschaftliche, ökologische und soziale Dimension der Unternehmensverantwortung. Allerdings kann sich kein Unternehmen mit allen Aspekten der Nachhaltigkeit befassen. Daher lag der Schwerpunkt der internen Aktivitäten im Jahr 2018 zunächst auf der Entwicklung eines einheitlichen Grundverständnisses von Nachhaltigkeit. Angesichts der Vielfältigkeit der im Konzern vertretenen Unternehmen und der dazugehörigen Branchen ist ein einheitliches Verständnis eine zentrale Voraussetzung für die weitere Professionalisierung des Nachhaltigkeitsmanagements im Stadtwerke Köln Konzern.

Neben einem im Jahr 2018 angestoßenen internen Prozess zur Ermittlung der wesentlichen Nach­haltigkeitsthemen auf Konzernebene orientieren sich die Unternehmen auch an den internationalen UN-Zielen für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals = SDGs). Dabei wurden folgende Nachhaltigkeitsziele als besonders relevant für die Stadtwerke Köln identifiziert:

  • Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3)
  • Hochwertige Bildung (SDG 4)
  • Geschlechtergerechtigkeit (SDG 5)
  • Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen (SDG 6)
  • Bezahlbare und saubere Energie (SDG 7)
  • Menschenwürde, Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG 8)
  • Industrie, Innovation und Infrastruktur (SDG 9)
  • Nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11)
  • Nachhaltiger Konsum und Produktion (SDG 12)
  • Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13)
  • Leben an Land (SDG 15)

Grafik "Globale nachhaltigkeitsziele mit lokalem Bezug zur SWK" folgt

Die Integration der internationalen Ziele in das eigene Handeln wird auch von der Stadt Köln unterstützt. In einer „Resolution für eine ,Nachhaltige Entwicklung‘ in Kommunen“ im Herbst 2017 begrüßte der Rat „die von den Vereinten Nationen am 25. September 2015 verabschiedete 2030-Agenda und die darin enthaltenen UN-Ziele für ,Nachhaltige Entwicklung‘ (Sustainable Development Goals = SDGs), die sich an die Mitglieder der Vereinten Nationen richten und insbesondere durch eine kommunale Beteiligung und Verantwortung mit Leben gefüllt werden sollen“.

Zudem ermutigte der Rat der Stadt Köln „die städtischen Unternehmen und Beteiligungen, sich ebenfalls für die Umsetzung der Ziele für ‚Nachhaltige Entwicklung’ einzusetzen“.

Der Koordinierungskreis Nachhaltigkeit hat im Sommer 2018 zudem mit einer Wesentlichkeitsanalyse begonnen, um über die Unternehmensgrenzen hinaus geltende Themen mit Nachhaltigkeitsbezug zu identifizieren. Diese Analyse dient der Ermittlung wesentlicher Nachhaltigkeitsfelder, in denen die Unternehmensaktivitäten relevante Auswirkungen haben oder die für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen entscheidend sind. Das konzernweite partizipative Verfahren ist auf zwei Jahre angelegt und wird im Jahr 2019 fortgesetzt. Ziel ist es, diese Entwicklung mit weiteren internen Prozessen zusammenzuführen und mittelfristig das konzernweite Grundverständnis von Nachhaltigkeit mit Nachhaltigkeitszielen zu untermauern.

Nachhaltige Beschaffung

Ein wesentlicher Eckpunkt des nachhaltigen Wirtschaftens der Stadtwerke Köln ist die Übernahme von Verantwortung für die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen: einerseits in Bezug auf die dauerhafte Sicherstellung der Leistungserbringung unter ökonomischen Gesichtspunkten, andererseits in Bezug auf gesellschaftliche Anforderungen wie soziale und ökologische Kriterien, um eventuelle negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt einzuschränken.

  • DNK 4: Tiefe der Wertschöpfung

Direkten oder indirekten Einfluss auf nachhaltigkeitsrelevante Sachverhalte nehmen alle Unternehmen im Rahmen ihrer Wertschöpfung entlang der vorgelagerten Lieferkette. Die Unternehmen unterliegen grundsätzlich den gesetzlichen Rahmenbedingungen der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen und berücksichtigen das Vergaberecht. Die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen und damit die Absicherung von grundlegenden Menschenrechten hat höchste Bedeutung für die Untern­ehmen.

  • DNK 17: Menschenrechte

Darüber hinaus haben die Unternehmen interne Kriterien für die Produkt- und Lieferantenauswahl entwickelt. Bei Ausschreibungen werden – sofern sinnvoll – mittelstandsfreundliche Losgrößen gebildet, wodurch Waren und Dienstleistungen häufig im regionalen und überregionalen Umfeld erworben werden können. Bei der Lieferantenauswahl werden sowohl ökonomische – unter anderem Preis, Warenverfügbarkeit, Flexibilität – als auch ökologische Kriterien – wie etwa kurze Anfahrtswege – bewertet. Außerdem spielen auch sozioökonomische Kriterien wie die langfristige Wertschöpfung für die Region und für die lokalen Unternehmen eine Rolle.

Des Weiteren werden im Rahmen einer Ausschreibung Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien ausdrücklich verlangt. Diese umfassen beispielsweise allgemeine produktbezogene Kriterien in puncto Umweltschutz und Arbeitssicherheit oder es müssen bestimmte Umweltsiegel (zum Beispiel „Blauer Engel“) nachgewiesen werden. Ferner werden bei Ausschreibungen teilweise auch bestimmte ressourceneffiziente Technologien gefordert oder bevorzugt.

Um die Einhaltung von sozialen und ökologischen (Mindest-)Anforderungen über die ganze Lieferantenkette auf der Basis ökonomischer Nachhaltigkeit sicherzustellen, unterziehen die Stadtwerke Köln derzeit ihre Beschaffungsaktivitäten einer internen Bestandsaufnahme. Erste Analysen zeigen, dass viele Gesellschaften bei der Beschaffung Nachhaltigkeitskriterien bereits berücksichtigen, ohne diese explizit als solche zu verstehen bzw. auszuweisen. Das Projekt-Team setzt daher einen ersten Schwerpunkt auf die bereits bestehende Praxis, um eventuelle Lücken und Veränderungspotenziale aufzeigen zu können. Diese Analyse wird über das Berichtsjahr hinaus fortgesetzt.

In diesem Zusammenhang besonders erwähnenswert ist eine Aktivität der RheinEnergie, die seit 2014 an dem Rating-Verfahren von EcoVadis teilnimmt. EcoVadis, Rating-Unternehmen und Portal für CSR-Lieferantenbewertungen, untersucht jährlich rund 45.000 Zulieferer aus 150 Ländern sowie 190 Branchen. Die Bewertung konzentriert sich auf 21 Indikatoren, die in vier Themenbereiche untergliedert sind: Umwelt, Soziales, Ethik und nachhaltige Beschaffung. Diese Kriterien stützen sich auf internationale Standards. Zuletzt wurde die RheinEnergie im Jahr 2017 mit einer Silber-Bewertung für ihr CSR-Management ausgezeichnet. Damit schnitt die RheinEnergie besser ab als 74 % der von EcoVadis bewerteten Unternehmen, belegt also einen Platz im oberen Viertel. Die nächste Bewertung wird im Jahr 2019 erwartet.