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Stadtwerke Köln GMBH

Nachhaltigkeitsbericht 2016

Klimarelevante Emissionen: Maßnahmenpakete
für die Reduzierung von Luftschadstoffen

Gestalterin der Energiewende vor Ort

Bereits 2007 hat die RheinEnergie das Klimaschutzprogramm „Energie & Klima 2020“ initiiert mit dem Ziel, pro Jahr zusätzlich bis zu 150.000 t CO2 einzusparen und so gezielt gegen den voranschreitenden Klimawandel vorzugehen. Für dieses Programm hat das Unternehmen zusätzlich 25 Mio. € für klimaschonende Investitionen und Projekte zur Verfügung gestellt. Das Klimaschutzprogramm fußt auf vier Bausteinen: dem Ausbau des Fernwärmenetzes, dem Ausbau der Erneuerbaren Energie, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie dem Förderprogramm des KlimaKreises Köln. Auch im Jahr 2016 wurde das Klimaschutzprogramm erfolgreich fortgeführt, so dass die bislang realisierten Maßnahmen bereits jetzt pro Jahr zusätzlich rund 211.000 t CO2 einsparen.

  • DNK 13: Klima­relevante Emissionen 

Fernwärme für den Klimaschutz

In einem Ballungsraum wie Köln ist der Einsatz Erneuerbarer Energie begrenzt, der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung dagegen ökologisch, technisch und wirtschaftlich sinnvoll. Denn die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Fernwärme aus Erd- und Biogas in den effizienten KWK-Anlagen der RheinEnergie in Köln spart im Vergleich zur bundesweiten Strom- und Wärmegewinnung jährlich rund 750.000 Tonnen CO2 ein. Gerade in Großstädten mit hohem Wärmebedarf wie Köln bedeutet das Angebot emissionsfreier Fernwärme auch die Ablösung von Einzelfeuerungen vor Ort. 

Eine zentrale Voraussetzung für den Ausbau der Kölner Fernwärmeversorgung hat die RheinEnergie 2016 mit der Inbetriebnahme des hocheffizienten Heizkraftwerks Niehl 3 geschaffen. 

Fernwärme aus den zwei Gas-und-Dampfturbinen-Heizkraftwerken am Standort Niehl decken bereits jetzt mehr als die Hälfte des Wärmebedarfs in der Innenstadt und im Deutzer Zentrum. Dieses Netz soll nun in den kommenden 15 bis 20 Jahren weiter wachsen. Niehl 3 und der neue Fernwärmetunnel unterhalb des Rheins legen dazu die Grundlagen. Das neue HKW ermöglicht es, das Fernwärmenetz in Köln erheblich auszubauen. Unter den derzeitigen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann der Anschlusswert um 10 % gesteigert werden und somit bis zu 4.000 Einzelfeuerungen ablösen. Bei verbesserten Rahmenbedingungen besteht das Potenzial den Anschlusswert um 50 % zu erhöhen. 

Der zweite, 2016 fertiggestellte Fernwärmetunnel der RheinEnergie schafft eine wichtige Voraussetzung  für die Belieferung rechtsrheinischer, nördlicher Stadtteile mit Fernwärme und zudem für die künftige Schließung des innerstädtischen Fernwärmerings – wichtig für die verbesserte Sicherung des Netzes gegen Störungen und Ausfälle. 

2016 hat die RheinEnergie das Fernwärmenetz mit einer Leistung von 12,6 MW weiter ausgebaut. Zudem hat der Bau des Verteilernetzes nördlich der Mülheimer Brücke begonnen. Als erstes Objekt in Mülheim wird das Gymnasium Düsseldorfer Straße angeschlossen. Im Jahr 2016 verfügte die RheinEnergie über Versorgungs- und Anschlussleitungen für Fernwärme mit einer Gesamtlänge von 334 km.

Engagement für Erneuerbare Energie

Im Jahr 2016 hat die RheinEnergie ihre Erzeugungskapazitäten im Bereich der Erneuerbaren Energie in den Bereichen Photovoltaik und Bioenergie erweitert. Mit dem Kauf des Solarparks Münchberg in Bayern hat das Unternehmen sein Solarstrom-Portfolio um rund 7 MW erweitert. Der Solarpark ist einer der größten der Region und liefert mit knapp 30.000 Modulen Ökostrom für bis zu 2.400 Haushalte. Nach der 11-MW-Großanlage in Bronkow ist er der leistungsstärkste Solarpark, den die RheinEnergie derzeit betreibt. Der Solarpark im bayerischen Münchberg soll künftig erweitert werden und nach dem Ausbau zusätzliche 3,5 MW Sonnenstrom produzieren, womit weitere 1.250 Haushalte versorgt werden könnten. 

Des Weiteren engagierte sich die RheinEnergie 2016 im Bereich der Bioenergie – ein zweites Blockheizkraftwerk (BHKW) soll die Leistung der Biogasanlage Randkanal-Nord in Köln-Roggendorf/Thenhoven flexibilisieren. Diese Biogasanlage erzeugt seit 2011 zuverlässig Ökostrom und Wärme aus Energiepflanzen und Wirtschaftsdünger. Nun wird zu dem bereits bestehenden 1,2 MWel-Blockheizkraftwerk ein zweites BHKW mit gleicher Leistung installiert. Der elektrische Wirkungsgrad des neuen BHKW liegt bei rund 43 %, dank zusätzlicher Nutzung der Prozesswärme beträgt der Gesamtwirkungsgrad rund 85 %. Die Gesamtanlage im Kölner Norden wird weiterhin bis zu 9,9 GWh Strom liefern, der Rohstoffeinsatz wird sich also nicht erhöhen. Allerdings wird die Anlage durch die Erweiterung fit gemacht für die bedarfsgerechte Stromeinspeisung. Die bisherige Biogasanlage lieferte bislang konstant Strom und Wärme, nach der Leistungserweiterung wird sie flexibler betrieben und als Teil des Virtuellen Kraftwerks der RheinEnergie optimal am Markt orientiert arbeiten und beispielsweise kurzfristige Stromnachfragen der Netzbetreiber flexibel bedienen können. 

Herrscht etwa Windflaute und scheint die Sonne nicht, dann arbeitet die Anlage mit maximaler Leistung. In Zeiten geringerer Stromnachfrage dagegen kann die Leistung reduziert oder die Anlage sogar kurzfristig ganz abgeschaltet werden. Damit leisten auch diese beiden Biomethan-Blockheizkraftwerke der RheinEnergie einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität in Zeiten der Energiewende. 

Energieeffizienz und Dienstleistungen rund um das Thema Energie

Energiedienstleistungen, die Umwelt und Klima schützen, werden für die RheinEnergie ebenfalls immer wichtiger. Auf dem Feld Contracting für Wohnungswirtschaft und Industriekunden herrscht große Dynamik und das Unternehmen erarbeitet und realisiert zahlreiche ganzheitliche Energiekonzepte für neue Quartiere und Areale. Ein herausragendes Beispiel ist das Biomethan-Blockheizkraftwerk im Neubaugebiet Sürther Feld im Kölner Süden. Seit Mai 2016 ist das unterirdische BHKW in Betrieb und wird rund 220 Haushalte mit einer Wohnfläche von ca. 30.000 Quadratmetern – Stand 2. Bauabschnitt – mit nachhaltig erzeugter Wärme versorgen. Der Strom fließt in das Netz zur allgemeinen Versorgung. 

Diese Nahwärmeanlage mit 250 kW elektrischer und 270 kW thermischer Leistung entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Köln, der GAG Immobilien AG und der RheinEnergie. Sie bedeutet nicht allein aktiven Klimaschutz durch den Wegfall dezentraler und weniger effizienter Heizungsanlagen, sondern bietet den Kunden durch die Einsparung von Investitions- und Wartungskosten erheb­liche wirtschaftliche Vorteile. 

2016 wurde mit einem Fernwärmeanschluss, einem Blockheizkraftwerk und der Installation moderner LED-Beleuchtung im Rahmen des Modernisierungsprojekts des Geländes der Koelnmesse ein erster Meilenstein gesetzt – ein „Energie-Update“, das durch die RheinEnergie umfänglich unterstützt wird.

Das eigene Blockheizkraftwerk der Koelnmesse hat eine Leistung von 1,2 MW und deckt mit je 6.000 MWh Strom und Wärme den Grundbedarf des gesamten Geländes ab. Der 12-MW-Fernwärmeanschluss sorgt bei Bedarf für zusätzliche Wärme. Zudem erhöhen neue Wärmedämmungen für Rohrleitungen die Energieeffizienz und der Einsatz neuer Pumpen verringert den Stromverbrauch an dieser Stelle um 60 %. Außerdem wird ein Teil der Ausstellungshallen nun von LED-Leuchten erhellt. 

Die Effekte für den Klimaschutz und die Wirtschaftlichkeit sind beachtlich: Die Messe kann ihren CO2-Ausstoß um jährlich 3.200 t senken, was den Emissionen von 2.100 Kleinwagen mit einer Laufleistung von je 15.000 Kilometer pro Jahr entspricht. Die Koelnmesse spart nun jedes Jahr 400.000 € Energie­kosten ein.  

Die RheinEnergie engagiert sich auch für die Digitalisierung und die Vermarktung von Abrechnungsdienstleistungen. Ein Beispiel dafür ist das 2016 gemeinsam durch die RheinEnergie, EWE AG und Westfalen-Weser-Netz gegründete Unternehmen GWAdriga, das für die zunehmende Anzahl von Smart-Metern das Datenmanagement übernehmen soll, die sogenannte Gateway-Administration. Die drei Unternehmen verfügen über insgesamt 3,4 Mio. Zählpunkte und das Potenzial von rund 480.000 intelligenten Messsystemen. Damit besetzt die RheinEnergie frühzeitig eine neue Marktrolle, die sich aus dem Digitalisierungsgesetz für die Energiewirtschaft ergibt.

Gerade für den aufstrebenden Sektor E-Mobilität sind tragfähige Lösungen für den Betrieb von Elektro-Ladeinfrastruktur und die Abrechnung von Ladevorgängen von hoher Bedeutung. Im Herbst 2016 haben drei Elektromobilitäts-Praktiker mit langjähriger Erfahrung – die RheinEnergie, die in ihrem Versorgungsgebiet eines der dichtesten Ladenetze Deutschlands betreibt, und die Firmen MENNEKES und powercloud – ihr Know-how gebündelt und die chargecloud GmbH gegründet. Mit ihrem gleichnamigen Produkt chargecloud bietet die neue Firma eine sichere, modulare und cloudbasierte Software­lösung für den Betrieb von vernetzter Ladeinfrastruktur und zur Abrechnung von Ladevorgängen an.

Chargecloud eignet sich für den Betrieb aller Ladestationentypen für E-Fahrzeuge. Das System lässt sich über jeden aktuellen Webbrowser bedienen und ist als Cloudangebot stets aktuell. Dank des modularen Aufbaus lassen sich einzelne Module – etwa zum Monitoring oder zur Analyse von Kundendaten – jederzeit ergänzen.

Das Angebot richtet sich an alle Betreiber von Ladeinfrastrukturnetzen, an Stadtwerke und Wohnungsbaugesellschaften ebenso wie an Unternehmen mit E-Mobil-Flotten. Dabei bleiben die Kunden bei der Wahl ihrer Ladestation und des Stromlieferanten völlig frei. Im Jahr 2016 hat die RheinEnergie ihre Erzeugungskapazitäten im Bereich der Erneuerbaren Energie in den Bereichen Photovoltaik und Bioenergie erweitert.

Gemeinsam wirken im KlimaKreis Köln

Der vierte Baustein des Klimaschutzprogramms „Energie & Klima 2020“ ist der 2007 gegründete KlimaKreis Köln, ein Fördergremium mit 21 Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Der KlimaKreis Köln hatte den Auftrag, in der Region zukunftsweisende Klimaschutzprojekte zu identifizieren und zu fördern. Dafür stellte die RheinEnergie insgesamt 5 Mio. € zur Verfügung. 2016 hat dieser seine auf fünf Jahre beschränkte Projektlaufzeit überschritten und das Budget nahezu ausgeschöpft. Das Fördergremium kann auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken: Insgesamt wurden 28 Projekte für eine Förderung ausgewählt und bis 2016 über 20 Projekte erfolgreich abgeschlossen. Die noch laufenden Förderprojekte werden bis 2019 zu Ende geführt.  

Mobilität in der wachsenden Stadt

Mit mehr als einer Million Einwohnern ist Köln die viertgrößte Stadt Deutschlands und zudem eine der Kommunen, die kontinuierlich wächst. Bis zum Jahr 2025 erwartet die Stadt einen Einwohnerzuwachs von 50.000 Menschen. Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr, daher rechnet die KVB im gleichen Zeitraum mit etwa 50 Mio. zusätzlichen Fahrgästen. Für die Menschen in der Stadt ist ein funktionierender öffentlicher Personenverkehr unverzichtbar. Derzeit stößt der Verkehr an seine Grenzen, viele Straßen sind zu den Hauptverkehrszeiten verstopft, so dass es nur im Schritttempo vorangeht. Auch die Stadtbahnen platzen auf manchen Strecken in diesen Zeiten fast aus den Nähten. Vor allem die Ost-West-Linien sind stark überlastet.

Zudem belasten wachsende Schadstoffausstöße, insbesondere des motorisierten Individualverkehrs, die Umwelt und damit die Lebensqualität in der Stadt. Dem Verkehr wird, je nach Berechnungsgrundlage und -methodik, ein Anteil von rund 20 bis 25 % an den gesamten CO2-Emissionen zugeschrieben. An den direkten CO2-Emissionen des Verkehrs ist der Straßenverkehr mit 85 % beteiligt, der Pkw-Verkehr alleine mit 60 %.

Deshalb ist ein leistungsstarkes Verkehrsnetz eine der wichtigsten Voraussetzungen für nachhaltiges Stadtwachstum. Daher hat die Stadt Köln 2014 gemeinsam mit der KVB, der HGK und anderen in der Strategie „Köln mobil 2025“ Grundsätze und Leitziele der Verkehrspolitik formuliert. Danach soll der motorisierte Individualverkehr zugunsten umweltfreundlicherer Alternativen von zurzeit ca. 40 % auf 33 % im Jahr 2025/30 reduziert werden.

Die Aufgabe, den ÖPNV als entscheidenden urbanen Verkehrsträger – im Umweltverbund mit Fahrrad und Fußgängern – zukunftsfähig zu gestalten, ist eine der großen Herausforderungen von Stadt Köln und KVB. 

Noch ist die Verkehrswende in Köln und in der Region nicht geschafft, aber auch im Jahr 2016 sind die Fahrgastzahlen der KVB angestiegen – auf 277,7 Mio. Menschen, das waren 1,5 Mio. mehr als noch 2015. Einen weiteren wichtigen Schritt zur Stärkung des Umweltverbundes hat die KVB 2015 mit der Einführung des Leihradangebots gesetzt, ein Angebot, das sich binnen eines Jahres zu einer Erfolgsgeschichte entwickelte. Im Sommer 2016 hat das Verkehrsunternehmen das Fahrradangebot um 500 auf insgesamt 1.460 aufgestockt: Fast 870.000 Ausleihen wurden bis Jahresende 2016 registriert.

Dennoch liegt der Anteil des ÖPNV am gesamten Verkehrsaufkommen in Köln nach wie vor bei ca. 22 % und damit noch weit entfernt von dem im Strategiepapier „Köln mobil 2025“ formulierten Ziel, den Anteil des Umweltverbundes – also ÖPNV, Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen – am gesamten Verkehrsaufkommen auf etwa zwei Drittel zu steigern. 

Nahwärmenetz der AVG Ressourcen

Die AVG Köln hat eine negative Klimabilanz: Durch die Erzeugung von Sekundärrohstoffen (etwa Metall) sorgt die AVG Köln für die Einsparung natürlicher Ressourcen und vermeidet zusätzlich den Energieaufwand, der bei der Neuproduktion notwendig wäre. 

In der Restmüllverbrennungsanlage werden als „Abfallprodukte“ Strom und Prozessdampf erzeugt, indem die bei der Verbrennung von Abfall entstehende Wärme genutzt wird. Da ca. 50 % des verbrannten Abfalls als erneuerbarer Energieträger, der als CO2-neutral zu werten ist, und durch die Energieproduktion zudem fossile Energieträger eingespart werden, bleiben der Stadt Köln jedes Jahr rund 100.000 t klimaschädliches CO2 erspart. 

Auf der Deponie Vereinigte Ville, die die AVG Köln im Auftrag der Stadt Köln betreibt, sorgen rund 250 Gasbrunnen dafür, dass klimaschädliches Methan aufgefangen und zur Erzeugung von Strom und Wärme in einem Blockheizkraftwerk verbrannt wird. Da Methan um den Faktor 28 klimaschädlicher als CO2 ist, bleiben hierdurch der Atmosphäre umgerechnet deutlich über 100.000 t CO2 erspart. 

Auch die AVG Ressourcen, eine Tochtergesellschaft der AVG Köln, hat 2016 einen entscheidenden Schritt für die umwelt- und klimafreundliche Energieerzeugung gesetzt. Das Unternehmen, das seit vielen Jahren Brennstoffe aus der Altholzaufbereitung erzeugt und dem Markt zur Verfügung stellt, rüstete 2016 den eigenen Standort um und nahm im März 2017 ein Nahwärme-Heizkraftwerk offiziell in Betrieb. Die Nahwärmeanlage mit einem 500-kW-Kessel wird mit Hackschnitzeln aus der eigenen Altholzaufbereitungsanlage betrieben. Die Netzlänge beträgt rund 600 Meter, der Brennstoffbedarf liegt bei 350 bis 400 t Altholz pro Jahr. Die gesamte Wärmeleistung von rund 1,2 Mio. kWh im Jahr entspricht dem Bedarf von 48 Einfamilienhäusern. Um die Anlage besonders effizient zu betreiben, hat die AVG Ressourcen zudem die umliegenden Nachbarn mit in die Versorgung mit Wärme und Warmwasser eingebunden.

Da die Holzhackschnitzel als erneuerbarer Energieträger CO2-neutral sind, ergibt sich gegenüber den bisher genutzten Heizsystemen der AVG Ressourcen und ihrer Nachbarn eine CO2-Einsparung von fast 500 t jährlich. In Zusammenarbeit mit der RheinEnergie wird derzeit nach weiteren Möglichkeiten gesucht, um zusätzliche Nahwärmenetze in der Region zu installieren. Potenziale gibt es vor allem in Neubau­gebieten und Randlagen, in denen die Flächenversorgung mit Energie nicht vorhanden ist.

Waste to Energy: Einsparungen in Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent
durch Restmüllverbrennung und Deponiegas

  2016 2015 2014 2013 2012
Restmüllverbrennungsanlage 154.700 118.800 112.000 103.000 97.000
Deponie Vereinigte Ville 126.400 130.000 122.500 122.100 126.400
– davon Gutschrift aus dem Blockheizkraftwerk 16.200 16.700 14.500 14.100 16.400

Quelle: Geschäftsberichte AVG Köln 2012 – 2016

Erläuterung: Was sind CO2-Äquivalente?
Um den Einfluss der verschiedenen klimarelevanten Gase auf das Klima vergleichen zu können, dient eine Äquivalenz-Rechnung. Dabei ist Kohlendioxid das Leitgas, da es in der Atmosphäre am häufigsten vorkommt. Alle anderen Gase werden – entsprechend ihrer Wirksamkeit – auf den Kohlendioxidwert umgerechnet. Die einflussreichsten klimawirksamen Gase neben Kohlendioxid sind (nach ihrer Bedeutung): Methan (CH4) mit einem Umrechnungsfaktor von 28; Lachgas (N2O) mit einem Umrechnungsfaktor von 310; F-Gase (Fluorkohlenwasserstoffe, Fluorchlorkohlenwasserstoffe) mit einem Umrechnungsfaktor von bis zu 14.800; Schwefelhexafluorid (SF6) mit einem Umrechnungsfaktor von 22.800; Stickstofftrifluorid (NF3) mit einem Umrechnungsfaktor von 17.200.

Lernendes Energie­Effizienz-Netzwerk (LEEN)

2016 wurden an allen Standorten der AVG-Gruppe Energieaudits durchgeführt, in denen die Energieflüsse analysiert und Optimierungspotenziale erarbeitet wurden. Für die Restmüllverbrennungsanlage (RMVA) und die Hauptverwaltung ging die AVG Köln aber noch einen Schritt weiter und trat mit diesen Betrieben dem ersten „Lernenden Energieeffizienz-Netzwerk – LEEN“ in Köln bei. Unter der Federführung der RheinEnergie sind neben der RheinEnergie-Gebäudewirtschaft als weitere Netzwerkpartner der Flughafen Köln/Bonn, die Universität zu Köln, das Marriott Hotel in Köln, die medfacilities Energie GmbH der Uniklinik, die Kölner Kliniken sowie das Studierendenwerk an Bord.

Innerhalb der 4-jährigen Netzwerk-Laufzeit wird die AVG Köln diverse Energiesparmaßnahmen umsetzen, die hauptsächlich der Beleuchtungsoptimierung durch Einsatz hocheffizienter LED-Technik dienen. Allein im Bereich der RMVA und der Hauptverwaltung werden dadurch Einspareffekte von mehr als 800 MWh pro Jahr erzielt. Selbst unter Berücksichtigung des regenerativen Anteils von mehr als 50 % des in der RMVA erzeugten Stroms ergibt sich eine jährliche Einsparung von rund 240 t CO2 pro Jahr.

Basierend auf diesen Erfahrungen sind auch in den übrigen Betriebsbereichen der AVG-Gruppe bereits Maßnahmen in Planung.

Energiespar­potenziale im Werkstattbereich der HGK

Die HGK erbringt mit ihrer Lok- und Wagenwerkstatt im Bahnbetriebswerk (BW) Vochem Wartungs- und Instandhaltungsleistungen für die RheinCargo und externe Kunden. Außerdem wird dort auch die entsprechende Dokumentation für das ECM (Entity in Charge of Maintenance), die für die Instandhaltung zuständige Stelle nach der Europäischen Richtlinie über die Eisenbahnsicherheit, erstellt.

Im Jahr 2016 bearbeitete die Lok- und Wagenwerkstatt insgesamt 2.410 Aufträge, davon übernahm die Lokwerkstatt allein 2.074. Innerhalb des Dienstleistungsportfolios der HGK kommt einem wirtschaftlichen Werkstattbetrieb somit hohe Bedeutung zu. 2015 bis 2016 wurden die beiden Werkstätten mit dem Ziel der Steigerung der Energieeffizienz saniert. 

In der Güterwagenwagenwerkstatt, Baujahr 1923, in der auf einer Fläche von ca. 550 m² Güterwagen verschiedener Bauarten instand gehalten werden, wurde 2016 ein neues Lichtkonzept realisiert. Im Zuge dieser Maßnahme wurden die herkömmlichen Hochdruck-Quecksilberdampflampen (HQL) mit einer jeweiligen Leistung von 400 Watt und einem Vorschaltgerät, das 130 Watt benötigt, durch Hallen­tiefstrahler in LED-Technik mit einer Leistung von 240 Watt ersetzt. Die gesamte Arbeitsfläche der Güterwagenwerkstatt wird nun bei wesentlich geringerer Gesamtleistungsaufnahme mit 550 Lux und mehr heller denn je zuvor ausgeleuchtet. Die neuen LED-Lampen sind besonders energieeffizient und verringern indirekt CO2-Emissionen, zugleich erhöht die verbesserte Beleuchtung die Arbeitssicherheit und steigert die Produktivität. So entfällt beispielsweise zeitlicher Mehraufwand, der bislang anfiel, um für spezielle Arbeiten zusätzliche Lampen und Strahler aufzustellen. 

Im Zuge der Lichtsanierung wurden zudem Außenbereiche der Güterwagenwerkstatt, darunter die Wagonverschiebebühne und das Radsatzlager, mit LED-Strahlern versehen. Zunächst zu Testzwecken wurde ebenfalls eine der Arbeitsgruben dieser Werkstatt mit LED-Lichttechnik ausgestattet. Es ist geplant, sämtliche Arbeitsgruben, in denen die Instandhaltungsarbeiten am Unterbau der Güterwagen stattfinden, sukzessive mit LED-Technik auszuleuchten. 

Auch das Lager des Bahnbetriebswerk (BW) Vochem wurde mit Hallentiefstrahlern in LED-Technik ausgestattet. Wenngleich wegen der Gebäudeart und niedriger Deckenhöhen andere Strahler als in der Güterwagenwerkstatt eingesetzt wurden, sind die Vorteile vergleichbar: Energie- und CO2-Einsparung sowie sichereres, komfortableres Arbeiten für das Lagerpersonal. 

Ein weiterer Beitrag zur dauerhaften Senkung des Energieverbrauchs wurde mit der Sanierung des Druckluftleitungsnetzes der Güterwagenwerkstatt erzielt, da nun der Kompressor für den Betrieb der Druckluftwerkzeuge, der mit einer Anschlussleistung von 16 kW zu den Großverbrauchern des Betriebes gehört, deutlich weniger häufig im Einsatz ist. 

Energetisch saniert wurde außerdem das Gebäude der Lokwerkstatt mit einer Gesamtarbeitsfläche von ca. 620 m². Das um 1911 erbaute Gebäude wurde bereits 2007 teilweise modernisiert und größtenteils mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Im Zentrum der letztjährigen Arbeiten standen Maßnahmen zur Wärmedämmung und der Umbau eines Teils der Räumlichkeiten zu einer modernen Arbeitsstätte, in der künftig fortschrittliche Klebetechnik an Lokomotiven eingesetzt werden soll. Dieses moderne Arbeitsverfahren erfordert Staubfreiheit, konstante Arbeitstemperaturen und gute Sichtverhältnisse. Ein neues, hervorragend gedämmtes Dach mit durchgehendem Oberlicht sorgt für eine gute Isolierung und einen hohen Tageslichtanteil in der Halle. Das durchgehende Oberlicht und ein Beleuchtungskonzept in LED-Technik garantieren zu jeder Jahres- und Tageszeit Beleuchtungsstärken von ca. 700 Lux bei niedrigem Energieeinsatz. Neue Teile der Heizungsanlage tragen ebenfalls zur Energieeffizienz bei. 

Die Einsparpotenziale dieser Umrüstungsmaßnahme auf LED-Beleuchtung können sich sehen lassen: Pro Jahr werden in der Güterwagenwerkstatt und im Lager des Bahnbetriebswerks Vochem fast 46.000 kWh Strom eingespart, was einer jährlichen CO2-Einsparung in Höhe von rund 24 t entspricht.

Sanierung der Lüftungstechnik in Chorweiler

Auch die KölnBäder, die sich seit ihrer Gründung vor fast 20 Jahren für die Modernisierung der öffent­lichen Bäder Kölns engagieren und mit dem Neubau des Ossendorfbades, des Lentparks und des Hallenbades Stadion neue Akzente in der Bäderlandschaft der Stadt setzten, haben 2016 erneut in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz investiert. 

Im Rahmen der Sanierung der Lüftungstechnik im Chorweilerbad erneuerten sie 2016 die Lüftungsgeräte und die Lüftungskanäle in der Badehalle und den angrenzenden Bereichen. Ziel dieser Maßnahme war eine Verbesserung der Lufthygiene durch den Einbau neuester Filterkomponenten, um eine optimale Luftqualität für Badegäste und Mitarbeiter zu gewährleisten. Die Lüftungsgeräte, die der höchsten Energieeffizienzklasse angehören, haben einen überdurchschnittlich hohen Wärmerückgewinnungsgrad. Dies ist für die Wirtschaftlichkeit des Bades von besonderer Bedeutung, da die Erwärmung der Schwimmhalle im Wesentlichen über die Lüftungsanlage erfolgt und ein hoher Wärmerückgewinnungsgrad zu einer hohen Einsparung an CO2 führt.

Zur Verbesserung der Arbeitsplatzqualität wurde darüber hinaus eine besondere Belüftung im Aufsichtsbereich der Schwimmmeister installiert, die diese mit kühlerer Frischluft versorgt.