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Stadtwerke Köln GMBH

Nachhaltigkeitsbericht 2016

Ressourcenmanagement: Aktiv für den Klimaschutz

Engagement für eine intakte Umwelt

Ein wichtiger Partner zur Umsetzung der Energiewende vor Ort ist die RheinEnergie, für die der Klima- und Umweltschutz zu ihren primären Unternehmenszielen zählen – schon allein, weil das Unternehmen neben Energie auch Trinkwasser liefert, also ein hochwertiges, naturreines Lebensmittel, zu dessen Gewinnung es auf eine intakte, saubere Umwelt angewiesen ist. Und für den Erhalt einer intakten Umwelt engagiert sich die RheinEnergie auf vielfältige Weise.

Eine Brücke in die Zukunft der Erneuerbaren Energie

Im September 2016 nahm die RheinEnergie ihr neues Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk Niehl 3 offiziell in Betrieb. Es erzeugt mit einer Gas- und Dampfturbine in Kraft-Wärme-Kopplung bis zu 450 Megawatt Strom für etwa eine Million sowie 265 Megawatt Fernwärme für rund 30.000 Haushalte. Dabei setzt die Anlage bis zu 88 % des eingesetzten Gas-Brennstoffs in nutzbare Energie um. Der elektrische Wirkungsgrad beträgt über 60 %. Das Heizkraftwerk spart 500.000 t CO2 ein und hilft so dem Klimaschutz.       

Ein Alleinstellungsmerkmal dieses modernsten Anlagetyps ist seine flexible Laststeuerung. Dies bedeutet, dass Niehl 3 dank kurzer Anfahrtszeiten – innerhalb einer Stunde erreicht es aus dem Stillstand die volle Leistungsfähigkeit – rasch Versorgungslücken schließen kann. Dies ist in Zeiten der Energiewende und einer immer weiter zunehmenden Diversifizierung der Energieerzeugung strategisch wichtig.  Eine wichtige Voraussetzung dafür ist der doppelte Netzanschluss des HKW. Es verfügt über einen 110-kV-Anschluss, über den die lokale Ebene versorgt wird, und zudem ist es an das 380-kV-Höchstspannungsnetz angeschlossen.

Darüber hinaus spielt das neue Heizkraftwerk Niehl 3 eine wichtige Rolle für die energieeffiziente und emissionsarme Erzeugung der Fernwärme in Köln. Vom Standort Köln-Niehl mit seinen jetzt zwei Gas- und Dampfturbinen-Anlagen versorgt die RheinEnergie bereits heute den Stadtbezirk Köln-Innenstadt, der auch den rechtsrheinisch gelegenen Stadtteil Deutz umfasst. Dank der Wärmeleistung von Niehl 3 wird die RheinEnergie künftig die Fernwärme-Anschlusskapazität in den kommenden zehn bis 15 Jahren um bis zu 50 % steigern. In Zuge dessen werden neue Gebiete im Kölner Westen und Nordwesten sowie Quartiere im Rechtsrheinischen an das Fernwärmenetz angeschlossen. Eine wesentliche Voraussetzung für diese Erweiterung des Versorgungsgebiets im rechtsrheinischen Köln ist die Fertigstellung des zweiten, 650 Meter langen Fernwärmetunnels unterhalb des Rheins zwischen Niehl und Mülheim, der parallel zum HKW Niehl 3 errichtet wurde. Die Anlage eröffnet die Möglichkeit, in Köln den Anschlusswert der Fernwärme nochmals um 50 % zu steigern und so bis zu 35.000 Einzelfeuerungen, darunter Öl- und Kohleheizungen, abgelöst werden. Mit der vor Ort produzierten Fernwärme könnte so pro Jahr ein Ausstoß von bis zu  1 Mio. t CO2 verhindert werden und könnten die Kölner von der emissionsarmen komfortablen und sicheren Versorgung mit Raumwärme und Warmwasser profitieren. Mit der Inbetriebnahme von Niehl 3 hat die RheinEnergie – den derzeitigen Planungen zufolge – den Schlussstein in Bezug auf die konventionelle Energieerzeugung gesetzt. Gleichwohl werden effiziente und flexible Heizkraftwerke wie Niehl 3 als Brückentechnologie für einen Zeitraum von 30 bis 40 Jahren unverzichtbar sein, da die Volatilität von Wind- und Sonnenenergie abgesichert werden muss, solange es keine bezahlbaren Groß- und Langzeitspeicher für Stromüberschüsse gibt. Zugleich setzt die RheinEnergie in ihrem Erzeugungsgesamtkonzept zunehmend auf Erneuerbare Energie. Nachdem das Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren rund 300 Mio. € in Photovoltaik- und Windkraft- sowie Biogasanlagen investiert hat, ist nun geplant, dafür weitere 290 Mio. € bis 2020 einzusetzen. 

Ein Virtuelles Kraftwerk am Rhein

Angesichts der wachsenden Zahl dezentraler Energieerzeugungsanlagen sind Maßnahmen zur ihrer Steuerung, Überwachung und Vermarktung von steigender Bedeutung. Auf diese Anforderung hat die RheinEnergie zur Jahresmitte 2016 mit der Inbetriebnahme eines Virtuellen Kraftwerks reagiert. Dieses Kraftwerk bündelt die Stromerzeugung zweier großer Kraftwerke der RheinEnergie und zweier der Stadtwerke Düsseldorf sowie dezentraler Energieerzeugungsanlagen. In diese Infrastruktur lassen sich auch kleinere Erzeugungseinheiten wie Blockheizkraftwerke, Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen einbringen und so steuern, dass sie im Verbund mit anderen Anlagen wie ein Großkraftwerk wirken. Dadurch entsteht aus vielen kleinen Einheiten ein Regelenergieprodukt, das sich an unterschiedlichen Handelsplätzen vermarkten lässt. Das eröffnet den Kunden im Verbund mit anderen Erzeugern den Zugang zu lukrativen Märkten in der Direktvermarktung oder durch Teilnahme am Regelenergiemarkt. 

Zugleich kann das Virtuelle Kraftwerk flexibel auf Nachfrageveränderungen und Marktpreise reagieren und über intelligente Steuerung Strom bedarfsgerecht einspeisen beziehungsweise verbrauchen. So lässt sich beispielsweise eine Erzeugungsanlage des Virtuellen Kraftwerks genau dann abschalten, wenn im Netz aufgrund von viel Wind oder Sonne bereits ein Überangebot besteht. Virtuelle Kraftwerke erhöhen durch diesen Mechanismus auch die Netzstabilität und leisten so einen wesentlichen Beitrag zur Integration Erneuerbarer Energie in die Gesamtversorgung.

Aktiv für Köln - Kampagne der AWB zur Steigerung der Wertstoffmengen

Um die Maßnahmen zur Vermeidung und Verwertung von Abfällen unter einem Dach zu verbinden, hat die AWB ein Programm mit dem Titel „Aktiv für Köln“ initiiert. Inhalt dieses Programms ist die Überprüfung und – mit Blick auf die Bedürfnisse der Kunden – die weitere Optimierung bzw. Erweiterung der bisherigen Wertstoffsammelsysteme.

Es ist wichtig, die Notwendigkeit eines sensiblen Umgangs mit Abfällen zu kommunizieren und so die Bürger davon zu überzeugen bzw. sie entsprechend zu ermutigen. Die Stadt Köln und mit ihr die AWB verstehen es als ihre Verpflichtung, die Kölner Bürger auf dem Weg der Abfallvermeidung und -verwertung zu unterstützen.

Im Jahr 2016 wurden erneut diverse Maßnahmen für die Erweiterung der Wertstoffsammelsysteme umgesetzt. Dazu gehörte der weitere Ausbau des Bio- und Wertstofftonnenangebots: Am 31. Dezember 2016 betrug die Anschlussquote für die Blaue Tonne (Papiersammlung) 87,4 % (Vorjahr 86,9 %) und für die Gelbe Tonne (Wertstofftonne) 83,4 % (Vorjahr 82,6 %). Die gesammelte und verwertete Altpapiertonnage lag geringfügig über dem Vorjahreswert.

Dass die Maßnahmen der AWB für die Abfalltrennung erfolgreich sind, ergab die Hausmüllanalyse, die 2015 und 2016 durchgeführt wurde, und in deren Zuge auch das vorhandene Wertstoffpotenzial in der Restmülltonne untersucht wurde. Es zeigte sich, dass immer mehr Abfälle getrennt gesammelt werden und somit Maßnahmen der AWB, unter anderem im Rahmen von „Aktiv für Köln“, erfolgreich waren. Gleichzeitig verbleiben jedoch immer noch verschiedene Wertstoffe in den Restmülltonnen, insbesondere biogene Abfälle (36 %) – der Bedarf nach Aufklärungsarbeit ist somit weiterhin gegeben.

Klimaschutz durch Abfalltransport über die Schiene

Die Kölner Bürger sollen so wenig wie möglich durch Abfalltransporte belästigt werden. Daher werden von Montag bis Freitag jeweils rund 1.000 t Abfall umweltfreundlich per Eisenbahn durch die Stadt transportiert. Im gesamten Jahr 2016 waren es rund 248.000 t. Damit erreichen rund 78 % des Kölner Hausmülls die Restmüllverbrennungsanlage in Köln-Niehl auf dem Schienenweg.

Wichtige Knotenpunkte des Anlieferkonzepts sind die Müllumladestationen der AWB im rechtsrheinischen Rath-Heumar und im linksrheinischen Ehrenfeld. Hier liefern Fahrzeuge der AWB den Abfall an. Die Abfälle werden mittels Verlade- und Presstechnik in geruchsdichte Container gedrückt; dabei reduziert sich das Volumen auf ungefähr ein Drittel. Nachdem die Container per Kran auf die Schiene gehoben werden, geht es mit der Bahn zur Restmüllverbrennungsanlage nach Niehl. Durch den Einsatz der beiden Müllumladestationen und den Transport per Eisenbahn werden rund 20 Müllfahrzeuge mit einer jährlichen Laufleistung von jeweils 15.000 km eingespart. Dies ist eine massive Entlastung des Straßenverkehrs und bedeutet zugleich erhebliche Einsparungen von Schadstoffemissionen in der Stadt. So kann der CO2­-Ausstoß jährlich um mehr als 600 t reduziert werden. Diesen positiven Effekt bestätigt auch das unabhängige Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (IFEU).

Umwelt­freundlicher Gütertransport auf dem Wasser

Der Logistikdienstleister RheinCargo, eine Beteiligungsgesellschaft der HGK, betreibt die vier Rheinhäfen in Köln und darüber hinaus drei weitere in Neuss und Düsseldorf. 2016 steigerte sie den Güterumschlag auf 28 Mio. t und wuchs im Hafenbetrieb trotz längerer Niedrigwasserphasen und schwieriger Marktbedingungen gegen den Trend um 4,4 %. Von diesen 28 Mio. t wurden 18,1 Mio. t per Schiff angeliefert oder abtransportiert. Dieser wasserseitige Umschlag erzielte ein Plus in Höhe von 4,5 % gegenüber dem Jahr 2015. 

Gemessen an dieser zentralen Kenngröße liegt RheinCargo auf Platz 1 unter den öffentlichen Binnenhäfen in Deutschland. Nur der private Werkshafen von ThyssenKrupp in Duisburg, der große Mengen Kohle und Erz empfängt, schlägt wasserseitig mehr um als RheinCargo. Erhebliche Zuwächse gab es bei Massengütern wie Baustoffen. Der Container-Umschlag blieb stabil, die Häfen erreichten erneut das starke Vorjahres-Niveau von 1,3 Mio. Einheiten (TEU). Hingegen entwickelte sich im Schienengüterverkehr der Markt in Deutschland 2016 rückläufig. Vor dem Hintergrund scharfer Konkurrenz durch den Lkw, der von niedrigen Dieselpreisen profitiert, musste auch RheinCargo hier Rückgänge verzeichnen. Dennoch blieb unterm Strich ein leichtes Plus, die Gesamtgütermenge aus Häfen und Bahn wuchs um 0,4 % auf 50,4 Mio. t. 

Gerade in Zukunft wird es immer wichtiger sein, Alternativen zum Gütertransport auf der Straße zu schaffen. Nicht zuletzt mit Blick auf die steigende Verkehrsbelastung in Köln, insbesondere durch die zu erwartende starke Zunahme des Lkw-Verkehrs und die damit verbundenen bereits heute großen Schäden an der Straßenverkehrsinfrastruktur und der wachsenden Schadstoffbelastung wird dies unverzichtbar sein. Der Rhein bietet Köln eine direkte Verbindung zu den See­häfen – und ermöglicht effiziente Alternativen zum Lkw-Verkehr. Platz ist auf dem Wasser genug, so dass sich die Transport­kapazität ohne Weiteres verdoppeln ließe. Bereits heute werden in den vier Kölner Häfen im Schnitt täglich rund 24.000 t per Schiff angeliefert oder in alle Welt verschickt. Der umweltfreundliche Transport auf dem Rhein ersetzt mehr als 1.000 Lkw-Fahrten – jeden Tag. Die Schifffahrt entlastet Straßen, spart Energie und CO2 und schont die Nerven staugeplagter Auto­fahrer.

Zweites Gleis für die Linie 18 in Brühl

Die HGK und ihre Beteiligungen schaffen wichtige Voraussetzungen für den funktionierenden Güterkreislauf in Köln und in der Region. Darüber hinaus ist die HGK als Betreiberin der Gleisinfrastruktur, die von vier Stadtbahnlinien der KVB befahren wird, ein wichtiger Partner für den Öffentlichen Personennahverkehr. 

Nachhaltig auf dem Wasser

Die RheinCargo, eine Beteiligung der HGK, betreibt in Köln vier Häfen. Die Abfertigung Tausender Schiffe pro Jahr ersetzt Hunderttausende Lkw-Fahrten (ein Binnenschiff ersetzt im Schnitt 150 Lkw).

 Abgefertigte SchiffeWasserseitiger Umschlag in t
 2016 2015 20142016 2015 2014
Godorfer Hafen 4.322 4.432 4.198 5.791.400 5.671.370  6.227.208
Deutzer Hafen 251 269 257 239.289 287.016 302.431
Niehl 1 2.182 2.214 2.224 4.439.000 4.312.371 4.016.385
Niehl 2 606 696 631 431.448 469.946 467.798

Der bereits 2015 begonnene zweigleisige Ausbau der Strecke der Stadtbahnlinie 18 in Brühl gehört zu den größten Projekten der HGK seit Jahren. Im Rahmen des zweiten Bauabschnitts wurde 2016 das zweite Gleis zwischen Brühl-Badorf und Brühl-Süd gebaut, die Fahrleitung angepasst und ein zweiter Bahnsteig in Badorf errichtet. Die Erweiterung der Vorgebirgsbahnstrecke in Brühl umfasst insgesamt drei Bauabschnitte. 

Diese Erweiterung der Gleisinfrastruktur zwischen Köln und Bonn dient dazu, die Pünktlichkeit der Stadtbahnen und einen stabilen Zehn-Minuten-Takt gewährleisten zu können. Mit diesem Projekt stärkt die HGK den ÖPNV in der Region. Die Inbetriebnahme dieser Ausbaustrecke, die zu 90 % aus Fördermitteln des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland (NVR) und des Bundes finanziert wird, soll zu Jahresbeginn 2018 erfolgen.

Erfolgreich auditiert – EMAS bei der KVB

Bereits durch seine bündelnde Wirkung ist der ÖPNV ein Lösungsansatz für den Umwelt- und Klimaschutz. Er vermeidet Pkw-Fahrten und damit einen höheren Schadstoff- und Kohlendioxid-Ausstoß und darüber hinaus vermeidet er die Versiegelung weiterer Flächen für Straßen und Parkplätze. Mehr ÖPNV ist damit einer der wirksamsten Beiträge für Klimaschutz: Ohne Verkehrswende zugunsten des ÖPNV und des Umweltverbundes wird es keine Klimawende geben. 

Um diesen Vorteil beim Umwelt- und Klimaschutz weiter auszubauen, ist die KVB in allen Bereichen – ob in den Werkstätten oder bei Bus und Bahn – bestrebt, Emissionen so gering wie möglich zu halten und in hohem Maße energieeffizient zu arbeiten. Um diese Ziele zu erreichen, sind regelmäßige Überprüfungen erforderlich, um die Einhaltung umweltrelevanter Vorschriften zu überwachen. Um den Umweltschutz weiter zu verbessern, kontrolliert die KVB ihre betrieblichen Abläufe und verbessert sie durch die Formulierung von Zielen und Programmen. Seit 1998 stellt sich die KVB den Regularien von EMAS und kontrolliert ihr Umweltmanagement in Kooperation mit externen Fachleuten. 

Umweltziele und Programme der KVB ab 2016

Lfd.
Nr. 
Umweltbereich  Ziel Programme Fachbereich Standort
1 Mobilität Steigerung der Fahrgastzahlen bis 2025 um 15 % gegenüber 2014 Das Angebot der KVB kundengerechter und attraktiver gestalten alle Stadtgebiet
2 Schadstoffe Reduzierung des CO2-Ausstoßes auf 50 Gramm / Personen-km bis 2025 Erneuerung der Fahrzeugflotte
(Bahn + Bus)
11
12
Nord, West
3 Schadstoffe Reduzierung der direkten Emissionen (2017) Beschaffung von 17 Gelenkbussen
entsprechend der EURO-VI-Norm
12 Nord
4 Mobilität Erweiterung des Verkehrsangebotes, Reduzierung der indirekten Emissionen (2016) Bereitstellung von 500 weiteren Leihfahrrädern
(bereits erfolgt im August 2016)
13 Stadtgebiet
5 Mobilität Erweiterung des Verkehrsangebotes, Reduzierung der indirekten Emissionen (2016) Bereitstellung von 100 festen Fahrradstationen
für Leihfahrräder
13 Stadtgebiet
6 Ressourcen Verlängerung der Lebensdauer um ca. 25 Jahre, Einsparung von indirekten Emissionen (bis 2018) Umbau von 19 alten Stadtbahnwagen 11 HW
Weidenpesch
7 Schall Verringern der Lärmemissionen und Verbesserung
des städtischen Mikroklimas. Nach Erstellung einer
Machbarkeitsstudie (2016).
Herrichten von Rasengleisen auf
verschiedenen
Streckenabschnitten
im Rahmen von Umbauarbeiten
27 Strecke

Hinter dem Kürzel EMAS verbirgt sich das Eco-Management and Audit Scheme, das Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung. Es zielt auf Unternehmen und sonstige Institutionen, die ihre Energie- und Materialeffizienz systematisch verbessern, schädliche Umweltwirkungen und umweltbezogene Risiken reduzieren sowie ihre Rechtssicherheit erhöhen wollen. 

Dabei reichen die EU-Kriterien weit über das übliche Maß hinaus und bedingen zweierlei: neben der regelmäßigen Kontrolle durch unabhängige und hierfür staatlich zugelassene Gutachter auch die aktive Einbeziehung der Mitarbeiter in den Umweltschutz. Zusätzlich ist eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung inklusive der Veröffentlichung der Resultate für die Allgemeinheit nachzuweisen. Dies untermauert die Glaubwürdigkeit und Rechtssicherheit des Unternehmens.

Die KVB-Anlagen und -Betriebsstätten werden alle drei Jahre nach dem Standard EMAS begutachtet, zuletzt im Sommer 2016. Mit der erfolgreichen Auditierung und Zertifizierung wurde dem Verkehrs­unternehmen durch unabhängige Gutachter die Einhaltung der relevanten Bestimmungen bescheinigt und der hohe Stand ihrer Umwelt- und Klimaschutzvorsorge bestätigt.

Aus Umspannwerk wird Hightech-Zentrale

Daten sind die Währung des Informationszeitalters, die in Unternehmen heute fast ausschließlich digital erzeugt, versendet und gespeichert wird. Angesichts wachsender Datenmengen, die über längere Zeiträume sicher gespeichert und verfügbar sein müssen, sind Cloud-Dienste auf dem Vormarsch und versprechen nach neuesten Studien auch in den nächsten Jahren ein milliardenschweres Wachstum. Der Trend zum Auslagern der eigenen Unternehmensdaten ist auch im Rheinland deutlich spürbar und NetCologne hat dieser Entwicklung 2016 mit der Eröffnung eines neuen Hochsicherheits-Rechenzentrums Rechnung getragen. Sie bietet ihren Kunden die Möglichkeit zur sicheren Speicherung ihrer sensiblen Daten in Deutschland und nicht auf Servern im Ausland, für die die strengen deutschen Datenschutz­bestimmungen nicht gelten. 

Das neue Rechenzentrum ist zugleich ein Beispiel für die ressourcensparende Konversion eines ehemaligen Umspannwerks in ein hochmodernes Rechenzentrum, das den Schutz von Firmendaten mit neuesten Firewall-Systemen, Anti-Spam- und Antivirus-Lösungen sowie Rund-um-die-Uhr-Überwachung über die hauseigene Netzwerkmanagement-Zentrale der NetCologne bietet. 

Bei der Wahl des Standortes für das neue Rechenzentrum musste ein umfangreicher Anforderungskatalog erfüllt werden. Er sollte innerhalb der Stadtgrenzen Kölns liegen und verkehrstechnisch für Kunden gut erreichbar sein, durfte weder in einem hochwassergefährdeten Bereich noch in der Nähe zu großen Veranstaltungsorten oder risikobehafteten Gebäuden oder Flächen liegen. Wichtiges Kriterium war zudem die Nähe zu den bereits bestehenden Rechenzentren der NetCologne.

Ein ehemaliges Umspannwerk im Kölner Norden erfüllte genau diese Voraussetzungen. Für die Verwandlung der Schalt- in eine Datenzentrale waren umfangreiche Umbaumaßnahmen erforderlich: Um mehr Raum zu schaffen, wurde das Gebäude vollständig entkernt und eine neue Zwischendecke eingezogen. Der Aufbau des neuen Rechenzentrums erfolgte nach den Vorgaben der DIN EN 50600, die insbesondere Vorgaben für Planung und Betrieb für Rechenzentren in Bezug auf Verfügbarkeit, Sicherheit, Befähigung zur Energieeffizienz und operative Exzellenz macht – von der Gebäudekonstruktion über die Infrastruktur bis hin zur Telekommunikationsverkabelung. 

Um maximale Ausfallsicherheit zu gewährleisten, ist das Gebäude aus verschiedenen Richtungen redundant mit Glasfasersträngen angebunden. Die Daten werden über unterschiedliche Knotenpunkte geleitet und können dadurch bei möglichen Glasfaserschäden jederzeit alternativ geroutet werden. Energie- und Kälteversorgung sind ebenfalls doppelt abgesichert. Die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sichert nicht nur die seltene Gefahr eines allgemeinen Stromausfalls ab, sondern gleicht auch lokale Schwankungen aus. Um doppelt sicherzugehen, sind zwei unabhängig voneinander arbeitende USV-Anlagen installiert. Ebenfalls redundant ausgelegt ist die Klimatisierung. In jedem Raum des Rechenzentrums ist eine Anlage mehr eingebaut als notwendig. Nach neuesten energetischen Erkenntnissen hergestellte Kühlgeräte sorgen für eine gleichmäßige und konstante Temperierung der Server-Schränke – auch im Hochsommer.

Das neue Datacenter der NetCologne ist modular aufgebaut: Vom klassischen Server-Hosting und -Housing über spezielle Back-up-Lösungen zum Schutz sensibler Daten bis hin zur Wartung und Pflege ganzer Telekommunikationsanlagen oder zum Outsourcen des Kunden-Rechenzentrums ist hier alles möglich. Insgesamt steht auf einer Fläche von ca. 1.000 Quadratmetern Platz für rund 400 Serverschränke (19-Zoll-Standard) zur Verfügung.