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Stadtwerke Köln GMBH

Nachhaltigkeitsbericht 2016

Tiefe der Wertschöpfungskette: Verantwortung übernehmen

Nachhaltige Beschaffung

Nachhaltige unternehmerische Gesamtverantwortung beinhaltet für die Unternehmen des Stadtwerke Köln Konzerns auch die Kenntnis hinsichtlich der sowohl positiven als auch negativen Auswirkungen ihrer jeweiligen Geschäftstätigkeit und das Bestreben, eventuell negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt einzuschränken. Die Gesellschaften setzen sich mit der Nutzung natürlicher Ressourcen durch ihre Geschäftstätigkeit auseinander und dokumentieren dies auf S. 45 ff in diesem Bericht.

Direkten Einfluss auf nachhaltigkeitsrelevante Sachverhalte nehmen alle Unternehmen auch im Rahmen ihrer Wertschöpfung entlang der vorgelagerten Lieferkette. Schließlich entscheiden sie, mit wem und zu welchen Konditionen sie mit Lieferanten und Partnern zusammenarbeiten.

  • DNK 4: Tiefe der Wert­schöpfungskette  

Grundsätzlich orientieren sich die Konzerngesellschaften im Umgang mit Lieferanten an Richtlinien, die es gewährleisten, zu den wirtschaftlichsten Bedingungen Güter und Dienstleistungen in der erforderlichen Qualität und Menge zum gewünschten Zeitpunkt am gewünschten Ort zu beschaffen. Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit sind jedoch nicht die einzigen Kriterien bei ihren Beschaffungsvorgängen.

Für die SWK-Unternehmen ist es selbstverständlich, menschenrechtliche Grundsätze auf der Basis der rechtlichen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland zu beachten, den ihnen vorgegebenen Rechtsrahmen einzuhalten und über die rechtlichen Normen hinaus auch ethischen Werten verpflichtet zu sein, etwa bei der Förderung von Frauen in Führungsfunktionen, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder aktuell bei der beruflichen Integration von Flüchtlingen. 

  • DNK 17: Menschenrechte

Beachtung geltender gesetzlicher Regularien und Vorschriften sowie ökologischer und gesellschaftlicher Standards

Alle Unternehmen halten sich daher unter dem Aspekt der Einhaltung der Menschenrechte bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen an die in der Bundesrepublik Deutschland und im Land Nordrhein-Westfalen geltenden gesetzlichen Regularien sowie an das für Sektorenauftraggeber geltende europäische Vergaberecht.

Sie erwarten von ihren Zulieferern und Dienstleistern die Beachtung ökologischer und gesellschaftlicher Standards und Compliance-Richtlinien und verpflichten sie zur Einhaltung geltender Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften sowie zur Einhaltung arbeitsmedizinischer Erkenntnisse. Zum Teil verlangen sie Informationen über die Zertifizierung der Lieferanten in den Bereichen Qualitäts- oder Arbeitsschutzmanagement. Die Beschaffung von Betriebsmitteln und Hilfsstoffen erfolgt ebenfalls gemäß dem jeweiligen umweltschutzorientierten Unternehmenskonzept. 

Aufträge unterhalb der Schwelle zur EU-Vergabe werden in der Regel national im regionalen und überregionalen Wettbewerb vergeben, überwiegend an Unternehmen aus der Region. Diese Unternehmen haben ihren Sitz oder eine Niederlassung in Deutschland und unterliegen somit der deutschen Gesetzgebung und den hier geltenden Regelungen hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte. 

Die SWK-Unternehmen fallen zudem in den Anwendungsbereich des Tariftreue- und Vergabegesetzes Nordrhein-Westfalen (TVgG NRW), das dem Auftraggeber abverlangt, bei der Beschaffung von Waren den Auftragnehmer auf die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen zu verpflichten. Die insoweit erforderlichen schriftlichen Verpflichtungserklärungen werden bei allen einschlägigen Vergaben eingefordert.

Bei Aufträgen oberhalb der Schwelle zur EU-Vergabe finden die Regelungen des 4. Abschnitts des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) sowie die Sektorenverordnung Anwendung, die zu einer formalen Gestaltung der Vergabeverfahren zwingen. Auch finden ergänzend die Regelungen des TVgG NRW Anwendung. Da sich die Vergaben an Unternehmen richten, die im europäischen Binnenmarkt tätig sind, wird unterstellt, dass sich diese an die rechtlichen Standards halten, die in diesem und in der gesamten Europäischen Union gelten. 

Im Rahmen der EU-Vergabeverfahren werden bei der Bewertung der Angebote einschlägige internationale Zertifizierungen oder Siegel, zum Beispiel Fair-Trade-Siegel oder Ähnliche, herangezogen. Zudem wird bei der Beschaffung besonders kritischer Produktgruppen, wie zum Beispiel IT-Komponenten, darauf geachtet, diese nur von namhaften Herstellern zu beziehen.

Als lokal bzw. regional tätige Unternehmen beschaffen die Gesellschaften des Stadtwerke Köln Konzerns Waren und Dienstleistungen somit vornehmlich im regionalen und überregionalen Umfeld unter Beachtung der für Menschenrechte im Land Nordrhein-Westfalen geltenden gesetzlichen Regularien sowie des für Sektorenauftraggeber geltenden europäischen Vergaberechts. Verstöße gegen die einschlägig geltenden gesetzlichen Regelungen werden daher mit einem Ausschluss von weiteren Vergaben geahndet.

Zielsetzung: Nachhaltiges Beschaffungswesen weiter optimieren 

Im Zuge der intensiven Beschäftigung mit Nachhaltigkeit haben die Unternehmen des Stadtwerke Köln Konzerns beschlossen, ihr Beschaffungswesen weiter zu optimieren, um Sozial- und Umweltstandards zu integralen Bestandteilen ihrer Einkaufsstrategie zu machen. So plant die AWB die Erstellung eines entsprechenden Regelwerks, in dem Selbstverpflichtungen wie hohe Standards bei der Arbeitsplatzgestaltung, die Verwendung umweltfreundlicher Materialien, die sichere und gesundheitsfördernde Ausstattung von Fahrzeugen, Verpackungsminimierung und der Erwerb von Produkten der höchsten Energieeffizienz festgeschrieben werden sollen. 

Zur Unterstützung fairer Beschaffungen und zur Verstärkung hoher Sozialstandards haben die Unternehmensleitungen der Unternehmen des Stadtwerke Köln Konzerns im Mai 2017 beschlossen, innerhalb der nächsten zwei Jahre ein Konzept zur Beschaffung fairer Produkte und Dienstleistungen über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus zu entwickeln und in allen Konzerngesellschaften umzusetzen – ein Projekt, dessen Verlauf in den kommenden SWK-Nachhaltigkeitsberichten dokumentiert werden wird.