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Häfen und Güterverkehr Köln AG

Geschäftsbericht

Geschäftsverlauf

Netz

Dem Bereich Netz der HGK obliegt die Vorhaltung und Vermarktung der HGK-Eisenbahninfrastruktur und die damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen und Geschäftstätigkeiten. Die Mitarbeiter erbringen zusätzlich verschiedene Services und Leistungen für Dritte, so zum Beispiel in der Instandhaltung von Infrastrukturanlagen bei Gleisanschließern, als Betriebsleiter oder als eisenbahntechnische Berater. 

Die Nutzung der HGK-Infrastruktur für den Betrieb der Stadtbahnlinien 7, 16, 17 und 18 durch die KVB ist durch einen Mitbenutzungsvertrag geregelt. Die Lieferung von elektrischer Energie zum Betrieb der Stadtbahnlinien erfolgt unter Berücksichtigung der Auswirkungen des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien unmittelbar zwischen der KVB und der RheinEnergie.

Technik

Mit ihrer Lok- und Wagenwerkstatt erbringt die HGK Instandhaltungsleistungen für die RheinCargo und externe Kunden. Neben der Wartung und Instandsetzung stellt die HGK auch die entsprechende Dokumentation für das ECM (Entity in Charge of Maintenance), die für die Instandhaltung zuständige Stelle nach der Europäischen Richtlinie über die Eisenbahnsicherheit, zur Verfügung. Die Richtlinie hat einen sicheren Gütertransport in Europa zum Ziel.

Die Zertifizierung als Instandhaltungsstelle von Güterwagen erklärt auch die steigende Nachfrage von externen Kunden nach den Leistungen der HGK. So verzeichnet die HGK-Technik zunehmend Anfragen von deutschen Eisenbahnverkehrsunternehmen im regionalen Bereich der Containerterminals und von Bahnlogistikern aus Benelux nicht nur zur Instandhaltung von Diesel-Lokomotiven, sondern auch im Bereich der E-Traktion. Steigend ist auch die Nachfrage nach mobiler Reparatur und Instandhaltung von Güterwagen. Dies liegt maßgeblich an der neuen Hebeanlage zur Bearbeitung fest gekuppelter Containertragwagen oder von Autotransportern.

In der Lok- und Wagenwerkstatt wurden im vergangenen Jahr 2.410 Aufträge bearbeitet, davon 2.074 in der Lokwerkstatt. Größter Kunde ist die RheinCargo mit 83 % der Instandhaltungsleistungen. 

An der Tankstelle wurden rund 3 Mio. l Dieseltreibstoff abgegeben. Die Radsatzdrehbank in der Lokwerkstatt hat 2016 mit 168 Fahrzeugen die bislang höchste Anzahl von bearbeiteten Fahrzeugen erreicht. Durch die hohe Flexibilität der Mitarbeiter, die Reaktionsschnelligkeit und das Eingehen auf Kundenwünsche konnten Bestandskunden fester an die HGK gebunden und neue Kunden für die Fahrzeug-Instandhaltung hinzugewonnen werden. Als Neugeschäft hat sich aus der Bereitstellung von Abstellplätzen für Triebfahrzeuge die sogenannte Stillstandswartung entwickelt und die Wertschöpfung erweitert.

Vermietungsgeschäft ­

Im Geschäftsjahr 2016 stiegen die Erlöse und Nebenerlöse aus dem nicht hafenaffinen Vermietungsgeschäft gegenüber dem Vorjahr um 2,5 % auf 5,9 Mio. € (Vorjahr 5,8 Mio. €).

Hafenerweiterung Köln-Godorf

Zur Erweiterung des Godorfer Hafens hatte die HGK bereits nach dem erstinstanzlichen Urteil die Verwaltungsverfahren nach den wasser-, eisenbahn- und baurechtlichen Bestimmungen beantragt, die der gerichtlichen Entscheidung folgend erforderlich sind. Seit zwei Jahren bearbeitet die Stadt Köln die nach öffentlichem Baurecht zu genehmigenden Anlagen, die Aufstellung eines Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplans. Auch diese Verfahren dauern an. Die HGK leistet zu diesen behördlichen Verfahren die notwendigen Beiträge, beauftragt die erforderlichen gutachterlichen Untersuchungen und wirkt an der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit mit. Ferner hat die HGK durch ein weiteres Gutachten sowohl die volkswirtschaftliche als auch die betriebswirtschaftliche Wirtschaftlichkeit der geplanten Erweiterungsmaßnahme belegt. Mit der Fertigstellung der Hafenerweiterung ist nicht vor 2025 zu rechnen.

Tochterunternehmen und wesentliche Beteiligungen

a) RheinCargo GmbH & Co. KG

Das Gesamtgütervolumen der RheinCargo aus Bahntransporten, Hafenlogistik und landseitigen Umschlägen betrug im vergangenen Jahr 50,4 Mio. t (+0,4 Mio. t/+0,4 %).

Im Eisenbahngüterverkehr nahm das Transportvolumen um 4,2 % (0,97 Mio. t) ab. Mineralöl trug als stärkste Hauptgütergruppe mit 8,4 Mio. t (-4,8 %) zum Transportaufkommen der Bahn bei. 

In den Häfen der RheinCargo wurden knapp 28 Mio. t (+4,4 %) Güter umgeschlagen. Davon entfielen 18,1 Mio. t (+4,5 %) auf den wasserseitigen Umschlag. Mineralöl ist auch beim Hafenumschlag die stärkste Hauptgütergruppe und trug mit 5,5 Mio. t zum Umschlagergebnis bei, liegt aber wegen der nautischen Beschränkungen in der zweiten Jahreshälfte leicht unter dem Vorjahr (-3.606 t/-0,1 %).

Anders als in Vorjahren blieben gute Herbstergebnisse weitgehend aus. Bei der Eisenbahn war hierfür der eklatante Mangel an Lokführerpersonal, der nun über ein Jahr anhält, die entscheidende Ursache. In den Häfen Neuss/Düsseldorf hat sich die Ergebnissituation im vierten Quartal insbesondere aufgrund von temporären Umsatzzuwächsen (Messeschiffe Düsseldorf, Winterkohleumschlag) etwas aufgehellt, während die Häfen in Köln aufgrund der langen Niedrigwasserperiode Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatten, die aber zum Teil über Garantieabrechnungen im Jahresabschluss kompensiert werden können. 

b) HTAG Häfen und Transport AG

Die HTAG hält Beteiligungen und Niederlassungen entlang der schiffbaren Flüsse und Kanäle, insbesondere an Rhein und Mosel, sowie in dem für Nordrhein-Westfalen bedeutendsten Seehafen in Rotterdam. Sie gehört zu den bedeutenden deutschen Binnenschifffahrtsunternehmen.

Gegenüber dem Vorjahr nahmen das Transportaufkommen und die Umschlagleistung ab. Grund hierfür war eine langanhaltende Niedrigwasserphase, die Transporte zur Erfüllung der vertraglich kontrahierten Tonnagen und Umschlagmengen in den Häfen empfindlich beeinträchtigte.

Die HTAG musste beim Transportaufkommen einen Rückgang um 8,8 % auf 10,4 Mio. t hinnehmen. Die Transportleistung nahm um 9,1 % auf 4,1 Mio. tkm ab. Während Kohlen sowie Getreide und Futtermittel erheblich nachgaben, war bei Erzen und Erzabfällen mit einem Aufkommen von 280,9 Tsd. t der größte Zuwachs (+13,3 %) zu verzeichnen. 

Die Umschlagsleistung der HTAG sank um 5,7 % gegenüber dem Vorjahr auf 2,6 Mio. t. Den größten Anteil daran hatte mit rund 100 Tsd. t der Rückgang des Baustoffumschlags. Auch der Umschlag von Kohlen und Koks nahm weiter ab (-48 Tsd. t/-2,4 %), während der Umschlag von Eisen und Stahl sich mit 52 Tsd. t verdreifachte.

c) neska Schiffahrts- und Speditionskontor GmbH

Mit der Übernahme der Gesellschaften der neska-Gruppe von Imperial Logistics International verbessert sich die Einflussnahme der HGK auf Kooperationssynergien im Kerngeschäft, da zwischen HGK, RheinCargo, neska und ihren Beteiligungsgesellschaften zahlreiche operative Überschneidungen in den regionalen Häfen am Rhein bestehen. Zur neska-Gruppe gehören neben eigenen Niederlassungen in Köln, Düsseldorf und Mannheim weitere Unternehmen, die im Bereich Massengut- und Containerumschlag entlang der Rheinschiene und an weiteren wichtigen Wirtschaftsstandorten tätig sind.

Im Bereich des konventionellen Umschlags wurden im Berichtsjahr 6,7 Mio. t umgeschlagen und transportiert. Hiermit verbunden war ein nicht unerhebliches Lagergeschäft mit 1,4 Mio. t. Das von der neska-Gruppe umgeschlagene und transportierte Containeraufkommen betrug 2,2 Mio. TEU. 

d) DKS Dienstleistungsgesellschaft für Kommunikationsanlagen des Stadt- und Regional­verkehrs mbH

Die DKS, an der KVB und HGK zu jeweils 25,5 % beteiligt sind, beschäftigt sich mit Planung, Bau und Vertrieb sowie Betrieb und Instandhaltung von Kommunikationsanlagen für den Stadt- und Regionalverkehr.

Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (1.9. bis 31.8.) das Vorjahresergebnis deutlich unterschritten und einen Jahresüberschuss von 418 Tsd. € (Vorjahr 691 Tsd. €) erwirtschaftet. Wesentlicher Grund ist die zeitliche Verschiebung von mehreren Großprojekten bei den Gesellschaftern KVB und Siemens.

e) Rheinfähre Köln-Langel/Hitdorf GmbH

Die Rheinfähre Köln-Langel/Hitdorf GmbH, an der die HGK und die Stadt Leverkusen zu gleichen Teilen beteiligt sind, erfährt durch die Verkehrsbeschränkungen auf der Autobahnbrücke der BAB 1 bei Leverkusen eine in den vergangenen Jahrzehnten nicht erreichte Auslastung. Im Jahr 2016 wurden annähernd 345.000 Personen, 132.000 Pkw und 12.600 Last- und Lieferwagen befördert. 2010 waren es noch 246.000 Personen, 85.000 Pkw und 2.600 Last- und Lieferwagen.

Ertragslage

Die Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung sind durch die Einführung des BilRUG nur eingeschränkt vergleichbar.

Für die Steuerung unseres Unternehmens verwenden wir neben dem Ergebnis vor Steuern im Wesentlichen die Kennzahlen Eigenkapitalquote, Anlagendeckung und Working Capital.

Die Summe aus Umsatzerlösen, anderen aktivierten Eigenleistungen und sonstigen betrieblichen Er­trägen stieg im Geschäftsjahr um 7,9 Mio. € bzw. 10,8 %. Bei den Umsatzerlösen hat sich insbesondere eine Erhöhung der Fahrwegentgelte mit insgesamt 2,7 Mio. € positiv ausgewirkt. Im Bereich der sonstigen betrieblichen Erträge hat der Verkauf von Teilen des Deutzer Hafens zu einer Steigerung der Erträge aus Anlagenverkäufen in Höhe von rund 4,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr geführt. Die Flächen können von der HGK/RheinCargo im Rahmen eines Nießbrauchs noch bis zum 31.12.2020 weiter hafenwirtschaftlich genutzt werden. Zudem verzeichnete die HGK gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Mio. € höhere Auflösungen von Rückstellungen. Außerdem trugen die Technik und der KV-Nord zur Steigerung der Gesamtleistung bei. Die Summe aus Personal- und Materialaufwand, Abschreibungen sowie sonstigen betrieblichen Aufwendungen beträgt im Jahr 2016 75,1 Mio. € (Vorjahr 71,7 Mio. €). Der Anteil des Personalaufwands liegt bei 56,6 % (Vorjahr 59,1 %), auf den Materialaufwand entfallen 18,3 % (Vorjahr 9,9 %) und auf die sonstigen betrieblichen Aufwendungen 13,0 % (Vorjahr 18,0 %). Die deutlichen Verschiebungen gegenüber dem Vorjahr resultieren aus den Anpassungen an das BilRUG. Das Finanzergebnis hat sich per saldo um 0,3 Mio. € verbessert. Die Beteiligungserträge fielen mit 0,9 Mio. € um 3,7 Mio. € geringer als im Vorjahr aus – aufgrund des Effekts der Vorjahresausschüttung bei der RheinCargo für 2013 und 2014. Dies konnte jedoch durch die erstmalige Gewinnabführung der Neska und eine höhere Gewinnabführung der HTAG von insgesamt +3,3 Mio. € gegenüber dem Vorjahr bei den Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen und einen um rund 0,7 Mio. € geringeren Zinsaufwand mehr als kompensiert werden. Das Ergebnis nach Steuern konnte gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Mio. € gesteigert werden. Es beläuft sich auf 8,5 Mio. € und somit konnte die Prognose aus dem Vorjahr übertroffen werden. Nach Abzug der Sonstigen Steuern in Höhe von 0,4 Mio. € werden hiervon 51 Tsd. € als Garantiedividende an den Rhein-Erft-Kreis ausgezahlt. Die verbleibenden 8,0 Mio. € werden im Rahmen des bestehenden Gewinnabführungsvertrags an die SWK abgeführt.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf insgesamt 17,5 Mio. € (Vorjahr 15,0 Mio. €). Sie erfolgten in Höhe von 12,9 Mio. € im Bereich Netz, in Höhe von 2,6 Mio. € im Bereich Liegenschaften und in Höhe von 2,0 Mio. € spartenübergreifend.

Im Bereich Netz entfiel der Großteil der Investitionen auf den zweigleisigen Ausbau der Linie 18, die Wendeanlage Rodenkirchen, den Ersatz des Oberbaus und eisenbahnsicherungstechnische Einrichtungen.

Im Bereich Liegenschaften investierte die HGK weiter in die Errichtung des Terminals im Kölner Norden und in den Ausbau der Nutzungsmöglichkeiten der Hafenbecken. 

Damit konnte die Vorjahresprognose nicht erreicht werden. Durch das Auslaufen des ÖPNVG NRW wurden Zuwendungen nicht wie erwartet bewilligt. Zudem konnte der zweigleisige Ausbau der Linie 18 nicht mit dem geplanten Baufortschritt durchgeführt werden. Beim KV-Terminal Nord haben sich aufgrund eines zusätzlichen Plangenehmigungsverfahrens Investitionsbeträge in die Jahre 2017 und 2018 verschoben.

Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme hat sich von 273,0 Mio. € im Vorjahr um 9,2 Mio. € (3,4 %) auf 282,2 Mio. € erhöht. Während das Anlagevermögen moderat um 1,0 Mio. € zunahm, ist der Anstieg der Bilanzsumme im Wesentlichen durch den Aufbau von Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen begründet. Diese resultieren zum einen aus der Stundung des Kaufpreises für den Deutzer Hafen in Höhe von 4,8 Mio. € und zum anderen aus Liquiditätszuflüssen aus Investitionszuschüssen. Dem steht eine entsprechende Erhöhung der Sonderposten für Investitionszuschüsse auf der Passivseite gegenüber. Zur Finanzierung des Neska-Erwerbs, der im Vorjahr konzernintern zwischenfinanziert wurde, erfolgte die Aufnahme eines langfristigen Darlehens. Aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme verringerte sich die Eigenkapitalquote auf 29,9 % (Vorjahr 30,9 %). 

Durch die Aufnahme und Prolongation von Darlehen erhöhte sich das langfristige Kapital im Vergleich zum Vorjahr um 60 Mio. € auf 258 Mio. €. Damit war das Anlagevermögen durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital zu 105,9 % (Vorjahr 81,6 %) gedeckt. 

Im Working Capital übersteigt die Summe aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 1,7 Mio. € (Vorjahr 0,5 Mio. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen 0,6 Mio. € nach 0,8 Mio. € im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich zum Vorjahr um 1,6 Mio. € reduziert. Das Working Capital beträgt 2,5 % vom Umsatz.

Die HGK ist in das Konzern-Cash-Pooling des Gesellschafters Stadtwerke Köln GmbH eingebunden. Sie ist daher jederzeit in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.