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Häfen und Güterverkehr Köln AG

Geschäftsbericht

Wirtschaftliches Umfeld

Die deutsche Wirtschaft ist nach Angaben des BMWi1 im Jahr 2016 um preisbereinigt 1,9 % in einem unruhigen außenwirtschaftlichen Umfeld solide gewachsen, nach einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,7 % im vorangegangenen Jahr. Das Wachstum fiel damit sogar geringfügig stärker aus, als in der Herbstprojektion der Bundesregierung vorhergesagt. Die Entwicklung wurde rechnerisch von der Binnennachfrage getragen. Vor allem die staatlichen und privaten Konsumausgaben, aber auch die Bauinvestitionen legten kräftig zu. Die Investitionen in Ausrüstungen erhöhten sich ebenfalls, aber verhaltener. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis)2 anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren die deutschen Exporte im Jahr 2016 um 1,2 % und die Importe um 0,6 % höher als im Jahr 2015. Die Außenhandelsbilanz schloss im Jahr 2016 mit dem bisher höchsten Überschuss von 252,9 Milliarden Euro ab. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 244,3 Milliarden Euro aus dem Vorjahr deutlich übertroffen.

Die Aussichten für die Weltwirtschaft3 haben sich im Jahr 2016 tendenziell verbessert. Die weltweite Industrieproduktion nahm weiter zu. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten hat im zweiten Halbjahr 2016 mehr Fahrt aufgenommen. Die Wirtschaftsleistung der Europäischen Union nahm gemäßigt, aber stetig zu. Sogar das BIP des Vereinigten Königreichs erhöhte sich infolge der Pfund-Abwertung nach dem Brexit-Referendum recht deutlich. In China schwächte sich das Wachstum tendenziell weiter ab, blieb aber vergleichsweise hoch. Offen ist, wann die großen rohstoffexportierenden Schwellenländer Russland und Brasilien ihre Rezession verlassen. Insgesamt fiel das globale Wachstum im Jahr 2016, aufgrund des schwachen ersten Halbjahres, geringer aus als im Vorjahr. Angesichts der leichten Besserung der Weltkonjunktur haben die deutschen Ausfuhren ihre Schwächephase vom Sommer überwunden und sind zum Jahresende 2016 wieder leicht aufwärtsgerichtet. Saisonbereinigt stiegen die Ausfuhren an Waren und Dienstleistungen im November kräftig um 3,1 % gegenüber dem Vormonat an. Die nominalen Einfuhren nahmen mit 3,3 % noch stärker zu. Dieses Muster ergab sich auch im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich. Die Einfuhren stiegen mit einem Zuwachs von 3,2 % stärker als die Ausfuhren mit 2,2 %. Vom Außenhandel insgesamt dürften demnach gegenwärtig eher leicht dämpfende Wachstumsimpulse ausgehen. Die nationalen Konjunkturindikatoren für den Außenhandel, wie die industriellen Auftragseingänge, die Exporterwartungen der Unternehmen sowie die realen effektiven Wechselkurse, deuten zusammen mit der Einschätzung der Weltkonjunktur auf eine, wenn auch moderate, Exportbelebung hin.

Der Trend zu einem höheren Transportaufkommen in Deutschland hielt auch 2016 an. Das Transportaufkommen stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,1 % auf 4,564 Milliarden Tonnen. Das Wachstum hielt damit im vierten Jahr in Folge an. Wie schon in den Vorjahren konnten der Eisenbahnverkehr und die Binnenschifffahrt von diesem Anstieg nicht profitieren. Hier ging das Transportaufkommen zurück. 

Knapp 3,6 Milliarden Tonnen wurden 2016 auf den Straßen befördert. Das ist eine Steigerung von 1,5 %. Im Eisenbahnverkehr ging die Beförderungsmenge im Vorjahresvergleich um 1,6 % auf 361 Millionen Tonnen zurück. Auch Binnenschiffe beförderten mit 220 Millionen Tonnen weniger Güter als im Vorjahr (-0,8 %). Niedrigwasser führte hier im letzten Quartal 2016 zu starken Rückgängen des Transportaufkommens. Somit gewannen die Transporte auf der Straße erneut Anteile am Güterverkehr hinzu, während Eisenbahnen und Binnenschiffe Anteile verloren. 

Mit einem Plus von 0,3 % stieg die Beförderungsmenge im Seeverkehr moderat auf 293 Millionen Tonnen. Der Transport von Rohöl in Rohrleitungen nahm um 2,0 % auf 92 Millionen Tonnen zu. Das stärkste Wachstum aller Verkehrszweige wies die Luftfracht mit einem Plus von 3,3 % auf, allerdings werden in den Flugzeugen mit insgesamt 4,5 Millionen Tonnen nur 0,1 % des gesamten Transportvolumens befördert.4 

Für die Hafenstandorte am Rhein, die die HGK-Gruppe über ihre Beteiligungen betreibt, ergaben sich 2016 Rückgänge beim Kohleumschlag, aber auch bei anderen Gütern. Gründe hierfür liegen in der schwachen Nachfrage aus dem Bereich der Kraftwerkswirtschaft infolge der Energiewende sowie in einer lang anhaltenden Kleinwasserphase, die im August einsetzte und über den Jahreswechsel andauerte.

1  BMWi, Jahreswirtschaftsbericht 2017, Januar 2017
2  Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 9. Februar 2017 – 045/17
3  BMWi, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht Februar 2017, S. 14
4  Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 17. Februar 2017 – 57/17