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Stadtwerke Köln GmbH

Geschäftsbericht 2017

DA SEIN FÜR KÖLN – DYNAMISCHE STRATEGIEN FÜR HERAUSFORDERNDE ZEITEN

Wirtschaftlicher Erfolg und eine gemeinwohlorientierte, nachhaltige Unternehmensführung – diese beiden strategischen Ziele vereint der Stadtwerke Köln Konzern mit seinen Gesellschaften zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Köln. Denn genau darin liegt unser Auftrag: Als kommunales Unternehmen erfüllen wir unsere Aufgaben nicht alleine in Wettbewerbsmärkten, sondern leisten darüber hinaus stets auch einen substanziellen Beitrag zur Daseinsvorsorge. Wir stärken sowohl die kommunale Wirtschaftskraft als auch die Lebensqualität für die Menschen in Köln und der Region. Der wirtschaftliche Erfolg ist mithin stets auch ein Mittel, um unsere wichtigste Aufgabe zu absolvieren: „Da sein für Köln.“ So schütten wir unter anderem regelmäßig Gewinne zugunsten des Haushalts der Stadt Köln aus, zahlen Gewerbesteuer, investieren in die Zukunft der Stadt, erbringen für unsere Kunden wichtige Dienstleistungen und unterhalten nicht zuletzt eine vielfältige Infrastruktur, als Basis für alle, die hier leben und arbeiten. 

Ungeachtet herausfordernder Rahmenbedingungen und Entwicklungen konnten wir auch im vergangenen Jahr gute Unternehmensergebnisse erzielen, von denen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt langfristig profitieren werden. So lag der Jahresüberschuss des Stadtwerke Köln Konzerns im Geschäftsjahr 2017 bei 97,6 Mio. €. Das Ergebnis ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 6 Mio. € oder 6,6 % gestiegen. Das erfüllt uns gerade deshalb mit Stolz, weil die Rahmenbedingungen für kommunale Versorger weiterhin anspruchsvoll bleiben. So stehen wir nicht nur vor der Herausforderung, die Folgen der Energiewende konstruktiv und erfolgreich zu gestalten. Zugleich bewegen wir uns auch in einem zunehmend dynamischen Wettbewerbsumfeld. 

Der Gesamtumsatz der Gesellschaften des Stadtwerke Köln Konzerns betrug im Jahr 2017 fast 5,3 Mrd. € ohne Energiesteuer, das waren rund 6,5 % mehr als im Vorjahr. Die meisten Geschäftsfelder konnten ihren Umsatz steigern, darunter auch der größte Konzernbereich Energie und Wasser. Hier stieg der Umsatz um 314,2 Mio. € auf nun 4,0 Mrd. €.

Die Stadtwerke Köln GmbH als Holding des Konzerns erzielte einen Jahresüberschuss von 68,8 Mio. € und konnte ihr Ergebnis damit um 19,7 Mio. € oder rund 40 % gegenüber dem Vorjahr steigern. Aus diesem Jahresüberschuss soll die Stadt Köln eine Gewinnausschüttung von rund 54,4 Mio. € erhalten, 14,4 Mio. € werden zur Eigenkapitalstärkung den Gewinnrücklagen zugeführt.

Die größte Konzerntochter, GEW Köln AG (GEW), bündelt das energie- und wasserwirtschaftliche sowie das Telekommunikationsgeschäft vor allem der RheinEnergie AG (RheinEnergie) und der NetCologne GmbH (NetCologne). Dieser Geschäftszweig bewegte sich im Jahr 2017 in einem besonders dynamischen und herausfordernden Marktumfeld. Intensiver Wettbewerb, starker Preisdruck und eine Vielzahl regulatorischer Vorgaben und Eingriffe haben den Geschäftsverlauf geprägt. Die RheinEnergie hat sich erfolgreich behauptet und neue Kooperationen, innovative Geschäftsmodelle und umfangreiche Investitionen angestoßen. 

Gerade der Energiemarkt entwickelt sich derzeit so schnell wie kaum ein anderer. Neue Wettbewerber treten ein, die Produktion erfolgt zunehmend dezentral, technische Innovationen eröffnen neue Geschäftsfelder und ermöglichen Produkte und Leistungen, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. Die RheinEnergie ist dabei, ihr Geschäftsmodell vom klassischen Versorger zum Anbieter diversifizierter Energiedienstleistungen umzubauen. Die RheinEnergie vermarktet inzwischen umfassende individuelle Contracting-Lösungen zur Energie- und Nahwärmeversorgung. Darüber hinaus hat das Unternehmen sich über Kooperationen mit Mehrheits- und Minderheitspositionen als strategischer Partner  vieler Kommunen im Umland positioniert.

Ein wichtiger Bestandteil zur Zukunftssicherung ist neben dem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien die Vernetzung zentraler und dezentraler Systeme mittels einer einheitlichen digitalen Steuerung. Der Fokus liegt dabei immer stärker auf Quartiers­lösungen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das „virtuelle Kraftwerk“ der RheinEnergie, das eine Vielzahl kleiner und großer Energieerzeuger mit den Nachfragern vernetzt und zudem die Kapazitäten der modernsten Gas- und Dampfturbinenanlage der Region einbindet. Kurz vor Jahresende hat die RheinEnergie bei der ersten Ausschreibung der Bundesnetzagentur für die Förderung von Kraft-Wärme-Kopplung den Zuschlag für eine elektrische Gesamtleistung von 30 Megawatt erhalten. Damit wird ein modernes Blockheizkraftwerk künftig ein altes Heizkraftwerk ersetzen.

Auch der Markt für Telekommunikation ist von intensivem Wettbewerb und hohem Preisdruck geprägt. Zudem wächst der Bedarf bei den Bandbreiten, während die Wechselbereitschaft der Kunden steigt. Die NetCologne konnte sich in diesem schwierigen Markt­umfeld im Jahr 2017 erneut erfolgreich behaupten. Gemessen an bundesweit rund 32,6 Mio. Festnetzanschlüssen lag ihr Markt­anteil bei 1,2 %. Als technische Basis dient weitgehend das eigene hochleistungsstarke Glasfaser-Breitbandnetz, über das NetCologne inzwischen 69,6 % (Vorjahr 62,2 %) aller Teilnehmer-Anschlüsse realisiert. Das Unternehmen treibt den Ausbau dieses hochmodernen Netzes weiter voran und hat dazu im Oktober 2017 das Maßnahmenpaket „DigitalNetCologne“ vorgestellt. Im Rahmen dieses Projektes wird NetCologne, ausgehend vom Kerngebiet Köln, die sogenannte FTTB-Technologie, bei der Glasfaserleitungen bis in die Gebäude reichen, noch weiter ausbauen. Ende 2019 sollen dann 70 % aller Kölner Gebäude direkt an das Glasfasernetz angebunden sein. Der geplante Flächenausbau der Technologie wird die größten Gewerbegebiete umfassen, sämtliche Kölner Schulen, rund 100.000 Haushalte sowie das freie WLAN-Netz von NetCologne, das an zentralen Plätzen in der Stadt allen Bürgerinnen und Bürgern sowie Besuchern zur Verfügung steht.  

Die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) feierte im Jahr ihres 140-jährigen Bestehens mit fast 280,6 Mio. Fahrten einen neuen Rekord. Gleichzeitig stieg die Zahl der Stammkunden auf 309.000. Das Unternehmensergebnis lag im Jahr 2017 bei einem Fehlbetrag von 86,8 Mio. € und fiel damit um 3,2 Mio. € besser aus als geplant. Die Fahrgelderlöse stiegen um 2,1 % auf 245,9 Mio. €, der Aufwand­deckungsgrad sank von 81,4 % im Vorjahr auf 79,7 % im Jahr 2017. 

KVB und Stadt arbeiten gemeinsam daran, den Nahverkehr in Köln auszubauen und noch attraktiver zu gestalten. Vor allem zu Hauptverkehrszeiten fahren Busse und Bahnen auf zahlreichen Strecken heute am Kapazitätslimit. Gleichzeitig unterstreichen Diskussionen um Klimaschutz und Luftreinhaltung die Notwendigkeit eines leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehrs. Der Zeitplan für Streckenerweiterungen vor allem entlang der Ost-West-Achse steht. Zudem hat die KVB das Nachtbusangebot ausgeweitet und stellt inzwischen 1.460 Leihräder als Transportmittel im Stadtgebiet bereit. Auf der Linie 133 hat im Jahr 2017 die erste rein elektrisch betriebene Buslinie erfolgreich ihr erstes Jahr absolviert. Nach den positiven Erfahrungen auf der Strecke hat die KVB den Kauf von zunächst 50 weiteren batteriebetriebenen Bussen geplant. Das Land Nordrhein-Westfalen wird deren Anschaffung mit rund 13,3 Mio. € Fördermitteln finanziell unterstützen. Bis zum Jahr 2021 will die KVB nun weitere Buslinien elektrisch betreiben. 

Die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH (AWB) und die Stadt Köln haben ihre erfolgreiche Zusammenarbeit für ein sauberes Köln im 16. Jahr weiter fortgesetzt. Ihr gemeinsames Ziel lautet, Köln als lebenswerten Wohnort, attraktiven Wirtschafts- und Arbeitsstandort sowie lohnendes Ziel für Touristen zu stärken. In der Abfallwirtschaft stehen Nachhaltigkeits-Themen wie Abfallvermeidung, Wertstoffsammlung, Umwelt- und Ressourcenschutz zunehmend im Fokus. Die AWB haben dazu im Jahr 2017 ihre Kampagne „Aktiv für Köln“ fortgesetzt. Ein Schwerpunkt galt im Berichtsjahr dem Umfeld des Domplatzes. Hier ging es darum, die Sauberkeit substanziell zu erhöhen. Zu den sichtbaren Fortschritten bei der Qualität der Stadt­reinigung tritt der wirtschaftliche Erfolg: Die AWB konnten ihren Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr erneut steigern, auch dank einer Optimierung der Kosten- und Leistungsstruktur.  

Die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) war im 25. Jahr ihres Bestehens einmal mehr sehr erfolgreich und hat damit einen spürbaren Beitrag zum städtischen Haushalt geliefert. Das Unternehmen trägt als Betreiber mehrerer Häfen und eines eigenen Schienennetzes maßgeblich zur Verkehrs-Infrastruktur der Stadt bei. Die Verlagerung von Verkehren vom Lkw auf Schiffe und Bahnen dient dem Klimaschutz ebenso wie der Einhaltung neuer Normen und Reglements. Zu dem guten Ergebnis der HGK haben die Tochtergesellschaften RheinCargo, HTAG und NESKA gleichermaßen beigetragen wie auch das Immobiliengeschäft. Mit Investitionen in attraktive Geschäfts­felder treibt die HGK die positive Entwicklung ebenso voran wie mit organischem Wachstum. Wichtige Projekte gelten derzeit unter anderem dem Ausbau des Terminals für den kombinierten Verkehr in Köln-Niehl sowie der Entwicklung des Grundstücks der ehemaligen HGK-Verwaltung in der Oskar-Jäger-Straße. Hier will das Unternehmen rund 100 Wohnungen für Mitarbeiter bauen.

Auch für die KölnBäder GmbH (KölnBäder) ist das Geschäftsjahr bei weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen in der Bäderlandschaft zufriedenstellend verlaufen. Rund 2,45 Mio. Besucher nutzten im Jahr 2017 die Angebote der insgesamt 13 Bäder. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Besucherzahlen damit stabil. Das wechselhafte Wetter verhinderte ein besseres Ergebnis: Die Freibadesaison begann zwar vielversprechend, ließ dann aber im August witterungsbedingt deutlich nach. Dennoch konnten die KölnBäder ihren Umsatz um 1,6 % erhöhen und das Ergebnis im Vergleich zum Wirtschaftsplan trotz weiter gestiegener Betriebskosten verbessern. Der Verlust in Höhe von 19,3 Mio. € unterschreitet den Plan um 0,5 Mio €.

Die moderne stadt Gesellschaft zur Förderung des Städtebaues und der Gemeindeentwicklung GmbH (moderne stadt) hat sich auch in diesem Jahr der Entwicklung konzerneigener sowie neuer Liegenschaften gewidmet. Das größte Projekt des Jahres galt der Weiterentwicklung des Clouth-Quartiers im Kölner Stadtteil Nippes. Auf dem ehemaligen Industrieareal wurden inzwischen unter anderem 105 Wohnungen fertiggestellt und verkauft. Weitere Wohnungs- und Gewerbebauprojekte laufen. Bis zum Jahr 2021 soll das gesamte Areal vermarktet sein. Bereits jetzt bildet das Gelände ein sichtbares Zeichen für die Entwicklung neuer lebenswerter Wohnflächen in der Stadt. Ein weiteres herausragendes städtebauliches Entwicklungsprojekt wird derzeit am Deutzer Hafen entwickelt. Hier wird in den kommenden Jahren nach einem Beschluss der Stadt Köln ein neues innerstädtisches Quartier für Wohnen und Arbeiten entstehen. Die moderne stadt  hat dazu rund ein Drittel der Entwicklungsfläche erworben und will weitere Grundstücksflächen ankaufen.

So haben auch im Jahr 2017 wieder alle Gesellschaften und Beteiligungen im Konzernverbund der Stadtwerke Köln einen herausragenden Beitrag für die Daseinsvorsorge geleistet, für Wirtschaftskraft und Lebensqualität, für wirtschaftlichen Erfolg und das Gemeinwohl. Wir bedanken uns sehr herzlich bei den 12.494 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtwerke Köln Konzerns für diesen engagierten Einsatz zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger.

Köln, im Juni 2018

Die Geschäftsführung der Stadtwerke Köln GmbH

Dr. Dieter Steinkamp        Jürgen Fenske