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Stadtwerke Köln GmbH

Geschäftsbericht 2017

Prognosebericht

Der Lagebericht und die weiteren Bestandteile dieses Konzernabschlusses enthalten Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Konzerngesellschaften beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die auf Basis aller zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung zur Verfügung stehenden Informationen getroffen werden. Eine verlässliche Prognose lässt sich aus heutiger Sicht aufgrund von Ungewissheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen, regulatorischen, technischen und wettbewerbsbezogenen Entwicklungen jedoch nicht abgeben.

Gesamtwirt­schaftliche Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem kräftigen Aufschwung. Mit dem für das Jahr 2018 von der Bundesregierung projizierten, erneut deutlichen Wachstum von 2,4 % würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits das neunte Jahr in Folge zunehmen. Der Aufschwung stützt sich mittlerweile auf eine breite binnen- und außenwirtschaftlich fundierte Basis. Der Beschäftigungsaufbau dürfte durch das knapper werdende Arbeitskräfteangebot etwas weniger schwungvoll verlaufen, die Arbeitslosenquote jedoch trotzdem weiter auf 5,3 % sinken. Für Arbeitgeber wird es in vielen Branchen und Regionen schwieriger, die offenen Stellen in ihren Unternehmen erfolgreich zu besetzen. Die realen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer werden gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um 2,9 % steigen. 

Energie und Wasser

Energiepolitische Rahmenbedingungen

Für das Jahr 2018 wird erwartet, dass sich die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten im Rahmen der sogenannten Verhandlungen auf einen Schlusskompromiss für die Legislativvorschläge des Pakets „Saubere Energie für alle Europäer“ einigen werden. Weitere energiepolitische Entwicklungen auf europäischer Ebene sind 2018 angesichts der Europawahlen im Jahr 2019 nicht mehr zu erwarten.

Auf nationaler Ebene hängen die energiepolitischen Entwicklungen maßgeblich von der neu gebildeten Regierung ab. Erwartet werden Gesetzesvorschläge zur Reform der Finanzierung der Energiewendekosten, zur Sicherstellung der Erreichung der deutschen Energie- und Klimaziele, z. B. durch einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung, zur Umsetzung der Wärmewende und zur Förderung der Sektorenkopplung.

Ausblick zur Geschäftsentwicklung

Nach den in den letzten Jahren erzielten Erfolgen bei der Gewinnung von neuen Konzessionen in der rheinischen Region hat sich die RheinEnergie das Ziel gesetzt, die bestehenden Konzessionen zu erhalten und bei entsprechender strategischer und wirtschaftlicher Sinnhaftigkeit auch neue Konzessionen im regionalen Umfeld zu gewinnen.

Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit anderen Energieversorgungsunternehmen weiter intensiviert und Dienstleistungen im Bereich der immer komplexer werdenden energiewirtschaftlichen Prozesse ausgebaut werden. Maßgebender Treiber dieser Kooperationen ist die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit für die beteiligten Partner. Geografisch wird auch hier die Region im Vordergrund des Interesses stehen.

Das Geschäftsfeld Energie und Wasser plant für das Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz (ohne Strom- und Energiesteuer) auf Vorjahresniveau. Im Vordergrund der Investitionstätigkeit steht neben laufenden Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen der Ausbau der erneuerbaren Energien. 

Öffentlicher Personen­nahverkehr

Für das Jahr 2018 wird damit gerechnet, dass die Nachfrage nach Leistungen des ÖPNVs wie in den Jahren zuvor weiter zunimmt. Analog geht die Planung der KVB von einem im Wesentlichen auf Neukunden gestützten leichten Anstieg der Fahrgastzahlen aus. Auf der Basis eines Beschlusses von VRS-Beirat und VRS-Zweckverband erhöhte die KVB die Ticketpreise zum Jahresbeginn 2018 durchschnittlich um 1,1 %, um die zusätzlichen Belastungen aus steigenden Lohn- und Materialkosten kompensieren zu können.

Das Geschäftsfeld ÖPNV plant für das Geschäftsjahr 2018 gegenüber dem Vorjahr konstante Umsatz­erlöse.

Die Investitionsschwerpunkte, die überwiegend dem Ziel der Bindung und Hinzugewinnung von Fahrgästen dienen, werden neben den bereits in Betrieb genommenen Teilabschnitten der Nord-Süd Stadtbahn (Anteil: rund 16 %) die Ersatzbeschaffung von Bussen und Bahnen (Anteil: rund 29 %) und der Ausbau der Infrastruktur (übriger Strecken- und Haltestellenausbau; Anteil: rund 32 %) sein. Das übrige Investitionsvolumen verteilt sich auf verschiedene sonstige Projekte.

Hafenumschlag und Güterverkehr

Die Weiterentwicklung des Unternehmensverbundes steht im Mittelpunkt der strategischen Überlegungen für die nächsten fünf Jahre. Ein elementarer Baustein in diesem Konzept ist die Entwicklung des Industrieparks Köln Nord. Die Freiflächen im Industriepark Nord schließen unmittelbar an das bestehende KLV Terminal der HGK an. Das Terminal wurde in einer ersten Ausbaustufe vor wenigen Jahren ausgebaut und in Betrieb genommen. Die Erweiterung des Terminals um zunächst eine weitere Ausbaustufe ist planerisch abgeschlossen und soll Ende 2019 in die erweiterte Inbetriebnahme gehen.

Mit Blick auf das operative Geschäft wird für 2018 erwartet, dass sich Verkehrsaufkommen und Transportleistung im Eisenbahngüterverkehr in etwa auf dem Niveau des Berichtsjahres stabilisieren. Ähnlich sehen die Prognosen für die Binnenschifffahrt aus. Die Transportleistungen werden gegenüber 2017 nur geringfügig ansteigen. 

Vor diesem Hintergrund plant das Geschäftsfeld Hafenumschlag und Güterverkehr für 2018 mit gegenüber dem Vorjahr stabilen Umsatzerlösen. Aufgrund der Erweiterung des KLV Terminals Köln-Nord wird sich das Investitionsvolumen der HGK deutlich erhöhen.

Telekommunikation

Die flächendeckende Versorgung mit breitbandigem Internet kommt in Deutschland nur stockend voran. Die von der Bundesregierung formulierten Ausbauziele für 2014 und 2018 (75 % beziehungsweise 100 % Abdeckung mit 50 Mbit/s) wurden beziehungsweise werden absehbar verfehlt. Trotzdem steigen die im Netz transportierten Datenmengen und damit die von Geschäftskunden und Haushalten nachgefragten Anbindungskapazitäten weiter stetig. Daher gilt es, die Glasfaserinfrastruktur in Richtung Teilnehmer zu erweitern, vorhandene Accessnetze sinnvoll zu integrieren und zu ertüchtigen. Demzufolge werden NetCologne und NetAachen im Rahmen der Multi-Access-Strategie die Flächendeckung des Glasfasernetzes in ihrem jeweiligen Wirkungsgebiet deutlich ausweiten, zusätzliche kompakte Wohnanlagen der Wohnungswirtschaft über hybride Glasfaser- und Koaxialnetze (HFC) erschließen sowie die FTTC-Abdeckung insbesondere im Nahbereich vorantreiben.

Die neuen IP-Technologien sind eingeführt und können für neue innovative Anwendungen wie zum Beispiel Cloud-Dienste (Online Backup, Online Storage, ComCenter) und Media Services (Video on Demand, Interaktive Services, Gaming) genutzt werden. Auch im FTTB-Umfeld werden Innovationen konsequent vorangetrieben. Mit Einführung von G.fast werden zukünftig Bandbreiten bis zu 1.000 Mbit/s im FTTB-Bereich erwartet.

Das Geschäftsfeld plant für 2018 einen moderaten Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr.

Abfallentsorgung und -verwertung

Um auch in Zukunft nachhaltig positive Ergebnisse erwirtschaften zu können, gilt es für die AWB zum einen, das in den letzten Jahren erreichte Effizienzniveau zu festigen und zu verbessern. Zum anderen will das Unternehmen seine Marktposition als kundenorientierter Dienstleister kontinuierlich stärken. Auf Grund der städtebaulichen Entwicklung in Köln, insbesondere im Zusammenhang mit der Erneuerung der Fachhochschule in Deutz, ergeben sich Einflüsse auf die zukünftige Betriebsstruktur der AWB. So wird der derzeitige Standort in der Gießener Straße aufgegeben und ein neuer Betriebshof in der Christian-Sünner-Straße errichtet. Vor diesem Hintergrund plant das Geschäftsfeld/die AWB für das Jahr 2018 mit einem starken Anstieg ihrer Investitionstätigkeit und moderat steigenden Umsatzerlösen.  

Nachdem die Anliefermenge an Haus- und Sperrmüll im Vorjahr nach vielen Jahren erstmals wieder leicht angestiegen war, blieb sie nahezu unverändert. Ob sich diese Seitwärtsentwicklung festigt, kann nur abgewartet werden. Steigende Einwohnerzahlen in der Stadt Köln sprechen mittelfristig für einen Anstieg dieser Mengen. Die Intensivierung der getrennten Sammlung von Bioabfällen und anderen Wertstoffen könnte diesem jedoch entgegenwirken. Die AVG geht für 2018 davon aus, dass ihre Anlagen insgesamt gut ausgelastet sein werden. Dazu trägt auch der Entsorgungsvertrag mit der Stadt Köln maßgeblich bei. Jedoch erfordert die Volatilität der Märkte unternehmerische Flexibilität bei der Akquise von Drittmengen, sowohl von Kommunen als auch im europäischen Ausland. Die Bemühungen zusammen mit den Nachbarn der Deponie Vereinigte Ville weiteres Deponievolumen zu erschließen, werden fortgesetzt. Eine deutliche Erhöhung des verfügbaren Restvolumens durch Planung eines geänderten Geländeprofils bildet dabei die Basis der Überlegungen. Aufgrund der wesentlichen Änderung wird ein Planfeststellungsverfahren erforderlich werden. 

Das Geschäftsfeld plant für 2018 ein gegenüber dem Berichtsjahr stabilen Umsatzverlauf.

Konzern

Der SWK-Konzern plant für 2018 konsolidierte Umsatzerlöse, die mit mindestens 5 Mrd. € das Niveau des Berichtsjahres wieder erreichen sollen. Die Investitionsplanung sieht für 2018 ein weiter ansteigendes Volumen auf über 400 Mio. € vor, wobei die Investitionsschwerpunkte weiterhin in den Geschäftsfeldern Energie und Wasser sowie Öffentlicher Personennahverkehr liegen werden. Die Investitionen werden über Eigenmittel (im Wesentlichen ist dies der operative Cashflow), Zuschüsse und die Aufnahme langfristiger Darlehen finanziert. Der Konzernjahresüberschuss wird voraussichtlich in einer Bandbreite zwischen 65 und 75 Mio. € liegen. Während die Ergebnisbeiträge aus den Geschäftsfeldern Energie und Wasser, Hafenumschlag und Güterverkehr sowie Telekommunikation stabil gegenüber dem Berichtsjahr prognostiziert werden, wird in den Geschäftsfeldern ÖPNV sowie Abfallentsorgung und -verwertung mit Ergebnisrückgängen gerechnet.

Holding

Die SWK GmbH plant für 2018 einen Jahresüberschuss von rund 57 Mio. €, der damit rund 12 Mio. € unter dem Jahresergebnis 2017 in Höhe von 69 Mio. € liegen wird.

Im Vergleich zum Berichtsjahr sind in der Planung Sondereffekte eliminiert, von denen 2017 insbesondere die Ergebnisabführungen der GEW und der AWB positiv beeinflusst waren. Während die Ergebnisabführungen der GEW und der HGK in etwa stabil bleiben sollten, plant die AWB für 2018 einen niedrigeren Ergebnisbeitrag. Gleichzeitig werden die Verlustübernahmen für die KVB und die KölnBäder ansteigen. 

Aus dem geplanten Jahresüberschuss für 2018 soll die Gesellschafterin Stadt Köln eine Ausschüttung von rund 48 Mio. € erhalten.

Köln, den 30. April 2018

Die Geschäftsführung

Dr. Steinkamp        Fenske