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Stadtwerke Köln GMBH

Nachhaltigkeitsbericht 2017

Strategie

Die Stadtwerke Köln spielen für die Nachhaltige Entwicklung ortsnaher Infrastrukturen eine zentrale Rolle. Daher setzen sie sich laufend mit generationenübergreifenden Herausforderungen wie beispielsweise dem Klimawandel oder der demografischen Entwicklung auseinander und entwickeln Angebote für die zukunftsfähige Stadt und Region.

Nachhaltige Entwicklung in der
Metropolregion Köln / Bonn

Die kommunale Daseinsvorsorge durch die Unternehmen des Stadtwerke Köln Konzerns stellt die Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger, unter anderem mit Energie, Wasser, Verkehr, Entsorgung, Telekommunikation, Wohnraum und Sporteinrichtungen, sicher. Die Unternehmen der Stadtwerke Köln GmbH bilden zusammen ein riesiges Infrastrukturnetzwerk für Köln und die Region und spielen daher für die Nachhaltige Entwicklung von Infrastrukturdienstleistungen in der Metropolregion Köln/Bonn eine zentrale Rolle. Diese ist nicht zuletzt dadurch so prominent, dass die Gesellschaften gemeinsam mit der Stadt Köln sowohl für die Sicherstellung der Leistungen als auch für deren Aus- und Umbau verantwortlich sind.

Das kommunale Angebot an attraktiven und zukunftsfähigen Infrastrukturdienstleistungen ist für Städte kein Selbstzweck, sondern für die Lebensqualität ihrer Bürger sowie als Rahmenbedingung des Standortes für Unternehmen und potenzielle Investoren unverzichtbar. Die Infrastrukturen und Dienstleistungen sind also von wesentlicher Bedeutung für die Attraktivität der Metropolregion Köln/Bonn und sehr eng mit den leistungsfähigen und zukunftsgerichteten Aktivitäten des Stadtwerke Köln Konzerns verknüpft.  

  • DNK 1: Strategische Analyse und Maßnahmen

Wandel der Rahmenbedingungen der Daseinsvorsorge

Das Umfeld, in dem die Unternehmen agieren, unterliegt derzeit massiven Veränderungen. Dazu gehört etwa die zunehmende Urbanisierung. Die Stadt Köln wird nach aktuellen Prognosen bis zum Jahr 2025 um bis zu 100.000 Menschen anwachsen – ein Prozess, der auch bei der Planung der notwendigen Infrastrukturdienstleistungen berücksichtigt werden muss. So wird diese Entwicklung unter anderem die Nachfrage nach Wohnraum erhöhen und zu einem steigenden Verkehrsaufkommen führen.

Weitere Herausforderungen mit generationenübergreifenden Wirkungen entstehen infolge von Entwicklungen wie Klimawandel, demografischer Wandel und Digitalisierung: Diese verändern gesellschaftliche Bedürfnisse, individuelle Lebensstile und politische Handlungserfordernisse, die laufend hinterfragt und angepasst werden müssen. Mit diesem dynamischen Wandel und zugehörigen Lösungen für die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft müssen sich alle Akteure der Daseinsvorsorge beschäftigen.

Hinzu treten gesetzliche und regulatorische Veränderungen. Der Stadtwerke Köln Konzern ist von Gesetzgebungsvorhaben mit Bezug zum öffentlichen Daseinsvorsorgeauftrag vielfältig betroffen. So ist für die RheinEnergie beispielsweise die Weiterentwicklung des gesetzlichen Rahmens des Energierechts sehr wichtig und die 2017 geänderten Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes, des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wirken sich oft unmittelbar auf ihre Aktivitäten aus.

  • DNK 19: Politische Einflussnahme

Die Stadtwerke Köln GmbH begleitet die Beratung von Rechtsänderungen gemeinsam mit den Konzerngesellschaften. Dies erfolgt zum einen über die Fachverbände auf nationaler und europäischer Ebene, denen die SWK-Unternehmen angehören und die ihre Mitgliedsunternehmen bei der Vertretung von gemeinsamen Interessen unterstützen. Wesentliche Verbandsmitgliedschaften sind in diesem Bericht auf S. 79 dokumentiert.

Zum anderen beobachten die Stabsstelle „Politik und Verbände“ und die Stabsstelle „Daseinsvorsorge“ der Stadtwerke Köln GmbH die politischen Entwicklungen auf deutscher und europäischer Ebene. Sie bündeln die sparten- und ordnungspolitischen Interessen der Stadtwerke Köln und ihrer Konzerngesellschaften – zum Beispiel in den Sektoren Wasser, Energie, Verkehr, Abfall – und vertreten sie gegenüber Verwaltung und Politik auf nationaler und europäischer Ebene. Dies geschieht beispielsweise durch die Bereitstellung von Informationen an Entscheidungsträger über die praktischen Auswirkungen vorgesehener Regelungen auf die Konzerngesellschaften. Beide Stabsstellen fördern zudem den Erfahrungsaustausch zwischen den Konzerngesellschaften und erarbeiten gemeinsame Positionen für die politische Interessenvertretung. Ziel ist es, die Themenfelder und die Relevanz der Daseinsvorsorge in den einzelnen Politikbereichen und der Öffentlichkeit stärker in den Fokus zu rücken, um so eine Verbesserung der legislativen Rahmenbedingungen für die Konzerngesellschaften zu erreichen. 

Die Stadtwerke Köln sind seit 2016 im Transparenzregister der Europäischen Union registriert. Partei­spenden oder sonstige Zuwendungen auf deutscher und europäischer Ebene hat die Stadtwerke Köln GmbH nicht geleistet. 

Strategien für eine nachhaltige Stadt

Um weiterhin für die Bürgerinnen und Bürger attraktiv zu bleiben und einen höchstmöglichen gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren, setzen sich die Unternehmen der Stadtwerke Köln mit diesen Veränderungen und den damit einhergehenden Klima-, Wohnungs- und Mobilitätsthematiken, der Digitalisierung, mit technischen Innovationen und mit dem Markt und dem Wettbewerb unter strategischen Gesichtspunkten auseinander. Sie entwickeln jeweils unternehmensspezifische Strategien, stimmen diese aufeinander ab und halten zugleich die aktuellen Bedürfnisse ihrer Stakeholder im Blick. Zudem kümmern sie sich um die Finanzierung der erforderlichen Maßnahmen aus dem Stadtwerke Köln Konzern heraus. 

  • DNK 2 und 3: Wesentlichkeit und Ziele

Investitionen für eine leistungsfähige Infrastruktur 

Die nachhaltige Sicherung der Infrastruktur für die Leistungsfähigkeit und Entwicklung von Menschen und Unternehmen in der Region setzt eine beständige Investitionstätigkeit unter Beachtung von Wirtschaftlichkeits- und Finanzierungsgrundsätzen voraus. Dafür haben sich die Unternehmen der Stadtwerke Köln auch im Berichtsjahr 2017 engagiert und 306,4 Mio. Euro in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagen getätigt. Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag 2017 im Geschäftsfeld Energie und Wasser auf dem Erhalt und der Erweiterung der bestehenden Versorgungsanlagen für Strom, Gas, Wasser und Wärme. Darüber hinaus wurden Kaufpreiszahlungen für den Erwerb von Beteiligungen und Ausleihungen getätigt. Weitere große Investitionen wurden für den Bau der Nord-Süd Stadtbahn sowie für den Ausbau und die Erneuerung von Sachanlagen der KVB und für den Erhalt und Ausbau der Hafen- und Schienennetzinfrastruktur aufgewendet. Investitionen im Geschäftsfeld Telekommunikation betrafen im Wesentlichen das DSL-Equipment und das Breitbandkabelnetz. Erheblichen Investitionsbedarf hatten zudem die Unternehmen der Abfallentsorgung und -verwertung. Investitionsschwerpunkte waren hier der Fuhrpark der AWB sowie die Vergärungsanlage und die Fertigstellung einer zweiten Turbine für die Restmüllverbrennungsanlage der AVG Köln. Die Investitionen der sonstigen Geschäftsfelder entfielen hauptsächlich auf den Erwerb von Geräten zur Verbrauchsmessung von Energie und Wasser sowie auf den Erwerb einer Immobilie auf dem Clouth-Gelände durch die WSK.

Orientierung am Nachhaltigkeitsprinzip

Die Unternehmen der Stadtwerke Köln arbeiten stetig an der Entwicklung und Umsetzung von Angeboten und Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der jetzigen und künftigen Generationen ausrichten. Leitgedanke dabei ist immer der Ausgleich von ökonomischen, sozialen und ökologischen Interessen, um im Sinne gesamtgesellschaftlicher Verantwortung zu arbeiten. Die Unternehmen handeln nachhaltig gemäß der Definition des 1987 erschienenen Brundtland-Berichts, der eine Entwicklung fordert, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren eigenen Lebensstil zu wählen. 

  • DNK 2: Wesentlichkeit

Zudem orientieren sie sich in ihrer Tätigkeit an den im Jahr 2015 durch die Vereinten Nationen verabschiedeten 17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung. Diese 17 Sustainable Development Goals (SDGs) mit ihren 169 Unterzielen tragen der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimension der Nachhaltigen Entwicklung in ausgewogener Weise Rechnung und führen zum ersten Mal Armutsbekämpfung und Nachhaltige Entwicklung in einer Agenda zusammen. Bis 2030 sollen sie global und von allen UNO-Mitgliedstaaten erreicht werden. 

Handlungsfelder der Nachhaltigkeit

Mit ihrer Orientierung an diesen SDGs stehen die Unternehmen in Übereinstimmung mit den politischen Vertretern im Rat der Stadt Köln, die im September 2017 eine Resolution verabschiedet haben, in der diese Entwicklungsziele zu Leitlinien für ihr kommunalpolitisches Handeln in einem breiten Bündnis mit den lokalen Akteuren und den Bürgerinnen und Bürgern in Köln erklärt wurden. 

Die Unternehmen der Stadtwerke Köln entsprechen den wachsenden Erwartungen ihrer Stakeholder und übernehmen Verantwortung über die Grenzen ihrer eigenen Geschäftstätigkeit hinaus – für die heutige und die künftigen Generationen. Nachhaltige Entwicklung ist für die SWK-Gesellschaften kein Lippenbekenntnis, sondern Ausdruck ihres Selbstverständnisses.

Wesentliche Zielsetzungen von Nachhaltigkeit ergeben sich für die SWK-Unternehmen aus ihrer ureigenen Geschäftstätigkeit, der Bereitstellung von Dienstleistungen und Angeboten der Daseinsvorsorge, die sich an den Bedürfnissen der jetzigen und künftigen Generationen orientieren. Unabhängig von den jeweiligen Geschäftsfeldern ist die Orientierung an Zielen der Nachhaltigkeit eine verbindende Klammer zwischen den einzelnen Unternehmen der Stadtwerke Köln. Seit 2010 ist diese Selbstverpflichtung zu Nachhaltigkeit ein eigenständiges Ziel im Stadtwerke Köln Konzern. 

Darüber hinaus haben sich einzelne Unternehmen innerhalb ihrer jeweiligen Branchenverbände zu Nachhaltigkeit verpflichtet. Die KVB hat sich als Mitglied der UITP, dem Weltverband des öffentlichen Verkehrswesens, bereits 2003 der UITP-Charta für Nachhaltigkeit angeschlossen. Hierdurch hat sie sich verpflichtet, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Ansprüche der Einwohner Kölns und der Fahrgäste der KVB zu vereinbaren und konkret umzusetzen. Die AWB beispielsweise hat das Prinzip Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmensleitbild verankert. 

Mit leistungsfähigen, umweltgerechten und sozial orientierten Infrastrukturen und den dazugehörigen Dienstleistungen sind die Aktivitäten der Töchter des Stadtwerke Köln Konzerns auch Antrieb für eine zukunftsgerichtete Stadt, für ein nachhaltiges Köln. Um diesen Anspruch zu verwirklichen, fließen ökologische, ökonomische und soziale Gesichtspunkte gleichermaßen in ihre strategischen Überlegungen und Entscheidungen ein: So übernehmen die Unternehmen Verantwortung für Umwelt und Klima und berücksichtigen die ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit. Sie engagieren sich für die Umwelt und leisten wichtige Beiträge zum Klimaschutz und für die Senkung der Ressourceninanspruchnahme. Sie bieten attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze und engagieren sich für die Gesundheit ihrer Belegschaften und für einen verantwortungsvollen Umgang miteinander und für das Gemeinwohl über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus.

Entsprechend der Branchenvielfalt der Konzerngesellschaften und der Unterschiedlichkeit ihrer Geschäftsfelder setzen die Unternehmen jeweils unterschiedliche Akzente in ihrer Tätigkeit. Wesentliche Aspekte ihrer Arbeit mit Bezug auf eine Nachhaltige Entwicklung im Jahr 2017 stellen wir in diesem Bericht vor.

Nachhaltigkeit verankern

Die Unternehmen der Stadtwerke Köln sind sich einig, dass Nachhaltige Entwicklung ein laufender Prozess ist, der das Zusammenwirken aller Beteiligten erfordert. Seit mehreren Jahren schaffen sie daher interne Strukturen für Nachhaltigkeit – mit dem Ziel, den Nachhaltigkeitsgedanken in ihren Gesellschaften noch stärker zu implementieren und voranzubringen. 

Dabei orientiert sich die organisatorische Verankerung von Nachhaltigkeit im SWK-Konzern an den realen Gegebenheiten und Machbarkeiten der einzelnen Gesellschaften mit ihren unterschiedlichen Unternehmensgegenständen, Märkten und Dimensionierungen. Grundsätzlich ist jede Gesellschaft für ihr eigenes Nachhaltigkeitsmanagement verantwortlich. 

Viele Unternehmen engagieren sich im Bereich Nachhaltigkeit seit Jahren und berichten auch seit langem über ihre Aktivitäten. Dazu gehören etwa die Umweltberichte der RheinEnergie respektive des Vorgängerunternehmens GEW Köln, die seit 1996 erscheinen. Die Umweltberichterstattung der HGK folgte ein Jahr später, gefolgt vom ersten Umwelt-Audit mit Umwelterklärung der KVB im Jahr 1998. Entsprechendes gilt für die AWB und die AVG Köln, die seit 2010 bzw. 2012 regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen. Für 2017 hat die AVG Köln als erstes Unternehmen im Stadtwerke Köln Konzern eine DNK-Entsprechenserklärung abgegeben.

Um konzernweite Nachhaltigkeitsziele umzusetzen bzw. weiterzuentwickeln, wurde 2017 bei der Stadtwerke Köln GmbH eine Stelle Nachhaltigkeitskoordination mit der Aufgabe der Koordinierung der Unternehmensaktivitäten zur Nachhaltigkeit eingerichtet. Zugleich wurden in den einzelnen SWK-Unternehmen jeweils eigene Koordinatoren für Nachhaltigkeit benannt. Diese haben die Aufgabe, innerhalb ihrer Gesellschaften als Multiplikatoren für Nachhaltigkeit zu agieren sowie in Abstimmung mit den jeweiligen Unternehmensleitungen dazugehörige Aktivitäten und Projekte anzustoßen oder zu fördern. Zugleich haben sich die Nachhaltigkeitskoordinatoren stärker vernetzt und den Koordinationskreis Nachhaltigkeit gegründet. Seine Mitglieder pflegen den regelmäßigen Austausch über Nachhaltigkeitsaspekte und koordinieren konzernweite Initiativen und Maßnahmen zur Weiterentwicklung von Nachhaltigkeit. Organisiert und moderiert wird dieser Koordinationskreis durch die Nachhaltigkeitskoordination bei der SWK GmbH, die auch die SWK-Geschäftsführung über den aktuellen Sachstand regelmäßig informiert.

2017 hat sich der Koordinierungskreis intensiv mit Grundsatzfragen beschäftigt, um die Fortentwicklung von Zielsetzungen und Marschrouten zu sichern. Seine Mitglieder möchten die jeweiligen unternehmensspezifischen (Teil-)Ziele weiter auffächern und den Weg zur Zielerreichung stärker operationalisieren. Schließlich sollen die (Teil-)Ergebnisse mittels Kriterien und Kennzahlen transparent und vergleichbar dargestellt werden, damit sie sowohl intern im Monitoring und als „Kompass“ bei Entscheidungen als auch extern in der Kommunikation verwendet werden können. Über die Aktivitäten der Unternehmen in Bezug auf soziale, ökologische und normative Standards berichtet der SWK-Nachhaltigkeitsbericht nunmehr zum vierten Male. Auch die Erstellung dieser Berichterstattung gehört in Zusammenarbeit mit den Unternehmenskommunikatoren zu den Aufgaben des Koordinationskreises.