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Kölner Verkehrs-Betriebe AG

Geschäftsbericht 2017

SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,

das Jahr 2017 war in mehrfacher Hinsicht ein besonderes für die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB). Zum einen konnte das Unternehmen sein 140-jähriges Bestehen feiern: 1877 fuhr die erste Pferdebahn zwischen Deutz und Kalk und begründete damit die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in Köln. Und zum anderen gelang bei den Fahrgastzahlen erstmals der Sprung über die 280-Millionen-Marke. Mit fast 280,6 Mio. Fahrten konnte ein neuer Rekord erzielt werden. Gleichzeitig ist es gelungen, die Zahl der Stammkunden weiter zu steigern: von 304.500 auf 309.000.

Das ist gerade vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen in Köln ein gutes Ergebnis, und wir bedanken uns bei unseren Kunden für den großen Zuspruch. Das zeigt uns: Die Kölner fahren gerne Bus und Bahn. Allerdings könnten wir deutlich mehr Fahrgäste befördern, wenn wir die entsprechenden Kapazitäten hätten – derzeit fahren wir auf zahlreichen Strecken vor allem zur Hauptverkehrszeit am Limit. Ein Blick nach Wien oder Kopenhagen zeigt, welche Fahrgastpotenziale bei einem konsequenten Ausbau des ÖPNV-Angebots vorhanden sind.

KVB und Stadt arbeiten daher gemeinsam daran, den Nahverkehr in Köln attraktiver zu gestalten: Die Diskussion um die Ertüchtigung der Ost-West-Achse ist in vollem Gange, der Zeitplan für die zusätzlichen Streckenerweiterungen steht. Und die Diskussion um Klimaschutz und Luftreinhaltung gibt diesen Anstrengungen den notwendigen Rückenwind. Selten waren die Chancen für die Förderung des ÖPNV und eine echte Verkehrswende so groß wie heute. Die KVB hat im Dezember 2017 mit der Ausweitung des Nachtbusangebotes einen weiteren Schritt zur Verbesserung des ÖPNV-Angebots gemacht.

Erfreulich ist, dass sich die Zahl der Schwarzfahrer auf einem niedrigen Niveau stabilisiert hat: Die Quote lag wie im Vorjahr bei rund zwei Prozent – ein Ergebnis der nach wie vor intensiven Kontrollen.

Das Unternehmensergebnis lag 2017 bei einem Fehlbetrag von 86,8 Mio. € und fiel um 3,2 Mio. € besser aus als geplant. Die Fahrgeld­erlöse stiegen um 2,1 % auf 245,9 Mio. €, der Aufwanddeckungsgrad sank von 81,4 % im Jahr 2016 auf 79,7 %.

Der E-Bus hat nach dem Start auf der Linie 133 im Dezember 2016 nach einigen „Kinderkrankheiten“ ein erfolgreiches erstes Jahr absolviert – mit einer durchschnittlichen Verfügbarkeit von 82 %. Und die KVB hat den Grundstein gelegt für den Kauf von zunächst 50 weiteren batteriebetriebenen Bussen, die bis 2021 auf sechs Linien zum Einsatz kommen sollen. Dieses ambitionierte Vorhaben ist nur mit finanzieller Unterstützung des Landes möglich: NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst übergab Ende letzten Jahres bereits einen Zuwendungsbescheid über 13,28 Mio. €.

Doch nicht nur bei der Antriebstechnologie geht die KVB neue Wege, sie setzt auch beim Vertrieb auf moderne Technik: Mit der VRS-Chipkarte können unsere Kunden inzwischen nicht nur die KVB-Räder ausleihen, sondern auch die Türen der cambio-Leihautos öffnen. Alle multimodalen Angebote sind in die KVB-App integriert. Das sind weitere wichtige Schritte, um die Nutzung der verschiedenen Mobilitätsangebote für die Kunden deutlich zu vereinfachen.

Eine wichtige Entscheidung zur Zukunftssicherung der KVB hat der Stadtrat im September getroffen: Er hat die sogenannte Vorabbekanntmachung der Direktvergabe beschlossen, also seinen Willen bekundet, die KVB ab 2020 für weitere 22,5 Jahre mit dem Bus- und Bahnbetrieb in Köln zu beauftragen. Da in der vorgegebenen Frist keine eigenwirtschaftlichen Anträge anderer Unternehmen eingegangen sind, ist die wichtigste Hürde für den „öffentlichen Dienstleistungsauftrag“ beseitigt, der noch vom Rat beschlossen werden muss.

Es sind große Herausforderungen, die die KVB in den nächsten Jahren zu bewältigen hat – und die sind nur mit einer starken, motivierten und engagierten Mannschaft zu meistern. Daher setzt die KVB verstärkt auf eine werteorientierte Zusammenarbeit. Die Werte wurden zunächst intern erarbeitet und im vergangenen Herbst unter dem Leitwort „Miteinander.Füreinander“ auf mehreren Mitarbeiterveranstaltungen vorgestellt. Anschließend wurde ein Prozess gestartet, in dessen Verlauf die Werte im Bewusstsein der Führungskräfte und der gesamten Belegschaft verankert werden sollen. Es geht unter anderem um einen respektvollen, partnerschaftlichen Umgang miteinander, um Zuverlässigkeit, um klare, offene Kommunikation und darum, Verantwortung zu übernehmen. Die Werte sollen helfen, besser miteinander zu arbeiten: im Interesse der Fahrgäste, im Interesse der KVB und verbunden mit dem Ziel, dass jeder Einzelne erfolgreich und zufrieden arbeiten kann.

Dass die KVB nicht nur ihren Betrieb im Blick hat, sondern auch ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird, zeigt das Projekt „Busfahrschule für Geflüchtete“. Eine Frau und fünf Männer aus Iran, Irak und Syrien haben nach einer intensiven Ausbildung und einem anschließenden Praktikum eine Festanstellung als Busfahrer bekommen – ein Beispiel gelungener Integration. In diesem Jahr soll ein weiterer Ausbildungskurs starten.

Trotz sich verschärfender Bedingungen auf dem Bewerbermarkt ist die KVB nach wie vor einer der attraktivsten Arbeitgeber der Region. Mehr als 3.600 Menschen interessierten sich 2017 für eine Anstellung bei der KVB, 183 von ihnen fanden einen Arbeitsplatz im Unternehmen, darunter 61 Auszubildende. Die KVB steht für eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Dies schlägt sich auch in den Ergebnissen der Abschlussprüfungen bei der IHK nieder: Zehn KVB-Auszubildende aus dem technischen Bereich gehörten im Kammerbezirk zu den Besten ihres Jahrgangs. Die KVB treibt auch die Digitalisierung in der Berufsausbildung voran: Den Auszubildenden wurden im vergangenen Jahr neue digitale Lernmedien zugänglich gemacht.

Neben dem alltäglichen Betrieb haben die KVB-Mitarbeiter 2017 wieder eine ganze Reihe von Großeinsätzen gemeistert: sei es bei der Eishockey-WM, bei den Spielen des 1. FC Köln, im Karneval, bei den „Kölner Lichtern“ oder am Christopher Street Day. Das ist oft nur mit einem Einsatz möglich, der über das normale Maß hinausgeht. Für das große persönliche Engagement im vorigen Jahr bedankt sich der Vorstand ausdrücklich.

Köln, im Juni 2018

Der Vorstand

Fenske      Schwarze      Hofmann      Densborn